Schlechte Noten für Rastplatz bei Heiligenhafen
16.07.2026, 18:09 Uhr
Von:
Patrick Rahlf
Heiligenhafener Post
Der aktuelle ADAC-Test unbewirtschafteter Autobahnrastplätze fällt für Schleswig-Holstein besonders ernüchternd aus: Alle drei im Land untersuchten Anlagen wurden mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ bewertet.
Der aktuelle ADAC-Test unbewirtschafteter Autobahnrastplätze fällt für Schleswig-Holstein besonders ernüchternd aus: Alle drei im Land untersuchten Anlagen wurden mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ bewertet. Geprüft wurden Moorkaten-West an der A7, Ellerbrook West an der A1 und „Ostseeblick“-Nord an der A1 bei Heiligenhafen. Dabei handelt es sich nicht um den gegenüberliegenden Rastplatz „Ostseeblick“-Süd, der vor fünf Jahren bei der Eröffnung als „modernster Rastplatz Deutschlands“ gefeiert wurde. „In mehreren Medien wurde die Thematik fehlerhaft dargestellt“, berichtete Susann Sommerburg, Sprecherin der Autobahn GmbH Nord.
Der Rastplatz „Ostseeblick“- Nord (in Fahrtrichtung Süden) wurde vom ADAC mit der Note „sehr mangelhaft“ bewertet, was Platz 47 von bundesweit 50 getesteten unbewirtschafteten Autobahnrastplätzen mit Sanitäranlagen bedeutet. „Zum Zeitpunkt des Tests waren die Behindertentoiletten gesperrt. Weder wurde darauf bereits an der Autobahn hingewiesen noch stand eine Alternative zur Verfügung. Aufgrund dieses schwerwiegenden Mangels erhielt die gesamte Kategorie ‚Sanitäre Anlagen‘ null Punkte“, heißt es vom ADAC in der Begründung.
Zusätzlich sei die Parkplatzsituation wegen einer Baustelle zum Aufbau von Ladeinfrastruktur eingeschränkt. „Es gab keine freien Stellplätze, die verlegten Behindertenparkplätze verfügten nicht über abgesenkte Bordsteine. Auch die Beleuchtung der Pkw- und Lkw-Parkbereiche wurde bemängelt. Ein Notruf fehlte vollständig“, heißt es weiter in der Bewertung. Positiv bewerteten die Tester dagegen die kurzen Rasenflächen, saubere Gehwege und Fahrgassen, gepflegte Sitzgelegenheiten sowie den wirksamen Schutz gegen Verkehrslärm.
„Untersucht wurden 50 Rastplätze mit Toilettenanlagen entlang der 15 längsten Bundesautobahnen und damit wichtiger Reiserouten“, erklärte Rainer Pregla, Pressesprecher des ADAC Schleswig-Holstein. Aus Sicht des ADAC müssen Reinigungsintervalle insbesondere während der Ferien- und Reisezeiten verkürzt werden. „Toilettenpapier, Seife und Möglichkeiten zum Händetrocknen müssen verlässlich verfügbar sein. Defekte Einrichtungen sollten schnell repariert und gesperrte Toiletten bereits an der Autobahn angekündigt werden“, so Pregla. Außerdem fordert der ADAC ausreichend beleuchtete Parkflächen, gut sichtbare und zentral platzierte Notrufe sowie barrierefreie Park- und Sanitäranlagen. „Es geht nicht um Luxus oder zusätzliche digitale Angebote. Reisende erwarten zu Recht saubere Toiletten, eine sichere Umgebung und eine verlässliche Grundausstattung. Diese Standards müssen jederzeit erfüllt sein“, betonte Rainer Pregla.
Zuständig für die unbewirtschafteten Rastplätze an Autobahnen sind die jeweiligen Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes. Die zuständige Niederlassung Nord der Autobahn GmbH bezeichnete die Prüfung als „Momentaufnahme während der Bauarbeiten“. Die Einschränkungen seien durch den Aufbau neuer Schnellladepunkte entstanden. Zu Beginn der Ferienreisezeit seien die Arbeiten abgeschlossen worden.
Der Darstellung des ADAC zu den Toiletten widersprach die Autobahn GmbH. „Nach Rücksprache mit der zuständigen Autobahnmeisterei war und ist die WC-Anlage zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich nutzbar“, sagte Sommerburg abschließend.