Neue Webcams überwachen Fehmarns Strandbrüter

08.06.2026, 10:46 Uhr
Von: Nicola Krüger
Fehmarnsches Tageblatt

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Freiwillige der Naturschutzgruppe Haff und Huk waten durch dichte Algenteppiche, um das mühsam gefertigte Brutfloß an seine Position zu bringen.

Freiwillige der Naturschutzgruppe Haff und Huk waten durch dichte Algenteppiche, um das mühsam gefertigte Brutfloß an seine Position zu bringen. © Haff und Huk

Seit zehn Jahren gehören Strandbrüterzäune und Brutflöße zu den wichtigsten Projekten der Naturschutzgruppe Haff und Huk. Mit ihnen sollen bedrohte Küstenvögel bessere Bedingungen für die Aufzucht ihres Nachwuchses erhalten. In diesem Jahr ergänzt erstmals eine mobile Webcam am Strand die Schutzarbeit und eröffnet den Ehrenamtlichen neue Möglichkeiten bei Beobachtung und Auswertung.

Fehmarn – Während die elektrifizierten Strandbrüterzäune Gelege und Küken vor Räubern vom Land schützen, bieten die Brutflöße auf den Gewässern insbesondere Flussseeschwalben sichere Brutplätze. Mitte Mai wurde das Brutfloß auf dem Fastensee ausgebracht. Die Arbeiten gestalteten sich jedoch schwieriger als erwartet. Dichte Algenteppiche erschwerten das Vorankommen im Wasser und mussten mühsam durchquert oder teilweise zur Seite geschoben werden.

Mit vereinten Kräften hoben die Ehrenamtlichen das schwere, aus Holz gefertigte Brutfloß in den Fastensee.

Mit vereinten Kräften hoben die Ehrenamtlichen das schwere, aus Holz gefertigte Brutfloß in den Fastensee. © Haff und Huk

Unterstützung erhielten die Naturschützer dabei von Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendparlament, die gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Oliver Gende mit anpackten. „Am Ende hat alles super geklappt, aber es war auch keine Person zu wenig“, berichtet Mathias Krause, Vorsitzender von Haff und Huk. Besonders erfreut zeigte sich die Gruppe über das Engagement der jungen Helfer: „Schön, dass sich junge Leute für diese wichtige Arbeit begeistern und mithelfen.“

Der Einsatz zeigte schnell Wirkung. Unmittelbar nach dem Ausbringen wurde das Floß von Flussseeschwalben und Lachmöwen besetzt. Über eine Webcam können die Vorgänge auf dem Floß weiterhin verfolgt werden.

Das Webcam-Projekt wurde gemeinsam mit der Inselschule entwickelt. Nachdem die bisherige Anlage in die Jahre gekommen war, wurde sie im vergangenen Jahr durch moderne Technik ersetzt (wir berichteten). Vom Bürger-Windpark Westfehmarn wurde hierfür eine moderne Kamera spendiert. Für die Naturschützer bedeutet das einen deutlichen Fortschritt.

Nach dem Einsatz im Wasser errichten Helfer am angrenzenden Strandabschnitt die elektrifizierten Strandbrüterzäune.

Nach dem Einsatz im Wasser errichten Helfer am angrenzenden Strandabschnitt die elektrifizierten Strandbrüterzäune. © Haff und Huk

Die Webcam als „Gamechanger“

„Für uns ist die neue Kamera ein Gamechanger, denn mit diesem neuen System wird der Livestream über Tage gespeichert und wir können Entwicklungen auch noch deutlich später zuverlässig zurückverfolgen“, so Krause.

Die Möglichkeit, Ereignisse im Nachhinein nachvollziehen zu können, spielt für die Arbeit der Gruppe eine zentrale Rolle. In der Vergangenheit wurden etwa komplette Gelege auf dem Brutfloß von einer Mantelmöwe gefressen. Der Vorfall wurde damals nur zufällig entdeckt, da niemand dauerhaft vor Ort war. Heute ließe sich ein solches Ereignis über die gespeicherten Aufnahmen eindeutig nachvollziehen und zeitlich rekonstruieren.

Aus den Erfahrungen mit der Floß-Kamera entstand in diesem Jahr ein weiteres Projekt: eine mobile Strand-Webcam. Die technische Umsetzung und Finanzierung der neuen Anlage wurde durch die Unterstützung regionaler Partner ermöglicht. Während die VR-Bank die Anschaffung der Kamera und Hardware übernahm, steuerte die Firma DIBU eine Photovoltaikkomponente für die Stromversorgung bei. Der Bürgerwindpark unterstützte das Vorhaben bei der Einrichtung der Richtfunkstrecke für die Datenübertragung. Die neue Anlage ist seit rund zwei Wochen in Betrieb und arbeitet nach Angaben der Naturschutzgruppe stabil.

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