Anfang 2027 gibt es neue Kinostühle für das Burg-Filmtheater / Wer möchte Stuhlpate werden?
Zeit für ein neues Sitzgefühl
10.08.2026, 14:50 Uhr
Von:
Nicole Rochell
Fehmarnsches Tageblatt
Das Burg-Filmtheater bekommt Anfang 2027 neue, bequeme Sitze. Kinofans und Unterstützer können mit einer Stuhlpatenschaft helfen, die Kosten zu tragen. Wer den lokalen Filmsaal unterstützen will, kann ab sofort Pate werden.
Die Anzahl der Allerwertesten, die in 46 Jahren auf den 151 Stühlen Platz genommen haben, lässt sich empirisch nicht ermitteln. Aber Zehntausende von Hinterteilen dürften es schon gewesen sein, die sich für die Dauer der jeweiligen Vorstellungen auf jedem der knatschroten Stühle des Burg-Filmtheaters eingerichtet haben. Täglich saßen, und sitzen, viele verschiedene Kinobesucher auf denselben Plätzen. Der Verschleiß des cineastischen Sitzmöbels: nur eine Frage der Zeit.
Typische Abnutzungserscheinungen an Federn, Schrauben und Stoffen machen sich mittlerweile immer deutlicher bemerkbar. Vor 13 Jahren, so Kinobetreiber Hans-Peter Jansen, hatte es eine neue Polsterung gegeben, was den generellen Sitz-Verfall jedoch allenfalls temporär aufhalten konnte. Schaumstoffpolsterung, Bezug und die mechanischen Klappgelenke sind noch immer, an jedem Kinotag, hohen Belastungen ausgesetzt. Nach nunmehr fast 50 Jahren ist bei einigen Sitzplätzen im Zuschauerraum des Vintage-Kinos mit moderner technischer Ausstattung der Klappmechanismus nicht mehr in Ordnung. Federn und Scharniere, die das Hochklappen des Sitzes einleiten, sind durch Dauernutzung ermüdet. Erforderliche Federn gibt es längst keine mehr, auch die Firma nicht, die die Sitze einst fertigte. Es wird Zeit für ein neues Sitzgefühl, meint Hans-Peter Jansen und stellt den Austausch der Kinostühle für Januar 2027 in Aussicht.
Derzeit ist die rote Bestuhlung im insularen Lichtspielhaus im Stil der 70er-Jahre auf Abschiedstournee. Die alten Stühle haben in ein paar Monaten ausgedient, machen Platz für Neues.
Das Gesamtbild soll bleiben. Auch die neuen Sitze werden in einem satten, wenngleich leicht abgeänderten Rotton gehalten sein. 151 alte Kinostühle werden aus-, und 140 neue Sitze eingebaut. Die Differenz ist alleinig dem Komfort geschuldet. Statt 50 Zentimeter Sitzbreite sind die neuen Stühle 55 Zentimeter breit, die Lehne wird um acht Zentimeter höher sein, beschreibt Hans-Peter Jansen die zu erwartenden Bequemlich- und Annehmlichkeiten für Kinogänger in spe, die zu einer Spezie zählt, die, 120 Jahre zurückgeblickt, eine Wandlung durchlaufen hat. Die Menschheit in Industrieländern hat sich im Schnitt um rund 14 Zentimeter emporgereckt. Zahlreiche Studien wie der globale NCD Risk Factor Collaboration-Trend zeigen, dass dieser Wachstumsschub vor allem an moderner Medizin, weniger Infektionskrankheiten in der Kindheit und besserer Ernährung liegt. Letztere dürfte auch mit dafür verantwortlich sein, dass die Menschen nicht nur deutlich größer, sondern auch schwerer geworden sind. Ein Überangebot an billigen, fett- und zuckerreichen Lebensmitteln, viele Berufe mit sitzender Tätigkeit und wenig Bewegung in der Freizeit dürften mit daran wirken, dass sich einige Kinogänger über das Angebot der 55er-Sitzfläche freuen werden.
Ein neuer Kinostuhl kostet 480 Euro, so Hans-Peter Jansen und ruft zu einer Aktion auf, die er vor 20 Jahren in Hamburg schon einmal durchgeführt habe. Stichwort: Stuhlpatenschaft. Für 425 Euro können Filmfans und Cineasten das Burg-Filmtheater unterstützen und mit der Patenschaft ein sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit setzen. Die Namen der jeweiligen Stuhlpaten werden auf einer Dankeschön-Tafel im Eingangsbereich des Kinos angebracht. Die Kinostühle werden ab Anfang Januar aus- beziehungsweise eingebaut. Ende Januar, so Hans-Peter Jansen, soll es für die Paten dann eine Stuhl-Paten-Party mit Film, Livemusik und Catering geben. Nähere Infos zur Patenschaft unter info@burgfilmtheater.de. Wer Interesse an einer Patenschaft haben sollte, kann sich bis Ende Oktober melden.