Schönkirchen: Bürgermeisterwahl geht in die Verlängerung
08.09.2026, 16:58 Uhr
Von:
Markus Münch
PROBSTEER
Die Entscheidung ist vertagt: Bei der Bürgermeisterwahl in Schönkirchen am 30. August hat keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. Dennis Inselmann (SPD) lag mit 43,8 Prozent vorn.
Stefan Lansberg (Grüne) kam auf 30,2 Prozent, Andreas Klaus (CDU) auf 26 Prozent. Damit treten Inselmann und Lansberg am Sonntag, 13. September, in der Stichwahl gegeneinander an. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,1 Prozent. Detaillierte Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken stehen unter www.wahlen-sh.de/bgmwahl_2026_schoenkirchen/.
Mehr Bürger wollen mitreden
77,8 Prozent Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, 49,1 Prozent bei der Bürgermeisterwahl in Schönkirchen. Zwei sehr unterschiedliche Wahlen, gewiss. Bei demokratischen Entscheidungen sollte man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Dennoch fällt der Gegensatz auf. Während große politische Richtungsentscheidungen die Menschen offenbar stärker mobilisieren, fliegt Kommunalpolitik oft unter dem Radar.
Doch es lohnt, etwas genauer hinzusehen. Bei der Bürgermeisterwahl in Schönkirchen wollten diesmal mehr Bürger mitreden als noch vor vier Jahren. Beim ersten Wahlgang 2022 gingen nach Angaben des Amts Schrevenborn 42 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne. Diesmal waren es 49,1 Prozent. Das ist zwar kein Beweis für ein grundsätzlich gestiegenes politisches Interesse, aber ein messbarer Unterschied.
Ob der Dauerärger um Heucks Gasthof und der im Wahlkampf vielfach geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung tatsächlich zusätzliche Wähler an die Urnen gebracht haben, lässt sich aus dem Ergebnis allein nicht ablesen. Doch Vieles spricht dafür, dass die Schönkirchener vom nächsten Bürgermeister einen anderen Kurs erwarten. Fest steht: Ein Bürgermeister verwaltet nicht nur. Er bereitet Beschlüsse vor, setzt sie um und darf an vielen Stellschrauben drehen, die den Alltag vor Ort unmittelbar berühren. Die Stichwahl wird zeigen, ob sich erneut so viele Schönkirchener beteiligen. Sie gibt allen Bürgern eine zweite Gelegenheit, diese Entscheidung nicht anderen zu überlassen. Das ist Demokratie.