Binchen-Kino zeigt vier Spielfilme anlässlich der „Eutiner Hitchcock-Days“:
Spätwerke einer Regie-Legende
04.09.2026, 10:48 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Eutin/Malente
Es müssen nicht immer die allseits bekannten großen Meisterwerke sein, die im Rahmen von Hitchcock-Retrospektiven über die Leinwand flimmern. Die „Eutiner Hitchcock-Days“ stellen in diesem Jahr das Spätwerk des Regisseurs in den Mittelpunkt des cineastischen Teils der Veranstaltungsreihe. Diese vier Spielfilme sind zwischen 1966 und 1976 entstanden – zwei Spionagethriller, ein Psychothriller und eine Krimikomödie. Und alle sind jeweils um 20 Uhr im Binchen-Kino, Albert-Mahlstedt-Straße 2, in der deutschen Synchronfassung zu sehen.
Den Anfang macht am kommenden Donnerstag, 10. September, mit „Frenzy“ (GB 1972) der erfolgreichste Film dieser Ära. Wie in so vielen von Hitchcocks Filmen wird der Protagonist in diesem rabenschwarzen Spätwerk fälschlicherweise des Mordes bezichtigt: In London geht die Angst vor einem sadistischen Frauenmörder um. Der perverse Serienkiller vergewaltigt seine Opfer und erdrosselt sie mit seiner Krawatte. Als Heiratsvermittlerin Brenda getötet wird, gerät ihr jähzorniger Ex-Mann Richard Blaney unter Verdacht. Der wahre Schurke aber ist ein Freund – ausgerechnet ihn bittet er um Hilfe ... Nach einer für Hitchcock schwierigen Phase in seiner Karriere markiert „Frenzy“ die Rückkehr des Meisterregisseurs – „Alfred the Great“, Titelte die Presse.
Star-besetzt: „Der zerrissene Vorhang“
Am Dienstag, 15. September, läuft mit „Der zerrissene Vorhang“ (USA 1966) ein Spionagethriller in Starbesetzung: Der amerikanische Kernphysiker Michael Armstrong (Paul Newman) gibt vor, in die DDR überzulaufen, um eine geheime Raketenformel auszuspionieren. Er setzt sich nach Ost-Berlin ab – und seine Verlobte Sarah (Julie Andrews) folgt ihm ahnungslos ... Eine Reihe deutscher Schauspieler wirken in diesem Streifen mit – darunter Wolfgang Kieling, Günter Strack und Hansjörg Felmy.
Alfred Hitchcocks letzter Film: „Familiengrab“
Mit Karin Dor hat Hitchcock einen deutschen Star auch für seinen nachfolgenden Film „Topas“ (USA 1969) verpflichtet. Der Spionagefilm rund um auf Kuba stationierte russische Atomraketen und einen Verräter in der NATO ist am 22. September im Binchen-Kino zu sehen. Zuvor – am Mittwoch, 16. September – steht noch die Aufführung von „Familiengrab“ (USA 1976) auf dem Programm. Hitchcocks letzter Spielfilm glänzt mit Humor, Action und zweier parallellaufender Geschichten, die sich dramatisch kreuzen.
Karten zum Preis von 6 Euro (ermäßigt 4 Euro) gibt es direkt an der Abendkasse. Reservierungen werden per E-Mail an vograap@web.de entgegengenommen.