Behörde hat Meldekette eingerichtet
Umweltministerium bestätigt Buckelwalsichtung
18.07.2026, 13:58 Uhr
Von:
Nicole Rochell
Fehmarnsches Tageblatt,
Heiligenhafener Post
Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hat jetzt bestätigt, dass sich derzeit ein Buckelwal in Schleswig-Holstein aufhält.
Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hat die Buckelwalsichtung in Schleswig-Holstein bestätigt. Die Behörde war am Freitagnachmittag von der Polizei über die Sichtung eines Buckelwals am Ausgang der Kieler Förde informiert worden und konnte diese nach einer Begutachtung vor Ort bestätigen. Vermutlich handelt es sich um dasselbe Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark sowie am Donnerstagvormittag vor der Küste Heiligenhafens beobachtet wurde.
Nach einem kurzen Aufenthalt in flacheren Gewässern bewege sich der Wal zuletzt wieder langsam in Richtung offene See, teilte das Umweltministerium in einer Pressemitteilung mit. Die Behörde bittet darin, bei Walsichtungen weiterhin großen Abstand zu halten und eine mögliche Strandung den örtlichen Behörden zu melden. Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld stelle einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und solle unbedingt vermieden werden – auch vor diesem Hintergrund sehe man derzeit von einer engeren Begleitung des Tieres ab. Um bei weiteren Sichtungen oder im Fall einer Strandung schnell reagieren zu können, habe die Behörde zudem eine Meldekette etabliert.
Die Gründe für Walsichtungen in der Ostsee seien vielfältig. Vor allem Buckelwale hätten sich nach einem Bestandstief, das auf die Einstellung der Jagd folgte, deutlich erholt, so das Umweltministerium. Dadurch steige gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass diese Tiere häufiger an Orten auftauchten, die viele Jahre nicht aufgesucht worden seien. Auch die fortschreitende Verschlechterung der Meereslebensräume durch menschliche Einflüsse könne zu häufigeren Sichtungen beitragen: Genannt werden hier vor allem Orientierungsschwierigkeiten durch die Lärmbelastung des dichten Schiffsverkehrs, gesundheitliche Beeinträchtigungen etwa infolge von Sprengungen sowie negative Einflüsse der kommerziellen Fischerei, beispielsweise durch Stell- und Geisternetze.
Grundsätzlich handle es sich um wildlebende Arten, die sich frei in ihrem Lebensraum bewegten und dies auch können müssten. Insbesondere wandernde Großwale könnten daher immer wieder in der schleswig-holsteinischen Ostsee auftauchen und sich dort für kürzere oder längere Zeiträume aufhalten. Versuche, Großwale großräumig aus bestimmten Meeresgebieten herauszuleiten, seien aus artenschutzfachlicher Sicht nur unter engen Voraussetzungen vertretbar – in der Regel treffe dies nicht auf Tiere zu, die sich, wie in diesem Fall, noch aktiv im freien Wasser bewegten.