Plönerin Ulrike Fröhlich führt durch die Ausstellung „Nothdurft & Diez“ auf Gut Wittmoldt
Mit Augenmerk auf ein spannungsreiches Nebeneinander von Konzeptkunst und Malerei
05.08.2026, 16:45 Uhr
Von:
Lotta Schneider
der reporter Plön/Preetz
Was wäre, wenn die Kunst nicht nur sichtbar wäre? Sondern auch buchstäblich fühlbar? Wenn ein Bild per Tastsinn verstanden würde? Oder gar Poesie? Kunsttherapeutin Ulrike Fröhlich bietet am Dienstag, 11. August, eine Führung auf Gut Wittmoldt an, die solche Fragen im Programm hat, um Kunst anders und anschaulich erlebbar zu machen.
Derzeit sind im Herrenhaus sowie am Seeweg auf der halbwilden Halbinsel Werke zweier Künstlerinnen aus Kiel, Susanne Nothdurft und Ute Diez, unter dem Titel „Nothdurft & Diez – Malerei und Konzeptkunst am Seeweg“ ausgestellt. Ab 19 Uhr dürfen sich die Teilnehmer auf einen besonderen Rundgang mit der Plönerin freuen, der das spannungsreiche Nebeneinander dieser so grundverschiedenen Arbeiten näherbringt. Ein verbindender Faden, der nicht unbedingt rot sein muss, mag an der einen oder anderen Stelle aber trotzdem durchschimmern. An einer Stelle, an der Assoziationen die Regie übernehmen. Kopfkino.
Es geht um Farben, um Nicht-Farbigkeit, um Objekthaftes, um Sprache und Dichtung, um Fühlbarkeit in Worten und in Buchstaben, die Gestalt angenommen haben. Manchmal ganz anders, als der eigene Kopf es erwarten lässt. Und so verspricht diese Führung im besten- und vor allem mit allen Sinnen vielseitig zu werden.
Es geht nicht ums Sehen allein: Künstlerin Ute Diez hat mit ihren fädigen Objekten einer Form der Übersetzung zugewandt, die sich Sehbehinderten erschließt. Denn die Bildsprache ihrer Arbeiten enthält dichterische Zeilen, die nur bei Kenntnis der Brailleschrift abzulesen sind – indem die Fingerspitzen an den zarten Strängen herabgleiten und Knötchen für Knötchen im Kopf entschlüsseln. Haikus heißen diese japanischen Gedichte, die in den Knotenarbeiten verarbeitet sind. In der Erkenntnis, dass Inklusion eben auch die Erlebbarkeit von Kunst und Kultur bedeuten muss.
Aber auch Susanne Nothdurft hat sich der Gestaltung von Woll-Werken verschrieben. Unter anderem. Das ursprüngliche Ausgangsmaterial aus der Schafschur zeigt sich ebenfalls objekthaft. Nur eben ganz anders. Fühl- und sichtbar.
Gleiches gilt zum Beispiel für den Werkstoff Holz. Zersägt und bunt bemalt hat sie aus ihm Neues erschaffen. Ein gemustertes Bild, eine Augentäuschung, etwas Skulpturhaftes?
Ergänzt wird die Ausstellung im Gutshaus durch eine Außeninstallation von Ute Diez. Sie ist in die Skulpturenlandschaft am Seeweg eingebunden, so dass auch der Kunstpfad ganz besondere Eindrücke bereithält.
Wer sich mit Ulrike Fröhlich am Dienstagabend auf den Weg machen möchte, kommt nach der Anmeldung gegen 19 Uhr zum Foyer des Gutshauses, Hof 1, 24306 Wittmoldt. Die Anmeldungen können telefonisch unter 0151 – 465 64 999 oder als E-Mail an kontakt@seeweg-gutwittmoldt.de erfolgen. Die Führung kostet 10 Euro.
Im Anschluss stehen Käsehäppchen und Getränke zum kleinen Preis im Herrenhaus bereit, so dass die Teilnehmer die Führung im gemütlichen Austausch über das Erlebte ausklingen lassen können. Der Katalog zur Ausstellung liegt bereit und kann für 10 Euro erworben werden. Weitere Infos: www.seeweg-gutwittmoldt.de