Stegsperrung bremst Eutiner Seerundfahrt aus

28.07.2026, 05:38 Uhr
Von: Volker Graap
der reporter Eutin/Malente

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Darüber ärgert sich der Eutiner Reeder Markus Frick: Seit Kurzem ist der Redderkrug-Anleger gesperrt.

Darüber ärgert sich der Eutiner Reeder Markus Frick: Seit Kurzem ist der Redderkrug-Anleger gesperrt. © Volker Graap

Für die Eutiner Seerundfahrt sind die Rahmenbedingungen für die aktuelle Saison schwierig. Preissteigerungen, allgemeine Kaufzurückhaltung und dann die Absage der Eutiner Festspiele – gerade das Aus der Sommeroper setzt Reeder Markus Frick heftig zu. „Es sind weniger Besucher in der Stadt, und auch die Sonderfahrten, die ich sonst rund um die Festspiele anbieten konnte, sind vollständig weggefallen“, beschreibt er die Situation.

Umso größer war der Ärger natürlich, als plötzlich eine weitere Hiobsbotschaft eintrifft. Der Anleger Redderkrug am Großen Eutiner See wurde gesperrt – der Steg fällt für die komplette Saison aus. Zukunft? Unklar!

„Ich hätte mich gefreut, wenn mich die Verwaltung informiert und das Gespräch gesucht hätte. So hätten wir vielleicht gemeinsam Lösungen gefunden“, betont Frick, der sich vor vollendete Tatsachen gestellt sieht und zumindest Fingerspitzengefühl vermisst. „Mit überschaubarem Aufwand hätte man unseren zweitwichtigsten Anleger sicher über die Saison bekommen.“ Der Redderkrug liegt am östlichen Ende des Sees und damit auf halber Strecke. „Manche nutzen den Steg, um hier auszusteigen und fünf Kilometer um den See zu wandern oder nach einer Wanderung mit dem Schiff zurückzufahren. Hinzu kommt, dass auch Anwohner die MS Freischütz teilweise als Linienverkehr nutzen“, erläutert Frick.

Leider seien insbesondere die Anleger Redderkrug und an der Schwimmhalle, die der Stadt gehören und von ihr unterhalten werden, in die Jahre gekommen. „Es gibt einen Sanierungsstau, und da wird dann auch die Substanz in Mitleidenschaft gezogen“, meint Frick. Er berichte der Stadt regelmäßig über den Zustand der Anleger. Nach seiner letzten Meldung sei dann die Sperrung erfolgt. „Aber wenn man so was macht, dann kommuniziert man das doch!“, betont der Reeder.

Und was sagt die Stadt Eutin dazu? „Die Sperrung besteht bereits seit Ende letzten Jahres und sollte insofern auch weitreichend bekannt sein. Der Zustand des Stegs wurde seit geraumer Zeit thematisiert und die Planung für eine Sanierung beauftragt. Im Februar wurde in öffentlicher Sitzung beschlossen, die Planung aufgrund der Kostenentwicklung vorerst auszusetzen und nach alternativen Lösungsmöglichkeiten zu suchen.“ Ein Statiker habe festgestellt, dass tragende Bauteile verrottet seien, sodass die Standsicherheit nur eingeschränkt gegeben sei. „Eine einfache Instandsetzung ist aufgrund der umfangreichen Mängel nicht wirtschaftlich darstellbar.“

Die Baukosten für einen Ersatzneubau werden auf rund 270.000 Euro geschätzt. „Wir sind hier mit dem Betreiber der Seenfahrt im Gespräch und auf der Suche nach einer Lösung“, so die Sicht der Verwaltung. Immerhin wurden im Zuge der Tribünen-Bauarbeiten vor zwei Jahren zwei Stahlpfosten als Vorabmaßnahme für die Erneuerung in den See gerammt – mehr ist seitdem nicht passiert. Zurzeit suche man kostengünstige Alternativen, teilt die Stadt mit.

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