Bürgermeister Weber begrüßt verbesserte Kommunikation mit dem Land
Staatssekretär Sönke Schulz startet Sommertour bei der Hauptwache Fehmarn
14.07.2026, 17:50 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt,
Heiligenhafener Post
Auf seiner fünftägigen Sommertour durchs Land führte Innenstaatssekretär Sönke Schulz (CDU) der erste Termin nach Fehmarn, wo er die Hauptamtliche Wachabteilung (HAWA) der Feuerwehr in Puttgarden besuchte. Gesprächspartner waren Bürgermeister Jörg Weber (SPD) und der stellvertretende Leiter der Hauptwache, Holger Bade. In den Fokus gerückt hat Schulz bei seiner Bereisung den Bevölkerungs- und Zivilschutz.
Er wolle sich vor Ort intensiv mit den haupt- und ehrenamtlichen Akteuren austauschen und erfahren, „wo der Schuh drückt“. Die Sicherheit im Land zu verbessern, gelinge nur im Zusammenspiel mit vielen Akteuren, ist Schulz überzeugt. Der Staatssekretär, erst seit November 2025 im Amt, verwies auf die Anstrengungen des Landes, den Bevölkerungsschutz kontinuierlich auszubauen. Doch das benötige auch eine gewisse Zeit, warb er um Verständnis. Man könne nicht von heute auf morgen etwas aufbauen, „was 20 Jahre liegengelassen wurde“. Zu den Investitionen des Landes in die Sicherheit zählt Schulz den beschlossenen Ausbau der Landesfeuerwehrschule in Harrislee sowie deren Erweiterung mit einem zweiten Standort in Rendsburg.
Hauptwache landesweit etwas ganz Neues
Landesweit etwas ganz Neues aufgebaut wird in Puttgarden: die HAWA, die im Oktober 2024 ihren Betrieb aufgenommen hat und später einmal den Brandschutz im deutschen Teil des Fehmarnbelttunnels sicherstellen soll. Bereits jetzt fällt die Tunnelbaustelle in ihren Zuständigkeitsbereich. Zusätzlich unterstützt die HAWA die ehrenamtlichen Ortswehren auf Fehmarn, vornehmlich bei größeren und komplexen Einsätzen. „Das funktioniert mittlerweile ausgesprochen gut, zuletzt beim Brand eines Mähdreschers“, so Weber (wir berichteten). Die gute Zusammenarbeit gelte auch für die Gemeindewehrführung und die jeweiligen Ortswehrführer, schob Bade hinterher.
Bade: Sind in derselben Richtung unterwegs
Man hat zueinandergefunden. Das war bekanntlich nicht immer so. Und auch das Land, das die HAWA zu finanzieren hat, und die Stadt Fehmarn scheinen nach anfänglichen atmosphärischen Störungen wieder auf Kurs zu sein. Beide Seiten hätten ihre Sichtweise auf das Projekt, „doch wir sind in derselben Richtung unterwegs“, beschrieb Holger Bade den Weg in die Zukunft.
Die Diskrepanzen, die es bei bei Abrechnung und Finanzierung gab, sind weitgehend ausgeräumt. „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg“, stellte Jörg Weber fest. Mittlerweile kann offenbar sogar von gegenseitigem Vertrauen gesprochen werden, denn Staatssekretär Schulz stellte in Aussicht, die Abrechnung auf Pauschalbeträge umzustellen. Ein Stück Bürokratieabbau für beide Seiten, so Schulz.
Ausbildung in der Schweiz zieht sich über vier Jahre
Bis die HAWA mit ihren 42 Einsatzkräften und der Leitung voll einsatzfähig ist, dauert es nach Angaben von Holger Bade noch vier Jahre, denn die Lehrgangsplätze für die Tunnelbrandbekämpfung sind rar gesät und werden in Europa aktuell nur in der Schweiz von der IFA (International Fire Academy) angeboten. „In diesem Jahr wird die Ausbildung aufgenommen“, berichtet der stellvertretende HAWA-Leiter.
Da selbst die dänische Seite mittlerweile von einem Verzug bei der Tunneleröffnung von zwei Jahren spricht und eine Fertigstellung frühestens 2031 sieht, sind die angesetzten vier Jahre für die Ausbildung bei der Tunnelbrandbekämpfung ausreichend.
Weiter im Gespräch bleiben mit dem Innenministerium will die Stadt Fehmarn in Bezug auf die Sicherstellung des Brandschutzes im Fehmarnsundtunnel. Das Bauwerk befindet sich noch in der Planungsphase. Hier und auch beim zukünftigen Arbeitshafen auf der Festlandseite sieht das Land die Zuständigkeit bei der Stadt Fehmarn (wir berichteten). Diesbezüglich dürfte es noch zahlreiche Gesprächsrunden geben, die den knapp bemessenen Zeitrahmen einer Sommertour bei Weitem sprengen würde.
Innenstaatssekretär Sönke Schulz sagt jedenfalls von sich, dass er als ehemaliger Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinschen Landkreistages ein „kommunales Herz“ habe.