Auf den Spuren einer außergewöhnlichen Frau
Vortrag in Ahrensbök: Sidonie Werner ging unbeirrbar ihren Weg
26.05.2026, 10:07 Uhr
der reporter Eutin/Malente
Als Emanzipation von Frauen noch als widernatürlich galt, stritt sie bereits für Frauenrechte. Schon damals auch bekämpfte sie den grassierenden Mädchenhandel aus Osteuropa, dem insbesondere junge Jüdinnen zum Opfer fielen. Sidonie Werner war eine jüdische Frauenrechtlerin, Sozialpolitikerin und Pädagogin aus Hamburg, die weit über die Hansestadt hinauswirkte.
„Im Dienste für andere“ heißt ein Vortrag, den die Hamburger Erwachsenenbildnerin und Diplom-Pädagogin Beate Mönkedieck in der Gedenkstätte Ahrensbök am Sonntag, 31. Mai, um 15 Uhr hält. Sie begibt sich auf Spurensuche zu einer außergewöhnlichen Frau, Sidonie Werner. Sidonie Werner war, so Mönkedieck, eine Frau, die unbeirrt ihren Weg ging. Sie kämpfte für die Selbstbestimmung der Frauen, besonders der jüdischen Frauen innerhalb der patriarchalischen Gesellschaft um die Jahrhundertwende, im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.
Zahlreiche soziale Einrichtungen verdankten ihre Existenz dieser außergewöhnlichen Frau. Sidonie Werner gründete Mädchenwohnheime für ledige jüdische Mütter und deren Kinder in Hamburg, Neu Isenburg, Altona. In Bad Segeberg, wo die Referentin Mönkedieck lange städtische Frauenbeauftrage war, hatte Sidonie Werner einen besonderen Wirkungskreis, der bis heute im öffentlichen Gedächtnis geblieben ist: Sie gründete ein Heim für bedürftige jüdische Kinder, das spätere „Sidonie-Werner-Heim“. Kurz vor der Machtübertragung an die Nationalsozialisten starb Sidonie Werner und entkam so dem Holocaust.
Interessierte sind zu diesem Vortrag in die Gedenkstätte eingeladen. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.