Umwelt- und Verkehrsministerium weiterhin im Austausch

Protest gegen Gebühr für Seegraspflanzung

27.07.2026, 14:08 Uhr
Von: Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt

Diesen Artikel teilen
Im Mai 2025 haben Taucher von Just 1 Ocean Diver allein an zwei Wochenenden insgesamt 12200 Seegrastriebe auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Fläche vor Wulfener Hals gepflanzt.

Im Mai 2025 haben Taucher von Just 1 Ocean Diver allein an zwei Wochenenden insgesamt 12200 Seegrastriebe auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Fläche vor Wulfener Hals gepflanzt. © JUST 1 OCEAN DIVER

Es ist unbestritten, dass Seegraswiesen ihren Beitrag zum Küsten- und Klimaschutz leisten. Die Pflanzen speichern Kohlendioxid, schützen die Küsten vor Erosion und sind Lebensraum für Meeresbewohner. Der gemeinnützige Verein Just 1 Ocean Diver war deshalb in den Sommermonaten des vergangenen Jahres mit zahlreichen ehrenamtlichen Tauchern und Helfern vor Fehmarns Küste im Einsatz, um Seegraswiesen anzulegen. Doch in diesem Jahr passiert nichts. Die Renaturierung ist gestoppt, da die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt des Bundes Gebühren für die Nutzung des Meeresbodens verlangt (wir berichteten). Geld, das der Verein und andere Organisationen, die Seegras in der Ostsee anpflanzen, nicht haben.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, seit drei Monaten Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, teilt nun mit, dass ihr Ministerium mit dem zuständigen Verkehrsministerium im Austausch stehe. „Um weitere massive Schäden für die sensible Meeresumwelt zu verhindern, dürfen wir keine Zeit mehr verlieren, denn zusätzliche Seegraswiesen spielen eine zentrale Rolle für den Klima- und Küstenschutz. Wir setzen uns deswegen bereits seit drei Monaten beim in dieser Sache zuständigen Bundesverkehrsministerium mit Nachdruck für eine schnelle, dauerhafte und unbürokratische Lösung ein, die garantiert, dass solche Anpflanzungen problemlos möglich sein müssen“, fordert Hagedorn.

Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. © Maurice Weiss

Martin Noël Lampe von Just 1 Ocean Diver hatte unlängst im Umweltrat der Stadt Fehmarn berichtet, dass in diesem Jahr sieben Pflanz- und Monitoringtermine geplant waren, sie aber alle abgesagt worden sind. Die Forderung der Bundesbehörde, die die Gebührenordnung für die Seegraswiesenrenaturierung gleichsetzt mit der für Aquakulturen und Windparks, betrug für die von den Meeresschützern beantragten 1,3 Quadratkilometer 91000 Euro. Als zusätzliche Auflage existiert noch eine Rückbauverpflichtung.

Laut Hagedorn hat ihr Ministerium „zu der von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion gewünschten Gebührenerhebung eine eigene rechtliche Prüfung vorgelegt, deren Ergebnis eindeutig ist“. Beide Ministerien stünden deshalb weiterhin im engen Austausch mit dem Ziel, „die Seegraswiesen-Wiederansiedlungen hier im konkreten Fall, aber auch zukünftig von einer Gebührenpflicht auszunehmen“.

Der Zustand der Ostsee sei seit Jahren besorgniserregend und verschlechtere sich dramatisch mit jedem Sommer. Deshalb genieße für das Bundesumweltministerium der nachhaltige Meeresschutz höchste Priorität, so Bettina Hagedorn. Sie fordert „grünes Licht“ für Seegraswiesen – ohne Gebühr.

Anzeige nordish Instagram

Meistgelesen

Drittes Tunnelelement abgesenkt Fehmarn

Drittes Tunnelelement abgesenkt

Das dritte von insgesamt 89 Tunnelelementen liegt seit Sonnabend im ausgehobenen Tunnelgraben und ist vor...

Andreas Höppner
Ernte startet mit Großbrand Fehmarn

Ernte startet mit Großbrand

Ein großer Mähdrescher mit Raupenlaufwerk brannte heute (Freitag, 10. Juli) vollständig aus. Das Feuer erfasste...

Andreas Höppner
B 207 gesperrt: 40-Tonner fährt auf Schrammbord auf Fehmarn

B 207 gesperrt: 40-Tonner fährt auf Schrammbord auf

Zu einem spektakulären Verkehrsunfall ohne Personenschaden kam es in der Nacht zu Donnerstag auf der...

Andreas Höppner