Derbysieg geht an die Hausherren: Starke zweite Hälfte wird belohnt
TSV Gremersdorf ringt SG Göhl/Oldenburg nieder
17.08.2026, 11:35 Uhr
Von:
Lasse Lindner
Heiligenhafener Post
Am Sonnabend war Derbytime angesagt: Der TSV Gremersdorf empfing die SG Göhl/Oldenburg. Rund um die Gremersdorfer Sportanlage war kaum noch ein Parkplatz frei. Die zahlreichen Zuschauer sahen ein wirklich unterhaltsames, gutes Fußballspiel, bei dem sich die Gastgeber am Ende 3:1 (0:0) durchsetzen konnten.
Schon die erste Viertelstunde war mit Highlights gespickt: In der achten Minute krachte der Ball zum ersten Mal an die Latte des Gremersdorfer Kastens: Tim Röben-Müller hatte aus rund 20 Metern Maß genommen – nur einen Augenblick später pfiff ein weiterer Schuss von ihm nur haarscharf übers Tor.
Die Gremersdorfer bewahrten aber Ruhe und arbeiteten sich selbst ihre Chancen heraus. Nur wenige Minuten nach den ersten Offensivaktionen der SG brachte Mathias Ruske eine platzierte Flanke von der linken Seite auf Felix Severin, aber auch er scheiterte am Querbalken (12.).
Das liebe Aluminium spielte schon in der ersten Hälfte eine unerwünscht große Rolle – teilweise wirkten die Tore auf beiden Seiten wie zugenagelt. In Sachen Chancenverwertung mangelte es bei Gremersdorf und Göhl/Oldenburg gleichermaßen.
Doch nicht nur in dieser Hinsicht waren die beiden Teams auf Augenhöhe – allgemein waren die Spielanteile sehr ausgeglichen. Was die SG GO spielerisch voraus hatte, machten die Gremersdorfer mit der Qualität ihrer Chancen wieder wett.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff lag der erste Treffer dann in der Luft: Ein Gremersdorfer Schuss aus zweiter Reihe krachte – wieder einmal – an die Latte, und Severin war zur Stelle. Er pflückte den Abpraller und versenkte den Ball im Tor der SG. Großer Jubel bei den Gremersdorfern, doch er währte nur kurz. Das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits von Severin (45.).
TSV Gremersdorf gegen SG Göhl/Oldenburg: Kämpferische zweite Hälfte
Nach der Halbzeitpause erstmal das bekannte Spiel: Die Begegnung war ausgeglichen, und beide Mannschaften zeichneten sich durch starkes Kombinationsspiel auf engen Räumen aus. Trotz des Derbycharakters ließen sich weder Gremersdorfer noch die Spieler der SG GO zu harten Fouls hinreißen. Die Partie blieb von der ersten bis zur letzten Minute fair und sportlich.
Nach gut 15 Minuten entwickelte sich die erste Gremersdorfer Druckphase: Die Männer in Grün spielten sich vor dem Sechzehner eine gute Chance heraus, Severin konnte den Ball per Kopf aufs Tor bringen, aber in letzter Sekunde klärte ein Feldspieler der SG GO auf der Linie. Kapitän Jonas Kock versuchte es kurz danach mit einem Distanzschuss (61.).
Danach spielte sich die SG noch einmal in den Gremersdorfer Strafraum: Mattis Markmann hatte den Ball auf dem Fuß und brachte ihn aus rund acht Metern aufs Tor. Der schwierige Winkel und ein allzeit wacher Fabian Mandt im Tor des TSV verhinderten aber die Führung der SG (63.).
In der 66. Minute dann wieder Leder auf Alu – Lennart Petersen haute den Ball gegen den linken Pfosten. Kaum zwei Minuten später war der Bann aber gebrochen: Felix Severin bekam einen wunderschönen Steckpass gespielt, der die SG-Abwehr kalt erwischte. Von der rechten Strafraumseite nahm er Maß und schoss den Ball ins lange Eck – 1:0 TSV (68.).
Das Glück währte aber nicht lang – Tim Röben-Müller hatte aus rund 20 Metern freie Schussbahn und nutzte die Gelegenheit. Der Ball schlug unhaltbar links oben in den Winkel: Was ein Traumtor! Alles zurück auf Anfang also (70.).
Die Gremersdorfer blieben bissig, gingen weiter mit Einsatz in die Zweikämpfe. Stellvertretend für viele gute Beispiele beim TSV: Michel Rüddiger. Auf der linken Seite praktisch unermüdlich in jedem Duell, defensiv sicher, nach vorne mit wichtigen Impulsen. Bei der SG schienen die Beine etwas schwerer zu werden.
In der 81. Minute dribbelte sich Lennart Petersen bis an den Sechzehner der SG und zog ab – Keeper Rico Ott war dran, konnte den Ball aber nur noch abfälschen: 2:1 für den TSV. Wenige Momente später fand sich die SG GO noch einmal an der gegnerischen Grundlinie wieder.
Ein Einwurf mündete allerdings in einen Gremersdorfer Konter. Dustin Gabbey trieb den Ball nach vorne, schlug dann einen hohen Pass auf Petersen, der den letzten Gegenspieler stehen ließ. Vor dem Tor fackelte er nicht lange und besiegelte mit seinem Treffer den 3:1-Endstand (84.).
TSV-Trainer Christian Ippig schien nach dem Spiel zufrieden, vielleicht sogar ein wenig froh, dass nach vielen liegengelassenen Chancen gegen die FSG Saxonia die Bälle jetzt im Tor gelandet sind: „Die erste Hälfte war ausgeglichen, in der zweiten Halbzeit waren wir überlegen“, sagte er zum Endresultat.
TSV Gremersdorf gegen SG Göhl/Oldenburg: Spielzusammenfassung
- Aufstellung TSV: Mandt – Ruske, Bormann, Uhtenwoldt, Keibel – Rüddiger, Petersen, Gabbey, Schöning (77. Reise), Kock – Severin (73. Jaekel).
- Aufstellung SG: Ott – Lunau, Zedlewski, Ehrich (66. Vogelmann), Markmann, Röben-Müller, Röhrle, Linke, Doormann, Vogt (82. Lauenroth), Urich (54. Kaupisch).
- Bester Spieler: Petersen, Matchwinner mit einem Doppelpack, hartnäckig und kämpferisch gegen den Ball.
- Schiedsrichter: Rüdiger (FC Riepsdorf), ruhig und souverän.
- Tore: 1:0 (68.) Severin, 1:1 (70.) Röben-Müller, 2:1 (81.) Petersen, 3:1 (84.) Petersen.