Zwei Klassenräume bieten Platz für 60 Schülerinnen und Schüler
Neue Modulbauten schaffen Platz an Eutiner Voß-Schule
04.09.2026, 10:11 Uhr
Von:
Christian Burgdorf
der reporter Eutin/Malente
Zwei modern ausgestattete Modulgebäude schaffen zum neuen Schuljahr Entlastung für die Raumnot, unter der die Johann-Heinrich-Voß-Schule seit längerer Zeit leidet. Ein Grund für den Platzmangel ist die Rückkehr im Schulsystem von G8 auf G9. „Mit dieser Modullösung werden Lücken gefüllt, worüber wir sehr froh sind.
Die Schülerinnen und Schüler werden dadurch natürlich auch entlastet“, freut sich die Leiterin der Voß-Schule, Tanja Dietrich. Auch Eutins Bürgermeister Sven Radestock begrüßt die Raumvariante: „Es ist sehr gut, dass wir diese Lösung für das Raumproblem so zügig umsetzen konnten. Es sind zwei Klassenräume, die mit der zeitgemäßen Technik ausgestattet sind und in denen die Schülerinnen und Schüler sich wohlfühlen können.“ Die zunächst angedachte Möglichkeit, die Schülerschaft auf dem Festplatz-Campus zu unterrichten, ist letztlich verworfen worden. „Wir haben ein Lehrer-Raum-Konzept, bei dem die Räume nicht den einzelnen Klassen, sondern den Lehrern zugeordnet sind. Die Schüler gehen zu den Lehrern und nicht umgekehrt. Das hat sich sehr bewährt. Allerdings hätten wir das Konzept bei einem Unterricht auf dem Campus aufgeben müssen“, stellt die Schulleiterin fest.
Die zwei aufgestellten Module stammen nicht vom Schulcampus auf dem Festplatz, da die beiden Klassenräume dort für einen möglichen Einzug der Wilhelm-Wisser-Schule fehlen würden – sowohl im Fall einer Nutzung der Räume vor Ort durch die Johann-Heinrich-Voss-Schule als auch bei einem Umsetzen der Mobilmodule.
Die beiden Klassenzimmer schaffen Platz für jeweils 30 Schülerinnen und Schüler und werden nach Schätzung des stellvertretenden Schulleiters Dr. Danilo Behnke von zehn bis zwölf der insgesamt 28 Klassen in Anspruch genommen.
Die beiden Klassenräume sind mit digitalen Tafeln, W-Lan, einer Akustikdecke und einer Klimaanlage ausgerüstet. Zwischen ihnen ist eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Nasszelle verbaut. Und natürlich musste auch der Brandschutz von den Planern Berücksichtigung finden. Beheizt werden die Räume durch eine moderne Wärmepumpe. Da der Untergrund des ehemaligen Volleyballfeldes für den schweren Kranwagen nicht tragfähig war, musste eigens eine Baustraße errichtet werden.
„Die Gesamtkosten für die Aufstellung des Modulbaus können noch nicht komplett beziffert werden, da wir bis heute erst 90.000 Euro abgerechnet haben. Der ganze Auftrag ist mit 300.000 Euro veranschlagt“, berichtet Thomas Sablowski vom Ingenieurbüro Höger und Partner.
Die Baugenehmigung besteht zunächst für fünf Jahre, da sich die Container-ähnlichen Klassenräume in unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Bau der alten Voß-Schule befinden. Allerdings soll in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises der Modulbau äußerlich so umgestaltet werden, dass eine lange Nutzungsdauer möglich ist. „Das Gebäude soll noch ein Dach mit einer PV-Anlage bekommen. Die Fassade wird unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler so gestaltet, dass sie sich in das Schulensemble einfügt und den Ansprüchen des Denkmalschutzes entspricht“, schaut Sablowski in die Zukunft.