Planungen für Westfehmarn, Presen und Klingenberg

Windkraft auf Fehmarn: Repowering unter Zeitdruck

17.07.2026, 18:00 Uhr
Von: Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt

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Für die außerhalb der Vorrangfläche geplanten vier Windmühlen wird eine B-Plan-Änderung erforderlich. Im Bürger-Windpark Westfehmarn werden zudem elf weitere Anlagen (grau) repowert.

Für die außerhalb der Vorrangfläche geplanten vier Windmühlen wird eine B-Plan-Änderung erforderlich. Im Bürger-Windpark Westfehmarn werden zudem elf weitere Anlagen (grau) repowert. © Stadt Fehmarn

Während auf dem Festland 200 Meter hohe Windenergieanlagen nicht mehr die Ausnahme, sondern eher die Regel sind, drehen sich auf Fehmarn noch halb so große Anlagen. Doch im Zuge des Repowerings bestehender Windparks werden auch auf der Insel ab 2027 größere und leistungsstärkere Windkraftanlagen Strom erzeugen. In den Windparks Presen-Burgstaaken und Fehmarn-Mitte werden bereits die Fundamente für die neuen Anlagen errichtet.

Noch in der Phase der Bauleitplanung befinden sich die Repoweringvorhaben für die Windparks Presen und Klingenberg sowie für den Bürger-Windpark Westfehmarn. Mit allen drei Vorhaben befasste sich nun der Bauausschuss.

Während bei Letzterem Bürger in der Einwohnerfragestunde ihren Unmut äußerten, „Windkraft mit Augenmaß“ forderten und den Ausschuss um Ablehnung des Projekts baten, gab es hinsichtlich des Windparks Presen keine Bedenken.

Auch beim Windpark Klingenberg ging bei den Ausschussmitgliedern grundsätzlich der Daumen nach oben, da aus der Einwohnerschaft Klausdorfs bislang noch keine kritischen Äußerungen gekommen sind.

Axel Meier und Clemens Rahlf (r.) äußerten ihren Unmut darüber, dass die Bauleitplanung im Inselwesten im Schnelldurchgang durchgezogen wird.

Axel Meier und Clemens Rahlf (r.) äußerten ihren Unmut darüber, dass die Bauleitplanung im Inselwesten im Schnelldurchgang durchgezogen wird. © Andreas Höppner

Im Windpark Presen sind aktuell 14 Windenergieanlagen mit einer Höhe von 100 Metern aktiv, zukünftig sollen sich hier fünf 200 Meter hohe Anlagen drehen. Eingehalten werden die Abstände von 1500 Metern zur Marinestation Marienleuchte sowie 800 Metern zu den Ortsteilen Presen und Bannesdorf.

Im Windpark Klingenberg sollen zwölf Altanlagen durch fünf neue ersetzt werden. Die Ursprungsplanung sah sechs vor. Allerdings beträgt der geringste Abstand der Anlagen zur Ortslage und zum Campingplatz Klausdorf mit rund 700 Metern weniger als die geforderten 800 Meter. „Wir sehen es kritisch, unter die 800 Meter zu gehen“, bemängelte Holger Wilder (Grüne).

Die zwölf Altanlagen des Windparks Klingenberg sollen durch fünf neue Anlagen ersetzt werden. Die südlich gelegene Mühle (grau) befindet sich außerhalb des geltenden B-Plans.

Die zwölf Altanlagen des Windparks Klingenberg sollen durch fünf neue Anlagen ersetzt werden. Die südlich gelegene Mühle (grau) befindet sich außerhalb des geltenden B-Plans. © Stadt Fehmarn

Doch auch die anderen Ausschussmitglieder haderten ein wenig. Gleichwohl wollten sie dem Projekt auch nicht im Wege stehen, da es bislang keine kritischen Stimmen gab. Mit der Maßgabe, dass der Vorhabenträger noch eine Bürgerinfo veranstalten solle, stimmten sie dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss der 2. Änderung des B-Plans Nr. 66 zu.

Ihre Zustimmung zum Satzungsbeschluss, der Ende September anvisiert ist, wollen sie davon abhängig machen, dass im weiteren Beteiligungsverfahren keine negativen Stellungnahmen der Anlieger eingehen. Die 1. Änderung des B-Plans Nr. 72 (Bürger-Windpark Westfehmarn) bezieht sich auf vier Neuanlagen, die außerhalb der im Regionalplan ausgewiesenen Windenergievorrangflächen gebaut werden sollen.

Planung von Windparks: Gemeindeöffnungsklausel läuft aus

Auf Presen und Klingenberg trifft das ebenfalls zu. Mithilfe der sogenannten Gemeindeöffnungsklausel wird es den Kommunen aber ermöglicht, zusätzlich zur Regional- und Landesplanung Windparkflächen auszuweisen. Hiervon macht die Stadt Fehmarn bei allen drei Vorhaben Gebrauch.

Sie steht dabei unter einem gewissen Zeitdruck, denn nach Erläuterung des Planers Eike Brandes greift die Gemeindeöffnungsklausel nicht mehr, sobald das Land Schleswig-Holstein sein Ausbauziel von drei Prozent der Landesfläche erreicht und nach Berlin gemeldet hat. Mit diesem Schritt rechnet der Windkraftexperte gegen Ende des Jahres.

Benjamin May, Fachbereichsleiter Bauen und Häfen, geht davon aus, das jetzt zügig weitergeplant wird und die Satzungsbeschlüsse für die jeweilige Bauleitplanung im September von der Stadtvertretung gefasst werden. Nach ihrer Bekanntmachung erlangen sie dann Mitte Oktober Rechtskraft – noch rechtzeitig vor der Meldung aus Kiel.

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