Drei Bewerber, drei Profile, drei Wege ins Amt
Wer wird Bürgermeister in Schönkirchen?
24.07.2026, 18:35 Uhr
Von:
Markus Münch
PROBSTEER
Wahlplakate hängen schon, jetzt werden Flyer verteilt und an den Haustüren diskutiert: In Schönkirchen ist Bürgermeisterwahlkampf. Am Sonntag, 30. August, wählen die Bürger einen neuen hauptamtlichen Bürgermeister. Wie in Schleswig-Holstein üblich, entscheiden sie direkt an der Wahlurne.
Der Gemeindewahlausschuss hat am 10. Juli drei Bewerber zugelassen: Dennis Inselmann, Andreas Klaus und Stefan Lansberg. Alle wohnen in Schönkirchen. Auf dem Stimmzettel stehen sie in alphabetischer Reihenfolge, geordnet nach dem Nachnamen:
Dennis Inselmann, SPD, Fachtrainer Personalentwicklung, Jahrgang 1984
Andreas Klaus, CDU, Kaufmann, Jahrgang 1964
Stefan Lansberg, Bündnis 90/Die Grünen, Diplom-Geograph, Jahrgang 1969
Gewählt ist, wer am 30. August mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Schafft das keiner aus dem Trio, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen. Diese wäre für Sonntag, 13. September, vorgesehen. Dann reicht die einfache Mehrheit. Wer mehr Stimmen bekommt, wird Bürgermeister. Für Dienstag, 18. August (19 Uhr), ist eine öffentliche Diskussionsrunde mit den drei Kandidaten geplant. Vorab haben wir alle drei Bewerber zum Gespräch getroffen und gefragt, was sie antreibt, wofür sie stehen und was sie in Schönkirchen vorhaben.
Inselmann setzt auf Transparenz und Kommunikation
Dennis Inselmann setzt in seinem Wahlkampf vor allem auf Transparenz, bessere Kommunikation und eine stärkere Einbindung der Ortsteile. Der 41-Jährige arbeitet als Personalentwickler bei einem bundesweit tätigen Fahrradgroßhändler, lebt seit elf Jahren im Schönkirchener Ortsteil Flüggendorf und ist in der Nachbargemeinde Mönkeberg aufgewachsen. Inselmann ist seit 15 Jahren verheiratet und hat einen 13-jährigen Sohn. „Ich kenne die Region wie meine Westentasche“, sagt er.
Ein besonderes Anliegen ist ihm, dass Schönkirchen nicht nur aus dem Hauptort gedacht wird: „Schönkirchen endet nicht an den Bahnschienen.“ Die Gemeinde stehe vor der besonderen Herausforderung, dass die Ortsteile weit auseinanderliegen. Wer in einem der Ortsteile lebt, könne den Eindruck bekommen, „dass die Verwaltung auch gedanklich etwas entfernt ist“. Das will er ändern. Denkbar seien aus seiner Sicht etwa Ausschusssitzungen in den Ortsteilen. Auch bei konkreten Vorhaben vor Ort soll die Bevölkerung stärker beteiligt werden. Als Beispiel nennt Inselmann den Spielplatz in Flüggendorf: Dieser sei inzwischen zwar recht schön geworden, allerdings habe es für die Flüggendorfer keine Möglichkeit gegeben, mitzugestalten.
Auch beim Ehrenamt sieht Inselmann Handlungsbedarf. Schönkirchen habe zwar ein starkes Ehrenamt, doch viele Aktive seien eher älter. Bei der Jugendfeuerwehr sei Nachwuchs kein Problem, bei anderen Organisationen wie der AWO sehe das schon anders aus. „Kommunikation ist alles“, sagt Inselmann. Er will deshalb einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch organisieren und das Ehrenamt wieder stärker in den Fokus rücken. Inselmann selbst ist seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv. Mit zehn Jahren trat er in die Jugendfeuerwehr Mönkeberg ein, heute ist er stellvertretender Gruppenführer bei der Feuerwehr Flüggendorf. Außerdem ist er Mitglied der Prüfungskommission für Fachwirte im Handel bei der Industrie- und Handelskammer Kiel und bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Schule und Bildung der Gemeinde Schönkirchen.
Gleichzeitig warnt er davor, im Wahlkampf zu viel zu versprechen. Es seien bereits viele Projekte angestoßen, etwa die Schulerweiterung, Heucks Gasthof und der Anbau der Feuerwehr Flüggendorf. Diese Vorhaben benötigten viel Aufmerksamkeit. Unter dem Aspekt Gemeindeentwicklung sieht Inselmann den demografischen Wandel, Beispiel Wohnraumentwicklung: „Junge Familien dürfen hier keinesfalls aus dem Blick geraten“. Daher will er darauf achten, dass eine Mischung für alle Bevölkerungsschichten entsteht.
Bürgermeister von Schönkirchen will er werden, weil die Gemeinde nach unruhigen Jahren einen Bürgermeister gut vertragen könne, „der mit Konstanz und wirtschaftlichem Sachverstand“ arbeite. Aus vielen Haustürgesprächen habe er gelernt, dass Schönkirchen kommunikativ besser werden müsse. Für sich selbst beansprucht Inselmann, für eine transparente und offene Politik aus der bürgerlichen Mitte zu stehen. Er kenne viele Perspektiven: als Vater, Pendler, Fahrradfahrer, Autofahrer und Feuerwehrmann. Auf die Frage, welche Entscheidung der Gemeindevertretung der vergangenen Jahre er anders getroffen hätte, will Inselmann nicht zurückblicken. „Es lohnt nicht, hier zu lamentieren, was gewesen wäre, wenn“, antwortet er ohne längeres Zögern. Er blicke lieber nach vorn als zurück.
Vor der Wahl ist Inselmann nach eigenen Angaben per E-Mail unter info@dennis-inselmann.de erreichbar. Sollte er Bürgermeister werden, will er auch im Amt ansprechbar bleiben. Während der Öffnungszeiten des Gemeindebüros will er grundsätzlich für Bürger erreichbar sein, sofern er nicht in einem Termin ist. „Ich möchte nicht, dass irgendjemand sagt, den Bürgermeister erreiche ich sowieso nicht.“
Wenn die AfD theoretisch Sitze in der Gemeindevertretung bekäme, müsse man damit demokratisch umgehen, sagt Inselmann. „Die Gemeindevertretung wird gewählt. Ignoranz verbietet sich.“ Er sei überzeugt, dass das demokratische Verständnis in Schönkirchen stark genug sei, deren Politik souverän entgegenzutreten. Bislang sei das aber kein Thema in Schönkirchen. Grundsätzlich wünsche er sich im örtlichen politischen Umgang mehr Sachlichkeit als in der großen Politik. Gerade im dörflichen Umfeld müsse man sich auch dann freundlich unterhalten können, wenn man den politischen Mitbewerber beim Einkaufen treffe.
Privat sitzt Inselmann gern auf dem Fahrrad, vom Rennrad bis zum Mountainbike. Hauptsache ohne Motor, sagt er. Auch Strecken von mehr als 60 Kilometern fahre er gerne, oft allein: Dabei könne er zur Ruhe kommen und abschalten.
Klaus vertraut auf traditionelle Werte, Pragmatismus und wirtschaftlichen Sachverstand
Der 61-Jährige ist verheiratet und hat drei Söhne im Alter von 32 bis 43 Jahren. Beruflich begann er als Gas- und Wasserinstallateur, machte sich später als Kaufmann in der Motorradbranche selbstständig und arbeitete zuletzt als Führungskraft bei einem mittelständischen Zulieferer für die Schiffsindustrie. Seit vorigem Jahr ist er Pensionär. Die Kindheit verbrachte er in Schönkirchen, lebte später in Kiel-Dietrichsdorf und Klausdorf, seit 2001 wieder in Schönkirchen. 2024 zog er in ein Eigenheim im Ortsteil Schönhorst. „Das habe ich selbst gebaut und jeden Stein selbst in der Hand gehabt“, erzählt Klaus. In Vereinen ist er gut vernetzt. Seit 2002 ist er aktives Mitglied der Turn- und Sportgemeinschaft Concordia Schönkirchen, 2016 trat er in die Alte Gilde Schönkirchen von 1560 ein. Seit vorigem Jahr ist er hier der erste Ältermann. 2018 wurde er Mitglied der Kreisjägerschaft Plön und des CDU-Ortsverbands Schönkirchen/Mönkeberg. Im selben Jahr zog er über ein Direktmandat in die Gemeindevertretung ein.
„Das Amt als Bürgermeister ist für mich ein Auftrag, für das Wohl der Gemeinde zu sorgen“, sagt Klaus. Er sieht sich als Macher und nennt als Beispiel die Alte Gilde. Seit er dort Vorstandsarbeit übernommen habe, seien mehr als 50 neue Mitglieder im mittleren Alter dazugekommen. Für Klaus ist das mehr als Vereinsarbeit. „Das ist die Transformation mit der Tradition in die Moderne. Und das ist der Weg, den ich auch für Schönkirchen sehe.“ So etwas gehe nur im Team und mit Führungserfahrung. Im Ehrenamt habe er gelernt zuzuhören und Empathie zu zeigen, aber auch irgendwann zu entscheiden. „Man kann sich auch kaputtdiskutieren.“ Jüngere Menschen fürs Ehrenamt gewinne man aus seiner Sicht vor allem über Vorbilder. Wer Verantwortung übernehme, müsse auch zeigen, dass das Spaß machen könne.
Eine erste Veränderung sollen Bürger im Gemeindebüro merken. Klaus will, dass die Verwaltung leichter erreichbar ist und Bürger sich verlässlicher betreut fühlen. Soweit möglich, soll seine Tür offenstehen. Auch regelmäßige Sprechstunden möchte er wieder einführen, wenn es die Umstände hergeben, auch in den Ortsteilen. „Ich bin mir sicher, dass ich wirklich gut zuhören kann“, sagt er selbstbewusst. Vor der Wahl ist ein weiterer Kennenlerntermin beim Oldieabend der Alten Gilde am Weidenkamp am Sonnabend, 8. August, ab 19 Uhr geplant. Wer vorab Kontakt aufnehmen möchte, könne ihn über seine persönliche Homepage erreichen.
Kommunalpolitisch fühlt sich Klaus vor allem bei Finanz-, Bau- und Wirtschaftsthemen zu Hause. Als Bürgermeister müsse man zwar umsetzen, was die Gemeindevertretung beschließt. Doch das will er möglichst schnell tun. „Kostenbewusst“, hebt er hervor, „hieran merkt man meine konservative Grundhaltung.“ Vorrang hätte für ihn in den ersten 100 Tagen Heucks Gasthof: „Wir müssen zusehen, dass wir bei dem Thema endlich auf Spur kommen.“ Rückblickend nennt er genau dieses Projekt als Entscheidung, die anders hätte laufen können. Gute Vorschläge seien aus seiner Sicht an Kleinigkeiten gescheitert. Ähnlich sieht er es bei Plänen für alters- und behindertengerechtes Wohnen auf der Freifläche hinter dem AWO-Heim.
Beim Thema Verkehr fällt Klaus spontan Schönhorst ein. Der Bürgersteig dort sei deutlich zu schmal. „Wenn ich hier mit dem Hund unterwegs bin, dann erlebe ich solche Situationen, da geht ein Paar mit Kinderwagen spazieren und von hinten ballern E-Bike-Fahrer ran“, dann sei es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert. Klaus regt deshalb einen reinen Fußweg durch den gesamten Ort an. Radfahrer könnten auf der Straße fahren, schließlich gelte in Schönhorst durchgängig Tempo 30. Außerdem müsse die Kreisstraße dringend saniert werden.
Beim Thema Nachhaltigkeit verweist der Kandidat auf die bereits beschlossenen Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Das Projekt müsse schnell umgesetzt werden. Wichtig ist ihm, den Strom nicht nur zu verkaufen, sondern auch selbst zu nutzen. Auch über Treffpunkte in Schönkirchen denkt Klaus nach. Auf der letzten Freifläche im neuen Gewerbegebiet sollte aus seiner Sicht nicht nur Gewerbe und generationsgerechtes Wohnen entstehen. Denkbar wäre dort auch Raum für Begegnung, etwa ein Café, ein Wochenmarkt oder Kleinhandwerk wie eine Fahrradwerkstatt.
Einen Schwerpunkt legt Klaus auf die Finanzen. Einerseits sollten die Hebesätze in den nächsten Jahren nicht erhöht werden, damit Unternehmen planen können. Andererseits verweist er auf den defizitären Haushalt. Mehr als zwölf Millionen Euro seien für das Feuerwehrhaus ausgegeben worden, der Schulbau verschlinge bislang rund 22 Millionen Euro. Jetzt müsse sich die Gemeinde konsolidieren. „Wir müssen uns daher auf Projekte fokussieren, wo wir auch Geld für den Haushalt generieren können, statt auf Projekte, die Geld verschlingen.“ Wünsche und Finanzierbarkeit will Klaus mit Pragmatismus zusammenbringen, „ohne ideologische Brille, sondern mit Gefühl und kaufmännischem Sachverstand“. Im Vordergrund müsse stets der Mehrwert für die Bürger stehen. Diskussionen sollten nicht „leitplankenorientiert“ geführt werden.
Auch im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Bebauung setzt Klaus auf Pragmatismus und Ausgleich. Mit seinen Hunden sei er viel in der Natur unterwegs, kenne die Probleme der Bauern. Flächen müssten gehegt und gepflegt werden. Zugleich suchten viele junge Familien Wohnraum. Deshalb müsse gegebenenfalls auch Fläche geschaffen werden. Sein Grundsatz sei darauf zu achten, dass das Pendel nicht zu einer Seite ausschlägt: „Nicht zu viel und nicht zu wenig. Überall, wo ein ,zu‘ davor ist, da wird es gefährlich.“
Auf die Frage nach einem möglichen Umgang mit der AfD in der Gemeindevertretung antwortet Klaus: „Das ist eine Frage, mit der ich mich sehr oft beschäftige.“ Von Begriffen wie Brandmauer hält er wenig. Die Politik habe den Kontakt zur Basis verloren. Es gebe Gründe, warum Menschen diese Partei wählten. Eine Chance habe man nur, wenn man mit den Leuten rede und „die Hand am Puls“ behalte. Man werde zwar nicht verhindern können, dass auch in Schönkirchen ein Ortsverband dieser Partei gegründet werde. „Aber ich werde alles daransetzen, dass es keinen Grund gibt, die Partei zu wählen.“
Privat begleitet Klaus seit Jahrzehnten der Sport. Er hat lange Fußball gespielt, unter anderem in der Oberliga beim SV Ellerbek. Außerdem taucht er und ist Tauchlehrer. „Das hat mich mein Leben lang begleitet“, sagt er.
Lansberg wirft Erfahrung aus Politik und Verwaltung ins Rennen
Der 56-Jährige ist Diplom-Geograph, hat im Studium unter anderem Öffentliches Recht und Landschaftsentwicklung belegt und arbeitet heute beim Landesamt für Ländliche Entwicklung. Zuvor war er bei der AktivRegion Ostseeküste Ansprechpartner für Kommunen und Vereine, wenn es um Fördermittel und Projekte ging. Lansberg ist seit 22 Jahren verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 21 und 18 Jahren. Seit 2018 sitzt er für Bündnis 90/Die Grünen in der Gemeindevertretung. Er war Vorsitzender des Finanzausschusses, ist im Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr aktiv und aktuell zweiter stellvertretender Bürgermeister. Ehrenamtlich und kommissarisch hat er in die Aufgaben von Gert Radisch „schon mal reingerochen“, wie er selbst sagt. Er sieht darin einen Vorteil: Er kenne die Themen, die politischen Abläufe und viele Akteure in der Gemeinde bereits von innen.
Auch seine weitere berufliche Erfahrung will Lansberg einbringen. Als Bürgermeister müsse man zwar neutral auftreten. Dennoch gebe das Amt mehr Möglichkeiten, Themen mit persönlicher Handschrift anzuschieben, als das mit einem Mandat als Gemeindevertreter möglich sei. „Die Gemeindevertretung beschließt, aber das Amt gibt mir Freiheit, grüne Ideen einzubringen.“ Er bewerbe sich als jemand, der nicht nur Ideen formuliere, sondern auch wisse, wie Projekte vorbereitet, finanziert und durch Gremien gebracht werden. Auch für ihn ist Kommunikation ein Schwerpunkt. Dabei gehe es ihm nicht nur um mehr Information, sondern vor allem um Vertrauen. „Ich möchte vor allem als Teamplayer auftreten“, sagt Lansberg. Auf persönlicher Ebene Vertrauen zu schaffen, habe sich in seiner bisherigen Arbeit bewährt. Vorstellbar sei für ihn etwa ein Tag der offenen Tür mit allen Gewerbebetrieben. Außerdem möchte er einen regelmäßigen Wirtschaftsdialog in der Art eines runden Tisches auf den Weg bringen.
Die Bürger will Lansberg stärker einbinden. Viermal im Jahr könne er sich ein Format im Gemeindebüro vorstellen, etwa unter dem Motto „Frag den Bürgermeister“. Solche niedrigschwelligen Angebote seien wichtig. Denn: „Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.“ Gerade von Bürgern könnten gute Ideen kommen, wenn man ihnen dafür Raum gebe. Seine Tür im Gemeindebüro soll grundsätzlich offenstehen, wenn er nicht gerade in einem Termin ist. Damit Bürger die Gelegenheit haben, ihn vor der Wahl kennenzulernen, bietet er eine Veranstaltung am 20. August im Gemeindebüro an. Geplant ist, dass hierbei Umweltminister Tobias Goldschmidt anwesend ist.
Zu den Themen, die Lansberg gleich zu Beginn anstoßen möchte, gehört die Gemeindebücherei. Denn Büchereien würden heute zunehmend als sogenannte „dritte Orte“ verstanden, neben Wohnen und Arbeiten, als Orte der Begegnung und des Aufenthalts. In der Schönkirchener Bücherei liefen bereits jetzt tolle Veranstaltungen. „Die Bücherei muss daher unbedingt ins Ortsentwicklungskonzept integriert werden.“ Dieses Vorhaben will er gleich am Anfang anschieben.
Ein weiteres Projekt ist ein Bürgerpark, den Lansberg auch als Mehrgenerationenpark denkt. Hier möchte er schnell konkreter werden. Es gehe ihm dabei um Begegnung, Aufenthaltsqualität und Zusammenhalt in der Gemeinde. Aus vielen Haustürgesprächen wisse er, dass sich manche Bürger eine Dorfkneipe zurückwünschten. Man treffe sich heute zwar anders als früher. Gerade deshalb sei bei Heucks Gasthof eine Chance vertan worden, einen Treffpunkt für Schönkirchen zu schaffen. „Der Schandfleck Heucks Gasthof ärgert mich bis heute“, sagt er. Die Gemeindevertretung habe aus seiner Sicht verschlafen, das Grundstück zu kaufen. Dort hätte man etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft entwickeln können.
Beim Ehrenamt sieht Lansberg Möglichkeiten, mehr zu vernetzen und neue Strukturen zu schaffen. Eine Idee sind sogenannte „Dorfkümmerer“, die er aus anderen Gemeinden und aus seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit kennt. Denkbar seien ehrenamtliche Lösungen oder eine geringe Entlohnung. Dorfkümmerer könnten ältere Menschen oder Menschen mit Einschränkungen unterstützen, Kontakte herstellen oder auch praktisch aushelfen. Ein solches Modell könnte aus Lansbergs Sicht auch helfen, einen Seniorenbeirat auf den Weg zu bringen: „Der fehlt uns hier in Schönkirchen.“ Gerade mit Blick auf ältere Bürger brauche die Gemeinde feste Ansprechpartner und mehr Austausch.
Punkten will Lansberg auch mit einer grünen Handschrift und den Themen Wasser, Grün und Mobilität. Vor allem beim Thema Klimaanpassung gehe es ihm nicht um abstrakte Schlagworte. „Das Klima müssen wir nicht schützen, sondern die Menschen“, sagt Lansberg. Als Beispiel nennt er die Seniorenwohnanlage am Steinbergskamp. Dort gebe es keine Klimaanlagen. Er könne Verbesserungen zwar nicht einfach fordern, wolle das Thema aber aufgreifen und öffentlich machen. Konkret denkt Lansberg an mehr Schatten und bessere Schulwege. An der Bushaltestelle beim Augustental etwa gebe es aus seiner Sicht ein „Betonmonster“, an dem Kinder mit dem Fahrrad leicht verunglücken könnten. Er würde diese Stelle gern entschärfen, etwa durch ein niedriges Beet. Außerdem sollten dort Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden.
Auch Wasser in der Landschaft ist für Lansberg ein Thema. Dabei nennt er die Kiebitzbek, die in die Schwentine fließt. Dort möchte er anstoßen, Verrohrungen zurückzubauen, Fördermittel zu beantragen und mit Landwirten über Vorteile zu sprechen. Hier passe seine berufliche Erfahrung mit Fördermitteln und ländlicher Entwicklung direkt zu möglichen Schönkirchener Projekten. In Sachen Mobilität möchte Lansberg unter anderem ein Carsharing-Angebot mit Elektroautos versuchen zu etablieren. Dafür will er seine Verbindungen in andere Gemeinden und zu Entscheidern nutzen.
Wenn die AfD künftig theoretisch in der Gemeindevertretung vertreten wäre, müsse man das aus Lansbergs Sicht differenziert betrachten. „Auf kommunaler Ebene müssen wir damit rechnen, dass die AfD bei der Kommunalwahl antritt“, sagt er. Jeder Mensch, der möglicherweise in die Gemeindevertretung gewählt werde, solle zunächst respektiert werden. Vom persönlichen Kennenlernen hänge ab, wie man weiter miteinander umgehe. „Will heißen: ob es sinnvoll ist, eine kommunale Brandmauer aufzurichten oder eben nicht.“ Konstruktive Vorschläge seien so oder so jederzeit willkommen.
Privat fährt Lansberg gern Fahrrad in der näheren Umgebung. Außerdem fotografiert er Landschaften und beobachtet Wetter, Wolken und Himmel.