„Ein guter Käse braucht Zeit“
Schleswig-Holsteiner Käsereien produzieren höchste Qualität
13.09.2026, 10:28 Uhr
Von:
Christian Burgdorf
der reporter Eutin/Malente
Wie vielfältig Käse aus Schleswig-Holstein ist, wurde bei der alljährlich stattfindenden Käseprüfung im Lehr- und Versuchszentrum für Milchwirtschaft (LVZM) in Malente festgestellt. Dieses Mal nahmen acht erfahrene Prüferinnen und Prüfer zusammen mit den Auszubildenden des LVZM 42 Käsesorten aus zwölf Käsereien kritisch unter die Lupe. Die Prüfung wird nach den Kriterien der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) durchgeführt und für das Gütesiegel „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“ anerkannt.
In ihrer Begrüßungsrede ging die Leiterin des LVZM, Meike von Bergen, auf die Wichtigkeit der generationsübergreifenden Veranstaltung ein: „Jedes Jahr geben die Prüferinnen und Prüfer, die übrigens alle ihre Ausbildung hier in Malente absolviert haben, mit ihrer Fachkompetenz wertvolle Tipps an den Branchennachwuchs weiter. Dieses Miteinander ist eine große Bereicherung für die sensorische Ausbildung.“
Die Käseprüfung ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in der Käseherstellung. Das betonte auch die Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Stephanie Wetekam. In ihrem Grußwort stellte sie fest, dass die Milchwirtschaft eine der wichtigsten Sparten der Landwirtschaft im Lande ist. „Mit der Weiterverarbeitung der Milch in den heimischen Molkereien und Käsereien bleibt die Wertschöpfung in der Region“, erklärte sie und ist sich sicher, dass der Erfolg durch die Ausbildung der angehenden Milchtechnologinnen und -technologen sowie der milchwirtschaftlichen Laborantinnen und Laboranten auch weiterhin Bestand haben wird.
Die Käseprüfung wird nach einer 5-Punkte-Regel durchgeführt. Bewertet wird, ob die Beschreibung der Hersteller zum inneren und äußeren Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack passt. „Ob man persönlich einen Käse mag oder nicht, zählt bei der Bewertung überhaupt nicht. Die Prüferinnen und Prüfer beurteilen lediglich die fünf Kriterien anhand der Produktbeschreibung des Produzenten“, erklärte der Betriebsleiter der NordseeMilch e.G., Lutz Kastka.
Es war die 15. Käseprüfung seit der Einführung des Gütesiegels der DLG. „Aber wir haben schon über viele Jahre zuvor Prüfungen durchgeführt. Allerdings beginnt die offizielle Zeitrechnung erst mit der Siegeleinführung“, wusste Kastka zu berichten.
Nachdem auch der letzte Käse die Prüfung bestanden hatte, waren sich die Prüferinnen und Prüfer zusammen mit den Auszubildenden einig, dass sich die Qualität durchweg sehen lassen kann. Von den 42 verschiedenen Käsesorten erreichten neun, die aus fünf Käsereien entlang der Schleswig-Holsteinischen Käsestraße stammen, die volle Punktzahl von 25.
„Ein guter Käse lässt sich in seiner Reifung nicht beschleunigen. Man kann die Milch noch so sorgfältig auswählen, die Kulturen perfekt einsetzen, bei der Herstellung alles richtig machen – am Ende braucht ein guter Käse etwas, das sich technisch nicht ersetzen lässt: Zeit. Und vielleicht ist das auch eine passende Beschreibung für das, was wir hier in Malente tun. Denn auch aus einer guten Ausbildung wird nicht über Nacht Erfahrung. Es braucht Wissen, Übung, Neugier – und immer wieder Menschen, die bereit sind, ihr Können an die nächste Generation weiterzugeben“, brachte es Meike von Bergen nach der Prüfung auf den Punkt und freut sich schon auf die 16. Käseprüfung 2027.