Pop up Church – mit Walking Act für Gottes Segen

Vor der Nikolaikirche wird der Rote Teppich ausgerollt

19.07.2026, 07:17 Uhr
Von: Lotta Schneider
der reporter Plön/Preetz

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Die Pastorinnen Yasmin Glatthor aus Preetz und Eva Rahnenführer aus Lebrade werden am 24. Juli mit Propst Erich Faehling in Plön den Roten Teppich ausrollen und laden ein, ihn zu betreten und sich Gottes Segen mit auf den Weg geben zu lassen.

Die Pastorinnen Yasmin Glatthor aus Preetz und Eva Rahnenführer aus Lebrade werden am 24. Juli mit Propst Erich Faehling in Plön den Roten Teppich ausrollen und laden ein, ihn zu betreten und sich Gottes Segen mit auf den Weg geben zu lassen. © Lotta Schneider

Wenn am Freitag, 24. Juli, zwischen 9 und 12 Uhr, auf dem Plöner Marktplatz der Rote Teppich ausgerollt wird, dann ist nicht etwa zu erwarten, das Promis à la Trump in der Kreisstadt abgestiegen sind. Vielmehr vollen die Initiatoren dies als Zeichen und Geste verstanden wissen, dass jeder sich auf dieser Welt als von Gott angenommen fühlen darf. So betrachtet sind wir alle zwischen Himmel und Erde so prominent, dass die Pastorinnen Eva Rahnenführer, Yasmin Glatthor und Propst Erich Faehling zum Walking Act symbolischer Art einladen – und am Ende des roten Läufers den Segen verteilen. So geht Pop up Church an diesem Freitagvormittag.

Es ist die Leichtigkeit des Zusammenkommens, die mit dem „Aufploppen“ Kirche auf ungewöhnliche Weise nahbar macht. Sie ist einfach da, wo Menschen zusammenkommen. So wie am Markttag vor der Nikolaikirche. Dabei wird etwas thematisiert, das so profan erscheint, aber beim Hinsehen auf die Verhältnisse in der Gesellschaft doch Diskussionswürdigkeit und unbedingtes Nachdenken nahelegt.

„Es ist eigentlich eine recht simple Botschaft“, sagt Eva Rahnenführer. So ist für ausschließlich jeden, der zufällig auftaucht, der Rote Teppich ausgerollt. Unausgesprochen werde damit verdeutlicht: „Schön, dass du da bist, so, wie du bist“. Und das durchaus in Analogie zum Einsatz des Roten Teppichs auf der politischen Bühne, so Rahnenführer. „Jeder ist wichtig und sollte sich so wahrgenommen fühlen.“ Mit oder ohne Rampenlicht. Und deshalb werde der Segen jedem auf den Weg mitgegeben, der dies möchte. Von ihr, von Pastorin Glatthor und von Propst Faehling.

Pop up Church ist auch eine Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Zudem eine kreative, die den Moment mit einem bleibenden Andenken versieht: Durch eine Fotostation. Eine Momentaufnahme, die die Erinnerung jederzeit wieder zu erwecken imstande ist. Man darf es sofort mitnehmen: „Wir drucken das Foto direkt aus“, erklärt Eva Rahnenführer, „die Leute entscheiden, wie es aussehen soll.“

Wer mag, kann sich am Kaugummiautomaten noch mit einem Segensspruch geistig versorgen und die Bedeutung gegebenenfalls beim Klönen am Stehtisch vertiefen - Pop Up Church kann zum Verweilen genau der richtige Zeitpunkt sein. Diesen fertig verpackten Automatenschatz Marke „Segen to go“ gibt’s übrigens „umsonst“: Niemand muss eine Münze ausgeben.

Warum der Rote Teppich? Zum Beispiel, weil sich dezidiert ausgrenzendes Verhalten mit Blick auf die „Das Boot ist voll“-Debatte überall immer mehr etabliert hat – weit entfernt von der christlichen Grundidee des Miteinanders, die flächendeckend dahinschmilzt. „Bei uns ist immer noch jeder willkommen“, unterstreicht Pastorin Eva Rahnenführer, „wir heißen jeden Menschen als Geschöpf Gottes willkommen – und wir stehen dafür ein. Absolut!“

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