Neues Kulturportal im Internet macht den berühmten Komponisten lebendig

Weber neu entdecken!

24.07.2026, 17:55 Uhr
der reporter Eutin/Malente

Diesen Artikel teilen
Hans-Peter Förster und Stadtarchivar Jakob Sperrle präsentieren im Eutiner Rathaus historische Weber-Schätze und das daraus entstandene Kulturportal.

Hans-Peter Förster und Stadtarchivar Jakob Sperrle präsentieren im Eutiner Rathaus historische Weber-Schätze und das daraus entstandene Kulturportal. © Graßau

Was verbindet Carl Maria von Weber mit Eutin? Eine ganze Menge. Das zeigt das neue Weber-Kulturportal, das Bürgermeister Sven Radestock, Stadtarchivar Jakob Paul Sperrle und Initiator Hans-Peter Förster jetzt im Eutiner Rathaus vorgestellt haben.

Mehr als 700 digitalisierte Archivschätze, historische Dokumente, Musik, eine Zeitreise, Quizangebote und eine virtuelle Ausstellung: Das neue Portal „carlmariavonweber.de“ macht die Geschichte des berühmten Eutiner Komponisten auf vielfältige und moderne Weise zugänglich. Bürgermeister Sven Radestock zeigte sich begeistert: „Diese Homepage ist eine unglaubliche Fundgrube. Hier finden Interessierte vielfältige Informationen zu Eutins berühmtem Stadtsohn und zu seinem Werk.“ Zugleich zeige das Projekt, „welche wertvollen Schätze aus der Vergangenheit unser Stadtarchiv beherbergt“.

Genau diese Schätze spielen auf der neuen Seite eine Hauptrolle. Stadtarchivar Jakob Paul Sperrle freut sich besonders darüber, dass mehr als 700 Archivalien digital zugänglich gemacht wurden. Das Archiv bewahrt zahlreiche Zeugnisse darüber, wie intensiv sich Eutin über Generationen mit Weber beschäftigt hat – von historischen Festprogrammen und Grafiken bis zu Dokumenten über die 1951 zu seinen Ehren gegründeten Eutiner Festspiele. „Eutin hat Weber immer hochgehalten und hat sich auch immer durch Weber hochhalten lassen“, brachte Sperrle die besondere Beziehung auf den Punkt.

Eine besondere Entdeckung ist ein originales Empfehlungsschreiben aus dem Jahr 1820. Hinrich Lichtenstein empfiehlt darin Weber für dessen Konzertreise durch Norddeutschland. „Wir haben einen ganz besonderen Schatz gefunden“, sagte Sperrle über das historische Dokument.

Für Hans-Peter Förster führte die Spurensuche zu einer weiteren überraschenden Erkenntnis: Weber soll 1820 im Eutiner Rathaussaal ein Konzert gegeben haben – ausgerechnet dort, wo das Portal nun präsentiert wurde. „Da wird es mir immer kühl am Rücken“, sagt Förster. „Er hat hier drin sein Konzert gegeben.“ Dass Förster historische Inhalte mit modernen Formen der Vermittlung verbindet, kommt nicht von ungefähr. Der seit 1983 freischaffend tätige Autor und Medienexperte blickt auf eine jahrzehntelange Tätigkeit als Fachjournalist zurück. Zu seinen Themen gehören Medien- und Textgestaltung, Kommunikations- und Pressearbeit sowie multimediale Wissensvermittlung. Darüber hinaus war er viele Jahre als Dozent tätig. Seit 2020 lebt Förster in Bad Malente-Gremsmühlen.

Inzwischen beschäftigt er sich intensiv mit dem Musiktheater und insbesondere mit dem Libretto als Textform und baut ein digitales Langzeitarchiv auf. In Eutin führte ihn dieses Interesse schließlich auf eine themenübergreifende Spurensuche nach Carl Maria von Weber. „Ich habe das einfach aus reinem Interesse, aus Motivation und Begeisterung gemacht“, sagt Förster. Das Portal ist privat initiiert und nicht kommerziell angelegt. Dabei wollte er bewusst keine weitere klassische Weber-Biografie schaffen. Vielmehr sollen historische Quellen, Musik und moderne digitale Möglichkeiten miteinander verbunden und vor allem Webers Beziehungen zu Eutin sichtbar werden.

Besucher können deshalb nicht nur lesen, sondern Weber auch hören und spielerisch entdecken. Neben bekannten Werken werden weniger bekannte Opern vorgestellt. Eine virtuelle Ausstellung führt „Von Schleswig-Holstein in die Welt“, eine digitale Rundfahrt zu Weber-Spuren durch Eutin. Und das Projekt selbst soll eines Tages Teil des Stadtarchivs werden. Zum Ende des Jubiläumsjahres möchte Förster die entstandenen digitalen Daten samt Projektdokumentation an die Stadt zur Langzeitarchivierung übergeben. Denn, so Förster, dafür sei das Stadtarchiv da: „dass auch Dinge aus der Gegenwart wieder in die Zukunft transportiert werden“.

So wird aus alten Briefen, Bildern, Musik und moderner Technik ein neuer Blick auf einen berühmten Eutiner – und auf die überraschend vielen Spuren, die Carl Maria von Weber in seiner Geburtsstadt hinterlassen hat.

Anzeige Stellenangebot Elektrotechnik

Meistgelesen

Insolvenzprüfung: Festspiele nehmen Stellung Eutin

Insolvenzprüfung: Festspiele nehmen Stellung

Die Eutiner Festspiele gGmbH hat sich in Abstimmung mit Maik Gareis, dem vom Amtsgericht Eutin...

Astrid Jabs
Neue Majestäten proklamiert Ahrensbök

Neue Majestäten proklamiert

Nach drei Festtagen hat die Ahrensböker Gill beim Heimatfest ihre neuen Majestäten proklamiert. Den Höhepunkt...

Person aus Öffentlichkeitsfahndung tot aufgefunden Eutin

Person aus Öffentlichkeitsfahndung tot aufgefunden

Der gemäß der Öffentlichkeitsfahndung vom 3. August 2026 gesuchte 32-jährige Eutiner konnte aufgefunden werden.

Lotta Schneider