Herausforderungen der modernen Jugendarbeit

Projetbezogene Angebote gefragt

29.05.2026, 09:25 Uhr
Fehmarnsches Tageblatt

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Alles andere als eine ruhige Kugel im Jugendcafé schieben am Tischkicker Jugendpfleger Oliver Gende (v.l.), Jugendpflegerin Elif
Lehmann und Shaiyen Ali.

Alles andere als eine ruhige Kugel im Jugendcafé schieben am Tischkicker Jugendpfleger Oliver Gende (v.l.), Jugendpflegerin Elif Lehmann und Shaiyen Ali. © Zimmermann

Jugendarbeit ist ein Thema, das immer mehr an Präsenz zunimmt. Auch auf Fehmarn gibt es verschiedene Angebote sowie ein Jugendcafé für Kinder und Jugendliche. In einem Gespräch mit der Leiterin des Jugendcafés, Jugendpflegerin Elif Lehmann, wird allerdings deutlich, dass die Jugendarbeit im Moment einen starken Wandel durchlebt.

Während klassische offene Treffpunkte früher stark besucht wurden, werden heute vor allem projektbezogene Angebote wahrgenommen. Gleichzeitig wird die Klientel für solche Angebote immer jünger.

Die Maßnahmen der Corona-Pandemie haben eine starke Isolationsbereitschaft unter jungen Menschen verursacht. Die fortgeschrittenen Möglichkeiten der Internetnutzung befeuern diesen Trend, und es ist um einiges leichter geworden, von Zuhause aus mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bleiben. Es ist nicht mehr notwendig, dafür öffentliche Räume wie Jugendzentren aufzusuchen.

Hinzu kommt, dass junge Erwachsene nicht mehr „unter Kontrolle“ stehen möchten“, so Lehmann. Nach Ansicht der Jugendpflegerin bringt diese Entwicklung auch Risiken mit sich. Junge Menschen haben eine niedrigere Hemmschwelle und konsumieren so beispielsweise schneller auch verbotene Suchtmittel. Jugendlichen fällt dadurch der verantwortungsvolle Umgang mit Suchtmitteln zunehmend schwerer.

„Konsum an sich ist unvermeidbar“

„Der Konsum an sich ist unvermeidbar“, sagt Lehmann. Geschützte Räume würden aber zumindest einen Ort der Aufklärung außerhalb des eigenen Zuhauses bieten. Hierbei geht es nicht darum, Jugendliche zum gemeinsamen Konsum in Jugendzentren oder Ähnlichem aufzurufen, sondern sie nicht wegzuschicken, während des Konsums zu begleiten und mit ihnen darüber zu sprechen.

Viele junge Menschen suchen nach dieser Orientierung und verlässlichen Ansprechpartnern – oft sogar unbewusst. Ohne solche Möglichkeiten fühlen sie sich schnell verloren und alleine.

Elif Lehmann ist der Meinung, dass Prävention am Jugendlichen betrieben werden sollte. „Reines Verbieten bringt nichts“, betont die Jugendpflegerin. Stattdessen sollte man junge Menschen auf dem Weg des Heranwachsens begleiten und sowohl physisch als auch psychisch stärken. Es ist wichtig, ihnen neue Wege zu zeigen und ihnen zu helfen, Resilienz zu bilden.

Des Weiteren sollte man sie direkt über Themen wie Gewalt, sexualisierter Gewalt, Sucht- und Risikoverhalten aufklären und in ihren Lebenswelten und ihrer Lebensbewältigung stärken.

Dabei spielt die offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) eine wichtige Rolle. Die OKJA Ostholstein vernetzt sich regelmäßig. Die Problemlagen der Jugendlichen ähneln sich allerorts. Die Präventionsarbeit richtet sich sehr stark nach dem zur Verfügung stehenden Personal in den einzelnen Kommunen, den Räumlichkeiten der Jugendtreffs/-cafés sowie den monetären Mitteln, die jährlich zur Umsetzung der OKJA in den städtischen Haushalt eingestellt werden.

„Öffentliche Kinder- und Jugendarbeit wird auf Fehmarn zumeist wahr- und wichtig genommen. Das freut uns sehr.“

Jugendarbeit in einem maroden Haus

„Allerdings wird sie immer noch in einem maroden Haus mit teilweise nicht zumutbaren Umständen, wie zum Beispiel schlechter Dämmung und kaputter Fenster, die im Winter für um die 15 Grad und im Sommer für bis zu 30 Grad sorgen, durchgeführt. Der eine große Raum bietet wenig Rückzugsmöglichkeiten, sodass sich junge Menschen immer auf dem Präsentierteller befinden. Ein Glück gibt es seit Kurzem einen Außenbereich, der spielerisch genutzt werden kann. Aber eben nur bei gutem Wetter.“

Die Kinder, Jugendlichen sowie die Jugendpflege hoffen, dass in naher Zukunft mehr und bessere Räumlichkeiten für die Jugendlichen bereitgestellt werden können und man damit den Herausforderungen der modernen Jugendarbeit entgegenwirken kann.

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