Schnieder sendet Signale aus Berlin

24.06.2026, 10:09 Uhr
Von: Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt

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Besuch auf der deutschen Tunnelbaustelle (v.r.): Mikkel Hemmingsen, Claus Ruhe Madsen, Patrick Schnieder, Signe Munk, Bettina Hagedorn, Lars Friis Cornett (Femarn A/S) und Bürgermeister Jörg Weber.

Besuch auf der deutschen Tunnelbaustelle (v.r.): Mikkel Hemmingsen, Claus Ruhe Madsen, Patrick Schnieder, Signe Munk, Bettina Hagedorn, Lars Friis Cornett (Femarn A/S) und Bürgermeister Jörg Weber. © Andreas Höppner

Nach dem Baustart der Festen Fehmarnbeltquerung vor fünf Jahren war mit Patrick Schnieder (CDU) am Montag zum ersten Mal ein Bundesverkehrsminister vor Ort, um sich von der größten Baustelle Nordeuropas selbst ein Bild zu machen. „Der Besuch soll signalisieren, dass wir das Projekt umsetzen wollen“, sagte der Minister in einem kurzen Statement.

Schnieder hatte einen straffen Zeitplan. Erst ein Kurzbesuch in Burg, wo er in der Burg-Klause unter anderem mit Bürgermeister Jörg Weber, Regionalmanagerin Daniela Borgstädt und Landrat Timo Gaarz zusammentraf, wenig später eine Stippvisite auf der Deges-Baustelle am Anschluss Puttgarden, wo er zum ersten Mal auf seine dänische Ministerkollegin Signe Munk traf, die erst seit drei Wochen im Amt ist. Vor Ort war auch Landesverkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). Sie ließen sich durch Deges-Projektleiter Dr. Benedikt Zierke in die Materie des Ausbaus der B 207 einweisen.

Wenige Minuten danach der nächste Ortswechsel. Es ging zur deutschen Tunnelbaustelle, wo Mikkel Hemmingsen, CEO der Sund & Bælt Holding, die Regie übernahm und den Fortgang der Bauarbeiten erläuterte. Rund 90 Prozent der rund 600 Meter langen Tunneleinfahrt sind bereits fertiggestellt. Anschließend ging es mit dem Kleinbus zum Übersetzen auf die Fähre. Ziel: die Tunnelelementefabrik. Auch hier ein Schnelldurchgang durch eine riesige Fertigungshalle für Tunnel-

elemente. Letzte Station war schließlich der Arbeitshafen, wo das bereits aufgeschwommene zweite Tunnelelement von den Spezialpontons Ivy 1 und Ivy 2 gehalten wurde. In Kürze soll es abgesenkt und an das erste Element angedockt werden.

Insgsamt war es ein straff organisiertes rund fünfstündiges Programm, das die Minister, zahlreiche Vertreter der Vorhabenträger sowie mehrere Politiker zu absolvieren hatten. Darunter die Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Sebastian Schmidt (CDU) sowie der Landtagsabgeordnete Peer Knöfler (CDU). Auch bei ihnen hieß es Flagge zeigen, mit ihrer Anwesenheit die Region während der Bauphase bei ihren Sorgen und Nöten zu unterstützen.

Bürgermeister Jörg Weber zeigte sich auf jeden Fall erfreut, dass zum ersten Mal ein Bundesverkehrsminister nach Fehmarn gekommen ist – „der erste in meiner Amtszeit“, so Weber. Also seit etwas mehr als elf Jahren. Dennoch, „ein schönes Signal“. Positiv, so Weber, sei auch, dass das Ministerium zugesagt habe, mit Vertretern auch mal am Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung teilzunehmen. Das war bislang noch nicht der Fall.

Der Besuch von Patrick Schnieder „ist für unseren Kreis ein wichtiges Signal“, meinte auch Landrat Timo Gaarz. „Ich begrüße ausdrücklich, dass sich der Minister persönlich vor Ort ein Bild von den vielfältigen Herausforderungen gemacht hat.“ Die zukünftige Baulast der Fehmarnsundbrücke sei auch angesprochen worden, so Weber gegenüber dem FT. Doch er habe aus der Antwort des Ministers herausgehört, dass der Bund die Verantwortung nicht übernehmen wolle, vielmehr das Land in der Verantwortung sehe. Der Kreis und die Kommunen könnten das auf gar keinen Fall leisten, sagte Weber.

Neuer Zeitplan nicht vor Herbst

Wer gestern allerdings erwartet hatte, dass die deutsche sowie die dänische Seite etwas Konkretes zu den Zeitverzögerungen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts sagten und schon einen neuen Zeitplan aus der Tasche holten, der wurde enttäuscht. Patrick Schnieder wie auch seine Amtskollegin Signe Munk sprachen von kommendem Herbst, in dem eine neue Zeitschiene bis zur Tunnelfertigstellung fixiert werden könnte.

Stichwort Herbst: Mikkel Hemmingsen hofft, dass bis dahin fünf Standard- und ein Spezialelement auf der dänischen Seite abgesenkt sind. Im Anschluss soll dann auf deutscher Seite das erste Tunnelelement abgesenkt werden. Bezüglich des Zeitplans zur Fertigstellung des Tunnels hat Hemmingsen laut Jörg Weber bestätigt, dass zunächst der Straßenteil des Tunnels fertiggestellt werden soll – bis 2032. Anschließend geht es mit der Schiene weiter. Das heißt, so Weber, „dass Fehmarn wohl mindestens noch weitere acht Jahre ohne Schienenanbindung auskommen muss“.

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