Midsummer Bulli Festival lockt 40.000 Besucher nach Fehmarn
18.06.2026, 09:33 Uhr
Von:
Nicola Krüger
Fehmarnsches Tageblatt
Wenn das Festival ruft, kommen die Bulli-Fans mit ihren Fahrzeugen nach Fehmarn. © PHIL SCHREYER
Vier Tage, Zehntausende Gäste, unzählige Bullis und eine Insel, die kurz den Atem anhält. Wenn das Midsummer Bulli Festival ruft, kommen sie aus ganz Europa: Familien, Freigeister, Schrauber und Träumer, alle vereint durch die Liebe zu einem Fahrzeug, das längst mehr ist als ein Auto.
Vom 18. bis 21. Juni (Donnerstag bis Sonntag) gehört der Südstrand wieder ihnen.
Die Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit über 2800 angemeldeten Campingbussen und bis zu 40000 Tagesgästen. Dazu gibt es Livemusik direkt am Meer und ein pralles Programm – das alles bei freiem Eintritt. Was 2014 mit rund 200 Fahrzeugen des legendären VW-Busses als kleines Treffen begann, ist heute die größte Bulli-Zusammenkunft Europas. Das „Woodstock der Bulli-Fahrer“ haben sie es irgendwann getauft. Wer einmal dabei war, versteht warum.
Livemusik, Vorträge und ein Froschtanz
Beim Show ,n‘ Shine werden die schönsten und originellsten Fahrzeuge präsentiert und prämiert. © Jörn Pollex
Das Programm ist dicht getaktet. Am Donnerstag machen Bobby Alu (17.15 Uhr) und Baltic Beats den Auftakt – Letztere liefern mit gleich drei Sets bis weit nach Mitternacht ordentlich Stimmung. Am Freitagabend sorgt die Polo Lounge ab 20.15 Uhr mit Akustik-Covern für Stimmung, während am Sonnabend die Hitfluencer (17.30 Uhr) als Show- und Partyband einheizen. Am Sonntag begleitet das Jason Foley Trio die Besucher ab 12 Uhr in mehreren Sets durch den letzten Festivaltag, bevor die Veranstaltung um 16 Uhr endet.
Täglich ab 18.30 Uhr lädt die Kinder-Bulli-Disco vor dem T1-Disco-Bulli mit Lightshow und Seifenblasen für Groß und Klein zum Tanzen ein.
Am Freitagabend gehört die Bühne einer der liebsten Festival-Traditionen: Gemeinsam wird die Mitsommerstange aufgestellt, bevor die Hitfluencer zur großen Polonaise und zum Froschtanz einladen. Dabei feiern Großeltern, Eltern und Kinder gemeinsam mit Blumen im Haar die schwedische Midsommar-Stimmung am Ostseestrand.
Tausende begeisterte Zuschauer säumen die Straßen, wenn die Kultfahrzeuge an ihen vorbeirollen. © THOMAS BURBLIES
Das emotionale Herzstück des Wochenendes ist die Midsummer-Ausfahrt am Sonnabendmittag. Ab 12.30 Uhr startet ein Konvoi vom Südstrand und führt über Klausdorf, Gammendorf, Lemkendorf und Blieschendorf zurück zum Ausgangspunkt – die Ankunft ist gegen 15 Uhr geplant. Im vergangenen Jahr bildeten 560 Fahrzeuge eine rund 65 Kilometer lange Schlange quer über die Insel, während Tausende Zuschauer die Straßen säumten. Wer dabei war, hatte Gänsehaut. Wer am Straßenrand stand, auch. Und wer am Sonnabendabend noch nicht genug hat: Ab 21.45 Uhr gibt es ein großes Public Viewing der WM-Partie Deutschland gegen die Elfenbeinküste.
Täglich werden auf einer eigens aufgebauten Rampe Fahrzeuge dem Publikum präsentiert. Die Kategorien reichen dabei vom schönsten T1 bis zum originellsten Hippie-Bus. Den Titel „Schönster T1“ verleiht am Sonnabendabend Pop-Art-Künstlerin Tanja Kiesewalter. Sie überreicht dem Gewinner ein eigens gestaltetes Kunstwerk im vierstelligen Sammlerwert. Außerdem mit von der Partie ist TV-Moderator Helge Thomsen. Der aus dem RTL2-Motormagazin „GRIP“ bekannte Autokenner vergibt die Helge-Trophy an sein persönliches Lieblingsfahrzeug auf dem Gelände.
Über alle vier Tage hinweg berichten bekannte Creator und Reisende im Vortragsprogramm von ihren Abenteuern. Fernverliebt, Outdoormonster, tulaontour und Fatbaastard nehmen die Zuhörer mit nach Südamerika, nach Norwegen und in den Alltag als digitale Nomaden. Dazu gibt es praktische Tipps zu Van-Ausbau, Solaranlagen und nachhaltigem Reisen. Das Kinderland Småland läuft in diesem Jahr unter GOKI-Flagge. Der deutsche Holzspielzeughersteller bringt Wikinger-Schach, Riesen-Domino sowie Jenga XXL mit auf die Insel.
Und dann ist da noch eine Nachricht, die viele Stammgäste aufatmen lässt: Da die bisherige Fläche am Südstrand ab 2027 einem Tourismusprojekt weichen muss, wurde bereits ein neuer Standort zwischen Burg und Sahrensdorf gefunden. Das neue Gelände ist kompakter, punktet dafür aber mit noch mehr Ostseeblick. Das Festival bleibt der Insel also erhalten. Natürlich.
Bei Livemusik direkt am Meer wird das Vanlife von den Zehntausenden Gästen in vollen Zügen genossen. © THOMAS BURBLIES