Neue Meeresschutzgebiete treten in Kraft – Infotafel in Hohwacht aufgestellt

„So viel Ostseeschutz wie noch nie“

24.05.2026, 11:13 Uhr
der reporter Plön/Preetz, der reporter Eutin/Malente, Heiligenhafener Post

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Ein Riff in der Ostsee: Das Meer soll besser geschützt werden.

Ein Riff in der Ostsee: Das Meer soll besser geschützt werden. © Uli Kunz/Submaris

Ab sofort gibt es drei neue Meeresschutzgebiete in der Ostsee. „Damit schützen wir so viel Fläche der schleswig-holsteinischen Ostsee, wie noch nie, und setzen auch international Maßstäbe“, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt am Montag bei der Einweihung einer der ersten Infotafel an der Hohwachter Bucht.

Im Naturschutzgebiet „Ostseefläche südliche Hohwachter Bucht“ – zwischen Behrensdorf und Sehlendorfer Strand – befinden sich besonders wertvolle Meeresbodenhabitate wie Riffe, Seegraswiesen und Großalgen. Durch die besondere Lage innerhalb der flachen Hohwachter Bucht ist das Gebiet mit starkem Lichteinfall und einer hohen biologischen Produktivität ganzjährig ein wichtiger Ort für See- und Küstenvögel wie beispielsweise den Seetaucher, die hier rasten, überwintern und Nahrung finden. Eine besondere Bedeutung hat das Gebiet durch die Nähe zu den Strandseen im Süden der Hohwachter Bucht, die als Überwinterungsgebiet und Brutplatz genutzt werden.

Die beiden weiteren Schutzgebiete befinden sich in der Geltinger Bucht und westlich vor Fehmarn. Mit dem Aktionsplan Ostseeschutz sollen bis 2030 genau 12,5 Prozent der Ostsee unter strengen Schutz gestellt werden. Aktuell ist nun schon für 7,56 Prozent der Fläche ein strengerer Schutz erreicht. Minister Goldschmidt betonte auf der feierlichen Einweihung: „Wir Menschen sind Teil der Natur und leben von ihr. Dass wir dabei oft auch Schaden anrichten, sehen wir in unserer Ostsee deutlich. Mit den neuen Meeresschutzgebieten bekommen Fische und Schweinswale, Seegraswiesen und Seevögel wichtige Ruheoasen. Hier können Pflanzen und Tiere buchstäblich aufatmen.“

In den Schutzgebieten dürfen Pflanzen, Tiere und Lebensräume nicht mehr zerstört, entnommen oder gestört werden. Daher sind Fischerei, Jagd, Rohstoffabbau, Bauvorhaben oder andere Veränderungen der Gewässer und des Meeresbodens untersagt. Ziel ist es, die Gebiete als ungestörte Rückzugsräume zu schützen und menschliche Einflüsse zu minimieren.

Weiterhin erlaubt sind schwimmen, baden, tauchen und der Fischfang zu Fuß vom Ufer oder im Wasser watend mit der Handangel. Auch staatliche Aufgaben wie Gefahrenabwehr bleiben möglich. Militärische Nutzung, Katastrophenschutz, Schifffahrt, Küstenschutz, Monitoring und bestimmte Nutzungen sind weiterhin zulässig.

Goldschmidt sagte, dass „auch wir Menschen von gesunden Meeren profitieren: Intakte Ökosysteme speichern CO2, gleichen Wetterextreme aus und liefern wertvolle Nahrungsmittel. Die Schutzgebiete sind also auch eine wichtige Investition in unsere Zukunft.“

Der strengere Ostseeschutz gilt für das Gebiet zwischen Behrensdorf und Sehlendorfer Strand in der Hohwachter Bucht.

Der strengere Ostseeschutz gilt für das Gebiet zwischen Behrensdorf und Sehlendorfer Strand in der Hohwachter Bucht. © LfU/MEKUN

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