DGzRS Fehmarn feiert am 5. Juli mit einem Aktionstag
Open Ship zum Jubiläum: Seenotretter feiern 40 Jahre auf Fehmarn
01.07.2026, 08:57 Uhr
Von:
Nicola Krüger, Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt
Claudia Schomburg (2.v.r.) ersteigerte das Sprunghindernis. Über die gelungene Charity-Aktion feuen sich unter anderem Hinrich Köhlbrandt (l.) und Lars Carstensen (3.v.r.). © Andreas Höppner
Die freiwilligen Seenotretter der DGzRS feiern am 5. Juli das 40-jährige Bestehen ihrer Station auf Fehmarn. Beim Aktionstag in Burgstaaken können Besucher Rettungsboote besichtigen, Vorführungen erleben und einen Blick hinter die Kulissen der ehrenamtlichen Arbeit werfen.
Fehmarn – Das Handy klingelt, der Melder löst aus und nur wenig später sind die freiwilligen Seenotretter auf Fehmarn schon auf dem Weg zu ihren Booten. Ob Sturm, Nebel oder dichter Ferienverkehr auf der Ostsee: Für die Frauen und Männer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beginnt dann der Einsatz. Vormann der Doppelstation ist Arne Fröse.
Seit 40 Jahren gibt es die Freiwilligenstation auf Fehmarn in ihrer heutigen Form. Dieses Jubiläum feiern die Seenotretter am Sonntag (5. Juli) mit einem Aktionstag im Hafen Burgstaaken.
Von 11 bis 15 Uhr können Besucher die Arbeit der ehrenamtlichen Crew aus nächster Nähe kennenlernen. Beim Open Ship stehen die beiden auf Fehmarn stationierten Seenotrettungsboote „Helene“ und „Romy Frank“ sowie der in Großenbrode beheimatete Seenotrettungskreuzer „Bremen“ für Besichtigungen bereit. Wer möchte, darf sogar selbst einmal am Ruder Platz nehmen.
Darüber hinaus geben die Seenotretter bei Vorführungen Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie Rettungseinsätze auf See ablaufen. Unterstützt werden sie von der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Ortsgruppe der DLRG Fehmarn. Sollte es während der Veranstaltung zu einem echten Einsatz kommen, müssen Vorführungen oder Schiffsbesichtigungen kurzfristig entfallen – die Hilfe auf See hat selbstverständlich Vorrang.
Erste Station auf Fehmarn 1897 gegründet
Das Jubiläum erinnert zugleich an ein wichtiges Kapitel der Geschichte. Die erste DGzRS-Station auf Fehmarn wurde bereits 1897 gegründet und besteht damit seit 129 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zunächst aufgegeben. Am 1. Juni 1986 kehrten die Seenotretter mit einer Freiwilligenstation nach Fehmarn zurück, damals im Fährhafen Puttgarden.
Heute ist die Station Teil eines engmaschigen Netzes der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit insgesamt 53 Stationen an Nord- und Ostsee, das eine schnelle Hilfe auf See gewährleistet. Während Rettungskreuzer im Ernstfall innerhalb weniger Minuten auslaufen können, sind die freiwilligen Besatzungen der Rettungsboote in der Regel innerhalb von etwa 15 Minuten nach der Alarmierung einsatzbereit. Auf Fehmarn sind rund 20 freiwillige Seenotretter aktiv, die diesen Dienst neben Beruf und Familie leisten.
Inzwischen verfügt die Doppelstation über zwei Standorte: Im Norden der Insel liegt das 10,1 Meter lange Seenotrettungsboot „Romy Frank“ in Puttgarden, im Süden die „Helene“ in Burgstaaken. Die freiwilligen Seenotretter stehen dort rund um die Uhr bereit, um Menschen auf der Ostsee zu helfen.
Wie sehr sich die Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, verdeutlicht die „Helene“, die erst 2024 in Dienst gestellt wurde. Das moderne Seenotrettungsboot erreicht bis zu 38 Knoten, also rund 70 Stundenkilometer, und ist damit mehr als doppelt so schnell wie sein Vorgänger. Gerade angesichts des zunehmenden Schiffsverkehrs im Fehmarnbelt, zahlreicher Wassersportler und der Arbeiten rund um den Fehmarnbelttunnel ist schnelle Hilfe wichtiger denn je.
Der Name „Helene“ hat auf Fehmarn übrigens eine lange Tradition. Bereits das erste Rettungsboot der Insel trug diesen Namen. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch eine Stiftung der Breslauerin Helene Döring finanziert. Mehr als 125 Jahre später lebt diese Geschichte mit dem modernen Neubau weiter.
Der Eintritt zum Aktionstag ist frei.
Die Seenotretter werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Am Wochenende hat der Fehmarnsche Ringreiterverein (FRRV) im Rahmen seines Pferde-Festivals eine Charity-Aktion initiiert, die insgesamt 2.950 Euro einbrachte. Allein 2.750 Euro kamen bei der Versteigerung eines Sprunghindernisses zusammen, weitere 200 Euro bei einer gemeinsamen Aktion mit dem Golf Club Fehmarn.
Ersteigert hat das Hindernis Claudia Schomburg aus Hildesheim. Seinen neuen Platz finden soll das schmucke Hindernis auf ihrem heimischen Hof. „Das ist eine gute Sache, die Arbeit der Seenotretter muss man unterstützen“, sagte sie zu ihrer Motivation.
Lars Carstensen, stellvertretender DGzRS-Vorsitzender, zeigte sich hocherfreut über die Aktion des Ringreitervereins und sprach Claudia Schomburg sowie dem FRRV-Vorsitzenden Hinrich Köhlbrandt seinen Dank aus.