Polizei zieht bislang positive Zwischenbilanz
Weniger Straftaten bei der Kieler Woche
25.06.2026, 11:48 Uhr
Von:
Annika Loewe
Die Kieler Woche biegt auf die Zielgerade ein: Noch bis Sonntag, 28. Juni, verwandelt das größte Sommerfest Nordeuropas die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins in eine maritime Festmeile mit Segelsport, Konzerten und Millionen von Gästen. Wenige Tage vor dem Abschluss zieht die Polizei eine überwiegend positive Zwischenbilanz. Trotz des hohen Besucheraufkommens und bester Wetterbedingungen wurden bislang weniger Straftaten registriert als im Vorjahreszeitraum.
Die Kieler Woche verläuft aus Sicht der Polizei weiterhin überwiegend friedlich. Nach Angaben der Landespolizei wurden bis Mittwochmorgen insgesamt 143 Straftaten auf den Veranstaltungsflächen registriert. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort: Bereits im Vorjahr waren 160 Straftaten erfasst worden.
Auffällig ist allerdings ein leichter Anstieg bei den sogenannten Rohheitsdelikten, zu denen unter anderem Körperverletzungen zählen. Bislang wurden 58 entsprechende Fälle angezeigt, im Vorjahreszeitraum waren es noch 40. Die Vorfälle ereigneten sich nahezu ausschließlich in den späten Abendstunden. Die Polizei weist darauf hin, dass die Zahlen noch vorläufig sind, da Anzeigen teilweise erst nach Veranstaltungsende erstattet werden.
Auch die Zahl der Platzverweise ist rückläufig. Bislang mussten 18 Personen die Veranstaltungsflächen verlassen, im vergangenen Jahr waren es 37. Zwei stark alkoholisierte Personen wurden zum eigenen Schutz in Gewahrsam genommen. In vier weiteren Fällen organisierten die Einsatzkräfte Hilfe durch Begleitpersonen oder den Rettungsdienst.
Zwei weitere Personen wurden in Gewahrsam genommen. Einer der Betroffenen zeigte sich nach einer Straftat weiterhin aggressiv, ein anderer ignorierte einen gegen ihn ausgesprochenen Platzverweis.
Trotz des sommerlichen Wetters und eines hohen Besucheraufkommens beschreibt die Polizei die Stimmung auf der Kieler Woche als friedlich und rücksichtsvoll. Die Besucherströme hätten sich bislang gut verteilt. Deshalb musste die geplante Einbahnstraßenregelung entlang der Kiellinie bislang nicht aktiviert werden.
Lediglich am Sonntagabend war auf dem Asmus-Bremer-Platz eine Umleitung erforderlich. Nachdem die Auslastungsgrenze erreicht worden war, lenkten Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst die Besucherinnen und Besucher für etwa eine Stunde über eine Ausweichroute.
Ein besonderes Augenmerk legen die Einsatzkräfte weiterhin auf das Waffenverbot auf dem Veranstaltungsgelände. Nach dem Waffengesetz ist das Mitführen von Waffen, darunter auch Messer, auf den Veranstaltungsflächen untersagt. Im Rahmen der bisherigen Kontrollen wurden zwei Messer sichergestellt und entsprechende Strafanzeigen gefertigt. Die täglichen Kontrollen werden bis zum Ende der Kieler Woche fortgesetzt.
Nach Einschätzung der Polizei hat sich der positive Verlauf der Veranstaltung bislang bestätigt. Herausragende Einsatzlagen oder schwerwiegende Zwischenfälle seien bisher ausgeblieben.