SV Fehmarn, RSV Landkirchen und JSG Fehmarn wollen Zusammenlegung prüfen
17.06.2026, 10:03 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt
Der SV Fehmarn hat etwas mehr als 1700 Mitglieder, der RSV Landkirchen und die JSG Fehmarn bringen es auf etwa jeweils 400. Also rund 2500 Insulaner, die in einem Sportverein organisiert sind. Um sich zukunftsfähig aufzustellen, ziehen die Vorstände der drei Vereine nun in Erwägung, sich unter einem Dach zusammenzuschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben sie unterzeichnet.
„Mit der Erklärung bekennen sich die Vereine nicht zu einem bereits feststehenden Zusammenschluss, sondern zu einem strukturierten Prüfprozess“, erläutert Stefan Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des SV Fehmarn. Ziel sei es, ergebnisoffen zu prüfen, „ob eine Zusammenlegung der drei Vereine sinnvoll, zukunftsfähig und im Interesse der Mitglieder sowie des Sports auf Fehmarn ist“. Am Freitag wurde die Initiative im Rahmen der Jahreshauptversammlung der JSG Fehmarn zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Die erste Reaktion der JSG-Mitglieder war nicht euphorisch, es gab aber auch keine ablehnende Haltung. Sie stehen den Bestrebungen offen gegenüber – ganz im Sinne der drei Vereinsvorstände.
Die beteiligten Vereine sehen in einer möglichen gemeinsamen Vereinsstruktur verschiedene Chancen. Dazu zählen Synergieeffekte durch eine gemeinsame Organisation, weniger Bürokratie, eine bessere Nutzung von Ressourcen wie Hallen, Plätzen, Bussen und Infrastruktur, stärkere Nachwuchsarbeit, verlässliche Trainings- und Betreuungsstrukturen sowie eine größere Sichtbarkeit gegenüber Stadt, Verbänden, Förderinstitutionen und Sponsoren. „Gleichzeitig soll ausdrücklich geprüft werden, wie Vereins- und Orts- identitäten gewahrt und Mitglieder transparent beteiligt werden können“, versichern die Vorstände.
Der Prüfprozess soll schrittweise erfolgen. Vorgesehen sind unter anderem eine Bestandsaufnahme der Mitglieder, Sparten, Sportstätten, Verträge, Chancen und Risiken, die Entwicklung eines möglichen Zielbildes und Organisationsmodells, finanzielle und rechtliche Klärungen, ein sportliches Gesamtkonzept sowie Fragen zu Name, Leitbild, Außenauftritt und künftiger Mitgliederbeteiligung.
Offene und transparente Kommunikation
Da die Vereine sämtliche Mitglieder, Eltern, Trainer, Funktionäre und sportinteressierte Insulaner aktiv in den Entscheidungsprozess einbinden wollen, ist ihnen an einer frühen, offenen und transparenten Kommunikation gelegen. Ab sofort ist deshalb eine Umfrage freigeschaltet. Darin wird die Meinung zur Überprüfung eines möglichen Vereinszusammenschlusses abgefragt. Angesprochen sind Vereinsmitglieder, Eltern, Aktive, Ehrenamtliche sowie alle Sportinteressierten auf Fehmarn. Nach Angaben von Stefan Schäfer umfasst die Umfrage 20 Fragen, für deren Beantwortung etwa fünf Minuten benötigt werden. Die Teilnahme ist anonym.
Ralph Schwennen und Stefan Schäfer vom SV Fehmarn, Sven Navers und Florian Stolte vom RSV Landkirchen sowie Sebastian Wagener und Oliver Mess von der JSG Fehmarn betonen im Einklang: „Die Prüfung erfolgt offen, fair und ohne Vorfestlegung. Ziel ist es, gemeinsam und transparent zu klären, ob eine neue gemeinsame Vereinsstruktur für den Sport auf Fehmarn langfristig der richtige Weg sein kann.“
Über eine mögliche Zusammenlegung zu einem Verein entscheiden am Ende die Mitgliederversammlungen der beteiligten Vereine.