45 Jahre Freundschaft zwischen Fehmarn und Orth an der Donau / 63-köpfige Delegation zu Gast

Tief verwurzelte Partnerschaft

24.09.2026, 20:43 Uhr
Von:
Fehmarnsches Tageblatt

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Einer der sieben Apfelbäume, die am Donnerstag als Freundschaftssymbol gepflanzt wurden. Unter anderem mit Rapslütenkönigin Kim Niemann (vorne, v.l.), Rapsblütenprinzessin Laura Loose und den Bürgermeistern Jörg Weber und Elisabeth Wagnes.

Einer der sieben Apfelbäume, die am Donnerstag als Freundschaftssymbol gepflanzt wurden. Unter anderem mit Rapslütenkönigin Kim Niemann (vorne, v.l.), Rapsblütenprinzessin Laura Loose und den Bürgermeistern Jörg Weber und Elisabeth Wagnes. © Eckhard Kretschmer

63 Gäste aus Orth an der Donau sind gestern (24. September) zum Auftakt des fünftägigen Jubiläumstreffens auf Fehmarn eingetroffen. Anlass ist das 45-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen der österreichischen Marktgemeinde und Fehmarn. Die Delegation wird angeführt von Bürgermeisterin Elisabeth Wagnes. Auch mehrere Mitglieder des Gemeinderats, Vertreter des dortigen ständigen Fehmarngremiums, der Altbürgermeister sowie 32 Musikerinnen und Musiker der Jugendkapelle gehören zu den Gästen.

Eigentlich hätten die Österreicher bereits gegen 11.30 Uhr im Feuerwehrhaus in Burg empfangen werden sollen. Der Flug nach Hamburg war zwar pünktlich angekommen, doch ein schwerer Unfall bei Lübeck sorgte auf der Weiterfahrt für Verzögerungen. Erst rund eine Stunde später als geplant erreichte der Reisebus mit den Gästen die Insel. In der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Burg warteten Bürgermeister Jörg Weber und zahlreiche Gastgeber auf die Delegation. Bei einer Stärkung mit Suppe und einem Glas Sekt wurden die Gäste ihren Gastfamilien zugeordnet.

Weber begrüßte die Gäste. Er freue sich, dass diese der Einladung zum 45. Partnerschaftsjubiläum so zahlreich gefolgt seien und nun fünf Tage gemeinsame Zeit auf Fehmarn verbringen könnten. Sein Dank galt zugleich den fehmarnschen Familien, die sich als Gastgeber zur Verfügung gestellt haben. Das vorbereitete Programm sei „toll, aber auch voll“, sagte Weber mit Blick auf die kommenden Tage. Für einen besonders persönlichen Moment sorgte Weber noch in der Fahrzeughalle. Er stimmte ein Geburtstagslied an, das die gesamte Runde für die Musikerin Hanna Happel sang. Sie feierte am Donnerstag ihren 28. Geburtstag. Bereits beim Betreten der Halle war Happel mit einem liebevoll dekorierten Ehrenplatz überrascht worden.

Bürgermeisterin Elisabeth Wagnes nutzte den Empfang im Feuerwehrhaus ebenfalls, um den Organisatoren und Helfern auf beiden Seiten zu danken. Sie hob insbesondere diejenigen hervor, die im Hintergrund die Begegnung vorbereitet und organisiert hatten. Städtepartnerschaften lebten nicht allein von offiziellen Terminen, sondern von den Menschen, die Begegnungen ermöglichten und persönliche Kontakte pflegten. Zum Auftakt wurden zahlreiche Gastgeschenke ausgetauscht. Der Künstler Didi Laf Wurm hatte ein Motiv gestaltet, das das Schloss von Orth an der Donau und die Fehmarnsundbrücke miteinander verbindet. Das Motiv wurde als münzgroße Anstecknadel den Teilnehmern des Empfanges überreicht. Die Gäste aus Österreich brachten außerdem handgefertigte Schneidbretter, Wein und Wurst mit „als ein Zeichen der Verbundenheit nach 45 Jahren gemeinsamer Geschichte“.

Viel Zeit zum Ankommen blieb nicht. Nach dem Empfang stand bereits die erste gemeinsame Aktion auf dem Programm. Hinter der Stadtbücherei warteten sieben Apfelbäume darauf, gemeinsam gepflanzt zu werden. Die Idee dazu hatten die Gäste aus Orth an der Donau mitgebracht. Sieben Spenderinnen und Spender aus der österreichischen Partnergemeinde hatten die Bäume finanziert.

Apfelbäume gepflanzt

„Ihr hattet die wunderbare Idee, uns Apfelbäume zu schenken, und zwar sieben an der Zahl“, sagte Weber. Wenn eine Freundschaft noch besser verwurzelt werden solle, liege der Gedanke an Bäume nahe. „Lasst uns gemeinsam die Bäume pflanzen, als weiteres Symbol unserer Freundschaft“, philosophierte er. Sein besonderer Dank galt den Spendern Elisabeth Wagnes, Rudolf Zörnpfenning, Johann Mayer, Walter Wambach, Andreas Wambach, Michael Kvasnicka und Didi Laf Wurm. Auch dem Bauhof dankte Weber für die Vorbereitung der Pflanzaktion. Die Bäume sollen später mit einer Plakette versehen werden. Sie soll darauf hinweisen, dass es sich um ein Geschenk der Freunde aus Orth an der Donau handelt. Damit soll die Verbindung zwischen den beiden Orten auch für Spaziergänger und Besucher des Parks sichtbar bleiben.

Seit 1981 verbinden Orth an der Donau und Fehmarn regelmäßige gegenseitige Besuche. Über die Jahrzehnte sind daraus zahlreiche persönliche Kontakte und Freundschaften entstanden. Viele der Teilnehmer kennen sich seit Jahren, andere lernen ihre Partnerstadt und deren Menschen erstmals kennen. Das Jubiläumstreffen soll diese Verbindung in den kommenden Tagen weiterführen. Noch am Donnerstagabend fand die Vernissage einer Ausstellung des Österreichers Didi Laf Wurm in der alten Schule in Petersdorf statt. Heute steht im Gasthof Meetz der offizielle Festakt auf dem Programm. Dabei soll auch eine neue Partnerschaftsurkunde unterzeichnet werden. Auch ein Besuch im Orther Hafen ist vorgesehen. Dazu noch eine gemeinsame Inselrundfahrt, ein Mittagessen an Fehmarns Südküste, und am Sonnabendabend soll, gefolgt von einem ortsansässigen DJ, die österreichische Marschkapelle bei der „Fehmarn Wiesn“ im Reitsportzentrum auftreten. Den Abschluss bildet am Sonntag um 11 Uhr ein Erntedankgottesdienst in Petersdorf. Die Jugendkapelle aus Orth an der Donau und die Fehmarnbläser werden den Gottesdienst musikalisch begleiten. Anschließend ist rund um die alte Schule Petersdorf ein gemeinsamer Ausklang geplant.

Die Gäste bleiben bis Montag auf der Insel. Dann heißt es Abschied nehmen – nach fünf Tagen, in denen aus der offiziellen Städtepartnerschaft viele persönliche Begegnungen werden sollen.

Im Austausch seit vielen Jahren: Bürgermeister Jörg Weber (l.) und Rudolph Zörnpfenning, der 1981 mit dem damaligen Bürgermeister Westfehmarns, Johannes Störtenbecker, den Grundstein für die Städtepartnerschaft legte.

Im Austausch seit vielen Jahren: Bürgermeister Jörg Weber (l.) und Rudolph Zörnpfenning, der 1981 mit dem damaligen Bürgermeister Westfehmarns, Johannes Störtenbecker, den Grundstein für die Städtepartnerschaft legte. © Eckhard Kretschmer

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