Mit wenig Aufwand zu mehr Gastfreundschaft: Der Vorsitzende des Gewerbevereins hat einen konkreten Vorschlag
Wohnmobile am Schönberger Strand: So einfach könnte die Gemeinde helfen
19.08.2026, 08:40 Uhr
Von:
Markus Münch
PROBSTEER
Auf einem Parkplatz am Schönberger Strand ist das Übernachten zwar nicht vorgesehen. Doch vor allem bei schönem Wetter kommen hier viele mit dem Wohnmobil und bleiben bis zum nächsten Morgen. Das beobachtet Knut Lindau regelmäßig. Nun schlägt der erste Vorsitzende des Gewerbevereins eine einfache Lösung vor.
Die Gemeinde müsste dafür nach seiner Vorstellung weder einen neuen Stellplatz bauen noch in neue Technik investieren. Keinesfalls sei sein Vorschlag als Kritik zu verstehen, betont er. Vielmehr möchte er anregen, die ohnehin vorhandene Nachfrage in geregelte Bahnen zu lenken. „Warum macht man das nicht einfach für eine Nacht legal?“, fragt Lindau. Denkbar wäre aus seiner Sicht ein „Übernachtungsticket“, das Wohnmobilfahrer beispielsweise für 15 Euro am Automaten lösen könnten: „Die Leute würden dann mit einem guten Gefühl hier stehen und hätten nicht den Eindruck, nur geduldet zu werden.“ Damit könnte zudem Geld in die Gemeindekasse fließen. An gut besuchten Tagen beobachtet er bis zu zehn Wohnmobile auf dem Parkplatz. Über eine ganze Saison betrachtet könnten so nach seiner Einschätzung Einnahmen in deutlich vierstelliger Höhe zusammenkommen.
Lindau geht es ausdrücklich nicht darum, auf dem Parkplatz einen neuen Campingplatz entstehen zu lassen. „Die meisten wollen dort gar nicht lange bleiben, sondern meist nur eine Nacht“, so seine Beobachtung. Große Investitionen seien deshalb aus seiner Sicht nicht erforderlich. Die Wohnmobile seien in der Regel autark, eine zusätzliche Versorgung mit Strom oder Wasser müsse nicht angeboten werden. Damit aus der Übernachtungsmöglichkeit kein Dauerstellplatz werde, könnte die Gemeinde klare Grenzen setzen. Vorstellbar wären nach Lindaus Vorschlag eine Höchstzahl an Wohnmobilen, eine Beschränkung auf eine Nacht und feste Verhaltensregeln. So ließen sich etwa offenes Feuer oder Grillen auf dem Parkplatz untersagen. „Man könnte das klein halten und erst einmal ausprobieren“, schlägt der Gewerbevereinsvorsitzende vor.
Übernachten mit dem Wohnmobil ist zwar jetzt schon in Schönberg auf ausgewiesenen Stellplätzen möglich. Doch bei gutem Wetter stoße das vorhandene Angebot nach Lindaus Erfahrung schnell an seine Grenzen. Ein einfaches Nachtangebot auf einem bereits bestehenden Parkplatz könnte deshalb als Ergänzung dienen. Konkurrenz zu Campingplätzen oder regulären Wohnmobilstellplätzen solle daraus nicht entstehen. Lindau kennt solche Lösungen auch von eigenen Reisen. „An vielen Orten in Deutschland gibt es einfache Stellplätze, bei denen keine große Infrastruktur angeboten wird“, erzählt er. Für ihn liegt der Vorteil auf der Hand: Statt Wohnmobile lediglich zu dulden, könnte Schönberg einen klar geregelten Rahmen schaffen. Davon würde nach seiner Überzeugung nicht nur die Gemeindekasse profitieren. Denn: Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, geht seiner Meinung nach gerne auswärts essen oder einkaufen. „Das wäre auch für die Gastronomie und den Handel vor Ort eine kleine zusätzliche Finanzspritze“, so Lindau. Seinen Vorstoß versteht er daher als Einladung, die Möglichkeiten in Ruhe zu prüfen. Ob sich der Parkplatz tatsächlich eignet, welche Zeiten gelten könnten und welche rechtlichen Vorgaben zu beachten wären, müsste die Gemeinde klären. „Es geht nicht darum, irgendetwas ungeordnet laufen zu lassen“, betont Lindau. „Im Gegenteil: Man könnte aus etwas, das heute sowieso passiert, eine saubere und vernünftige Lösung machen.“