Seenotretter feiern Jubiläum auf Fehmarn: 40 Jahre Freiwilligenstation Burgstaaken
06.07.2026, 08:36 Uhr
Fehmarnsches Tageblatt
Open Ship auf dem Seenotrettungskreuzer „Bremen“. Etliche Besucher des Aktionstages machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. © Gamon
Jubiläum in Burgstaaken: Mit Vorführungen, Open Ship und zahlreichen Gästen feierten die Seenotretter das 40-jährige Bestehen ihrer Freiwilligenstation auf Fehmarn.
Fehmarn – Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ihre Freiwilligenstation auf Fehmarn wiedereröffnet. Diesen Jahrestag der bereits vor 129 Jahren gegründeten Station begingen die Seenotretter gestern mit einem Aktionstag mit buntem Rahmenprogramm.
Zahlreiche Fehmaraner und Urlaubsgäste bekamen nicht nur einen Einblick in die Arbeit der Seenotretter, konnten Übungsmaßnahmen und Vorführungen hautnah verfolgen und sich im Rahmen von Open Ship einen Einblick in den Bordalltag, die maritime Technik und die Aufgaben an Bord der Boote verschaffen.
Viel los war gestern beim Aktionstag der DGzRS an den verschiedenen Stationen in Burgstaaken. Vorne das Seenotrettungsboot „Romy Frank“. © Gamon
Sie erfuhren auch viel über die Doppelstation Fehmarn, bestehend aus den beiden Standorten Burgstaaken und Puttgarden, und die derzeit 28 Ehrenamtlichen, die stolz auf ihre beiden Seenotrettungsboote „Romy Frank“ und „Helene“ sind. Auch der in Großenbrode stationierte Seenotrettungskreuzer „Bremen“ konnte gestern besichtigt werden. Am Aktionstag nahmen auch die Feuerwehr Burg und die DLRG-Ortsgruppe Fehmarn teil.
Zum 40-jährigen Jubiläum fanden sich zahlreiche Gratulanten ein, um den besonderen Anlass zu würdigen. Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber gratulierte den ehrenamtlichen Kräften der DGzRS und dankte ihnen besonders dafür, dass sie Tag und Nacht für die Sicherheit der Menschen im Einsatz sind – und im Ernstfall Rettungsmaßnahmen einleiten, die alles andere als ungefährlich sind.
„Die See birgt große Gefahren, ihr Dienst und ihr Einsatz gilt unser großer Respekt“, sagte Weber. Er wünschte der Mannschaft alles Gute und hofft, dass sie nach jedem Einsatz sicher zu ihren Familien zurückkehren.
Der Vormann der Fehmarner Mannschaft, Arne Fröse, richtete klare Worte an seine Kräfte: „Ohne euch würde das nicht funktionieren.“
Auch Lars Carstensen, einer der stellvertretenden Vorsitzer der DGzRS und erst kürzlich für weitere vier Jahre wiedergewählt (das FT berichtete ausführlich), gratulierte zum Jubiläum. In seiner Rede blickte er auf die Geschichte und Entwicklung der DGzRS zurück und ging besonders auf die Gründung der Station Fehmarn ein.
Lars Carstensen (r.) überreichte ein Geschenk an den Vormann der Station Fehmarn, Arne Fröse. © Gamon
Vorführungen und buntes Programm
Nach einem Auftritt des Shantychors Heiligenhafen („Die schrägen Deerns“) folgten die geplanten Übungsvorführungen – mit Beteiligung der DLRG-Ortsgruppe Fehmarn, der Feuerwehr Burg und der DGzRS.
Gezeigt wurde unter anderem die Rettung eines Foilsurfers aus dem kalten Wasser; er wurde gerettet und anschließend von der Feuerwehr Burg übernommen.
Die Gäste konnten zudem ausgestellte Miniaturboote bewundern und Rettungsgerätschaften aus nächster Nähe betrachten.
Dabei wurde auch über die Finanzierung der DGzRS informiert: Die Organisation finanziert sich ausschließlich über Zuwendungen und Spenden – staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Deshalb wirbt die DGzRS gezielt um Fördermitglieder, die die Arbeit finanziell unterstützen.
Wer sich am Sonntag spontan zur Fördermitgliedschaft entschied, wurde zum Dank am Ende des Veranstaltungstages zu einer Ausfahrt mit dem Seenotrettungskreuzer eingeladen – eine spannende Gelegenheit, einmal auf hoher See mitzufahren, ohne selbst in Seenot zu geraten.
Die Seenotretter auf Fehmarn suchen weiterhin ehrenamtliche Kräfte, die in ihrer Freizeit mitwirken möchten.
400 Euro spendete die Sparkasse Holstein, vertreten durch Filialleiterin Sina Lehmbeck (l.), an die DGzRS. © Gamon
Spenden für die gute Sache
Im Laufe des Tages wurden der DGzRS zwei Spendenschecks überreicht: Die Sparkasse Holstein spendete 400 Euro.
Crisia von Zitzewitz und Karin Kleingarn, Autorinnen des Buches „Katharinenhof – An der Ostküste der Insel Fehmarn“, übergaben einen symbolischen Scheck über 500 Euro. Von jedem verkauften Buch fließen zwei Euro an die DGzRS.
Auch Chrisia von Zitzewitz (2.v.r.) undmKarin Kleingarn (r.) waren nicht mit leren Händen zum Aktionstag nach Burgstaaken gekommen. Sie überreichten an Lars Carstensen (l.) einen Scheck über 500 Euro.Die Summe stammt aus demnVerkauf ihres Buches über Katharinenhof. Jeweils zwei Euro pro verkauftem Buch gehen an die Seenotretter. Auf dem Foto ist auch Nikolaus von Zitzewitz, der seine Mutter begleitete. © Gamon