Omas gegen Rechts: Putzen gegen das Vergessen
26.05.2026, 12:10 Uhr
der reporter Eutin/Malente
8. Mai 2026 – zum 81. Mal jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, der Tag der Befreiung vom Naziregime. Ein wichtiges Datum! 27 Millionen Menschenleben hat dieser Krieg vernichtet. Dazu wurden Millionen von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Beeinträchtigungen, Regimegegner in Konzentrationslagern umgebracht. „Das darf nie vergessen werden! Nie wieder ist jetzt!“, meinen die Omas gegen Rechts Ostholstein.
In vielen Städten erinnern Stolpersteine an Menschen, die zu Opfern der Nazis wurden. Sie hatten ein ganz normales Leben geführt, bis Nationalsozialisten sie aus diesem Leben rissen. Sie wurden deportiert, eingesperrt, gefoltert, umgebracht. Oder sie wurden von jeglicher Versorgung abgeschnitten, so dass sie verhungerten und erfroren – wie Jenny Nathan. An sie und ihre Schwägerin Alice, die im Versteck überlebte, erinnern zwei Stolpersteine in der Albert-Mahlstedt-Straße. Carl Ullrich, für den es in der Klaus-Groth-Straße einen Stolperstein gibt, starb 1944 im KZ Neuengamme.
Als kleinen Beitrag zum Erinnern an das Unrecht, das diesen und unzähligen anderen Menschen angetan wurde, haben Omas gegen Rechts aus Ostholstein am 7. Mai die Eutiner Stolpersteine geputzt.
Sie taten dies in der Hoffnung, dass sich Gewalt gegen vermeintlich „Andere“ niemals wiederholt. „Wir hoffen, dass alle, die da meinen, von ultrarechts könnten Lösungen für die komplexen Probleme in unserem Land kommen, sich über Personal und Ziele der Rechten informieren, nachdenken, umdenken und sich dann wie wir für Demokratie und bunte Vielfalt einsetzen – für Rechte, aber gegen Rechts. Damit auch künftige Generationen in Freiheit leben können“, betonen die Omas.