Zahlreiche Einsätze für die DLRG-Wachgänger
Südstrand Fehmarn: Feuerquallen voraus
14.07.2026, 12:06 Uhr
Von:
Lasse Lindner
Fehmarnsches Tageblatt,
Strandzeitung
Am vergangenen Wochenende war ein großer Quallenschwarm an der Südküste der Insel Fehmarn unterwegs. Das kommt häufiger vor, meistens sind es harmlose Ohrenquallen – dieses Mal allerdings nicht.
Es gibt eine bestimmte Sorte Besucher, mit denen kein Badegast gerne in Berührung kommt – die Rede ist von Feuerquallen. Hin und wieder schauen sie an den Küsten der Insel vorbei, und auch dieses Wochenende waren sie wieder da. Dieses Mal allerdings in Scharen. Bereits am Freitag sorgte Wind aus Nordwesten dafür, dass sie durch die Strömung an den Südstrand getrieben wurden.
Für die DLRG-Hauptwache in Burgtiefe bedeutete das Dauereinsatz. Insgesamt 80 Patienten mit Quallenstichen behandelten die Wachgänger der DLRG. So schnell der Spuk aber kam, war er auch wieder vorbei. Am Sonnabend drehte der Wind, sodass es weitgehend ruhig blieb im Hinblick auf Quallen-Notfälle.
Versorgungsstation in Garage der Hauptwache
Der spannendste Tag für die DLRG war dann aber der Sonntag: Wachgänger Markus Berger berichtete von 273 Patienten, die die Hauptwache über den Tag hinweg versorgen musste. Kurzerhand wurde eine kleine Versorgungsstation in der Garage eingerichtet, wo die betroffenen Badegäste versorgt werden konnten.
Als Gegenmittel für die Nesseln der Feuerqualle setzten die DLRG-Rettungsschwimmer ein bekanntes Hausmittel ein – mit Rasierschaum wurden die Stiche bekämpft. Der Schaum umschließt und bindet die Nesseln. Nach kurzer Einwirkzeit wurde der Schaum samt Nesseln von der betroffenen Stelle mit einem Holzschaber entfernt. Das verspricht in den allermeisten Fällen sofortige Linderung.
Generell ist Rasierschaum die einfachste und effektivste Methode, um die Stiche der Feuerqualle zu neutralisieren. Auch das Abreiben der Stelle mit Sand kann helfen, oder aber eine schwache Essiglösung. Abgeraten wird allgemein von Abwaschen mit Süßwasser oder Alkohol, da sich die in der Haut befindlichen Nesselkapseln öffnen und die Schmerzen verschlimmert werden.
DLRG: Kein Anlass zur Sorge
Berger und die Belegschaft der Hauptwache haben aber Ruhe bewahrt und tun es auch weiterhin. Die Behandlung der Badegäste verlief problemlos, viele von ihnen, so berichtet er, hätten sich danach wieder ins kühle Nass gestürzt. „Sowas ist nicht außergewöhnlich“, sagte Markus Berger, angesprochen auf die Größe des Quallenschwarms. Die Stiche der Feuerqualle seien zwar unangenehm, aber nicht gefährlich.
Also, kein Anlass zur Sorge, weder für Badegäste noch für die DLRG. Eines ist zumindest sicher: So schnell sie kommen, verschwinden sie auch wieder. Am Montag schon hatte der Wind gedreht und die Tiere waren wieder von der Südküste der Insel verschwunden. Mal schauen, welcher Strand als Nächstes die Qualleninvasion meldet. Falls es Fehmarn mal wieder erwischt, sind es hoffentlich nur noch Ohrenquallen.