Kritik am Holzeinschlag – Lob für 30 Jahre behutsame Waldentwicklung:
Preetzer Wald ist auf einem guten Weg
14.08.2026, 09:27 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Die Diskussion um den so nicht geplanten Holzeinschlag in der Postseefeldmark durch ein Fremdunternehmen vor ein paar Wochen hat auch das Handeln der Stadt Preetz in ein kritisches Licht gerückt. Zu Unrecht, findet Bürgermeister Tim Brockmann. Gemeinsam mit dem langjährigen Umweltamtsmitarbeiter Jan Birk und seiner Nachfolgerin Liv Lehmann machte er bei einem Termin vor Ort deutlich, wie positiv die Entwicklung des Preetzer Waldbestandes in den vergangenen 30 Jahren vorangetrieben wurde.
Bei dem Holzeinschlag seien Fehler gemacht worden, räumt Brockmann ein. So wurden zu große Maschinen eingesetzt, man habe zu viel Langholz gemacht und dadurch Beschädigungen anderer Bäume und Knicks in Kauf genommen. Bei der völlig falschen Lagerung der Baumstämme seien Knicks in Mitleidenschaft gezogen worden – ein klarer Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. „Wenn das Holz weg ist, schauen wir uns den Schaden mit der Unteren Naturschutzbehörde an“, kündigt Brockmann auch Konsequenzen an.
Verstoß gegen Waldkonzept der Stadt Preetz
Aber hier sei eindeutig gegen das Waldkonzept der Stadt Preetz verstoßen worden. Dessen Entwicklung hat Jan Birk seit 1995 von Anfang an begleitet. Es sieht zwar auch eine Bewirtschaftung der Waldflächen vor, setzt jedoch auf behutsame Eingriffe. „Wir haben dafür zwei Mitarbeiter, die fantastische Arbeit leisten“, betont Birk. Der jahrzehntelange Waldumbau trage jetzt Früchte. „So sieht Wald aus, wenn man ihn lässt“, sagte Brockmann mit Blick zum Beispiel auf den Hindenburgpark, das Waldstück zwischen Kührener und Nettelseer Straße.
In der Not der Nachkriegszeit wurde der Wald im Preetzer Süden größtenteils gerodet und in den 1950er-Jahren durch die schnell wachsende Fichte wieder aufgeforstet. Doch die Monokultur hatte viele Nachteile: Die Bäume waren anfällig für Windwurf und den Borkenkäfer. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt, Laubbäume setzen sich durch: Der Ahorn kommt mit Macht, Eiche und Buche siedeln sich an. Der Laubmischwald trägt zur Gesundung von Flora und Fauna bei und fördert die Artenvielfalt.
Ökologisch handeln, ohne die Ökonomie zu vergessen
Die Stadt greift nur ein, um zum Beispiel Jungbäumen Licht zum Wachsen zu verschaffen und um den Wald nachhaltig zu bewirtschaften – denn auch etwas Geld soll mit dem Holz verdient werden. Ökologisch handeln, ohne die Ökonomie aus den Augen zu verlieren – so beschreibt der Bürgermeister die Strategie.
Wer den Vorfall in der Postseefeldmark kritisiert, sollte deshalb nicht pauschal die Mitarbeiter des Sachgebiets Umweltangelegenheiten und Grünflächen dafür verantwortlich machen. „So massiv hätten wir es nicht gemacht“, betont Birk mit Blick auf die von der Forstbetriebsgemeinschaft Mittleres Holstein in Auftrag gegebenen, missglückten Arbeiten.