Warten auf den Erweiterungsbau in Burg / Offene Ganztagsschulen müssen improvisieren

Raumnot tägliche Herausforderung

21.09.2026, 10:37 Uhr
Von:
Fehmarnsches Tageblatt

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Sie leiten die drei Offenen Ganztagsschulen auf Fehmarn (v.l.): Christa Höpner (GS Landkirchen), Alexander Stauche (Inselschule) und Candice Cullen (GS Burg).

Sie leiten die drei Offenen Ganztagsschulen auf Fehmarn (v.l.): Christa Höpner (GS Landkirchen), Alexander Stauche (Inselschule) und Candice Cullen (GS Burg). © Andreas Höppner

Seit dem 1. August besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder der ersten Klassen. Auf Fehmarn wird dies umgesetzt durch die Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschulen (OGS), die sich an den Grundschulen in Burg und Landkirchen um die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klassenstufe kümmern. Eine weitere OGS gibt es an der Inselschule, in der Kinder vornehmlich aus den fünften und sechsten Klassen betreut werden. Die Trägerschaft hat an allen drei Schulen der Kreisverband des Kinderschutzbundes inne.

Aktuell sind an der Grundschule in Burg nach Angaben von OGS-Leiterin Candice Cullen 136 Kinder angemeldet, 47 in der ersten, 41 in der zweiten, 35 in der dritten und 13 in der vierten Klassenstufe. In Landkirchen, wo Christa Höpner die OGS-Leitung übernommen hat, werden insgesamt 42 Kinder betreut, an der Inselschule sind es laut OGS-Chef Alexander Stauche derzeit 29. An sämtlichen Standorten gibt es nach Angaben von Silke Krause, Pädagogische Leitung des Kinderschutzbundes, eine „tolle Kooperation“ mit den jeweiligen Schulleitungen. Und diese ist auch zwingend erforderlich, will man dem größten Problem, mit dem die OGS in Burg, aber auch in Landkirchen zu kämpfen hat, Herr werden: die Raumnot.

Politik und Verwaltung sind sich der Problemlage zwar bewusst, haben für Burg auch einen Beschluss gefasst, die OGS mit einem Anbau an die Grundschule zu erweitern, doch bei der Umsetzung hakt es. Das Projekt ist Ende 2025 zur Förderung eingereicht worden, aber nicht durchgegangen, sodass nachgebessert werden musste. Nach ihrem Kenntnisstand stehe eine Entscheidung des Fördermittelgebers aus, so Krause, die hofft, morgen Abend in der Sitzung des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten Neues zu erfahren. „Grundsätzlich geht es in die richtige Richtung“, beispielsweise auch mit der Einbindung der Schultoiletten in den Erweiterungsbau, sagt Krause, die sich für alle Beteiligten baldige Planungssicherheit erhofft.

Apropos Schultoiletten: Sie befinden sich aktuell im Außenbereich und sind unbeheizt. Eine unhaltbare Situation vor allem im Winter. Christa Höpner, die auch ein Mandat als Stadtvertreterin besitzt, spricht von einem „menschenunwürdigen Zustand“.

Caterer liefert Mittagessen samt Geschirr und Besteck

Zurück zur Raummnot: Das Stammgebäude für die OGS in Burg ist laut Candice Cullen nur für 40 Kinder (zwei Räume) ausgelegt. Glücklicherweise können sechs Klassenräume im Schulgebäude mitgenutzt werden. In zwei Räumen wird gegessen, in den beiden Räumen des Stammhauses ebenfalls. Zusätzlich stehen weitere Klassenräume für die Erledigung der Hausaufgaben bereit. Das Mittagessen wird von einem Caterer aus Oldenburg/Göhl angeliefert. Für die Kinder, die in der Schule essen, werden Geschirr und Besteck mitgeliefert, in der OGS sind Geschirr und Geschirrspüler vorhanden. In der OGS Landkirchen ist ebenfalls die Rundumversorgung des Caterers erforderlich, da in der sogenannten „weißen Villa“, die aus zwei Containern besteht, kein Wasseranschluss zur Verfügung steht und nicht abgespült werden kann. „Die Kinder der ersten und zweiten Klasse essen um 12.30 Uhr, die der dritten und vierten Klasse um 13 Uhr“, so Christa Höpner. Für AGs steht ein kleiner Gruppenraum in der ersten Etage des Schulgebäudes zur Verfügung, in einem weiteren Klassenraum werden von 13 bis 15 Uhr Hausaufgaben gemacht.

Man müsse auch bedenken, dass nach jeder Nutzung der Klassenräume „wieder umgeräumt werden muss“ für den Schulbetrieb am nächsten Tag. Das sei alles zusätzliche Arbeit, erinnert Candice Cullen an den vemehrten Aufwand, der betrieben werden muss aufgrund fehlender Räume. Da die OGS-Mitarbeiter in Burg auch im Schulgebäude unterwegs sind und somit größere Distanzen zu überwinden haben, sind sie mit Walkie-Talkies ausgestattet, damit überhaupt eine schnelle Kommunikation möglich ist. „Wir löschen hier jeden Tag Brände“, formulierte es Candice Cullen mit Nachdruck.

Da die Kinder häufig auf engstem Raum betreut werden, fehlt es ihnen auch an Ruhezonen, die für Kinder einfach wichtig seien, sagt Alexander Stauche. Und: „Kinder müssen sich in ihrer Umgebung auch wohlfühlen.“ Um hier ein wenig Abhilfe beziehungsweise Erleichterung zu schaffen, soll den Kindern der vierten Klassenstufe die Möglichkeit gegeben werden, an den OGS-AGs an der Inselschule teilzunehmen. Eine enge Verzahnung mit dem Jugendcafé in Burg gibt es ebenfalls.

Alle drei OGS-Leitungen wie auch Silke Krause hoffen, dass die Pläne für die Erweiterung der OGS Burg bald umgesetzt werden. Schließlich wird die Raumnot perspektivisch eher größer, wenn der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen bis 2029/30 sukzessive für die nächsten Jahrgangsstufen zwei bis vier umgesetzt wird. Denn seit Schuljahresbeginn benötigt die Grundschule Burg sogar einen Raum mehr, da der erste Jahrgang dreizügig ist.

Raumnot ist das eine, die Ausstattung das andere. Hier freuen sich alle drei Einrichtungen über Unterstützung von außerhalb, die ihnen schon zuteil geworden ist, doch Wünsche gibt es immer. An der OGS in Burg können neue Schutzausrüstungen für Inlineskater oder auch ein neuer Kettcar gebraucht werden, in Landkirchen fehlen Spielgeräte wie Bälle für die Außenanlagen, an der OGS der Inselschule würde sich Alexander Stauche beispielsweise über ehrenamtliche Unterstützung bei der Hausaufgabenhilfe sowie der Koch- und Back-AG freuen. Wer etwas anbieten oder unterstützen möchte, setzt sich mit der jeweiligen OGS unter ogsburg@kinderschutzbund-oh.de, ogs-landkirchen@kinderschutzbund-oh.de oder ogsinselschule@kinderschutzbund-oh.de in Verbindung.

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