Menschenkenner am Steuer: Martin Loss fährt den Bus der reporter-Leserreisen
27.09.2026, 13:04 Uhr
Von:
Astrid Jabs
der reporter Eutin/Malente
„Es ist eine tolle Reise und der Busfahrer ist richtig klasse“, dieses Lob erreichte mich kürzlich via WhatsApp. Ein lieber Bekannter war mit unseren Leserreisen in die Niederlande gefahren. Dass er so zufrieden war, wie wir es uns für alle unsere Reisenden wünschen, lag nicht nur am schönen Reiseziel, sondern an Martin Loss, dem Mann am Steuer.
Das Programm muss stimmen, das Wetter ist ein gewichtiger Punkt, mit dem Fahrer aber kommt der Faktor Mensch ins Spiel, von dem abhängt, ob sich die Reisegesellschaft wohlfühlt. Martin Loss ist einer, der es einem leichtmacht. Seit Juni dieses Jahres steuert er den Reporter-Bus: „Ich habe mich im Burg-Verlag gleich gut aufgehoben gefühlt, die Wertschätzung für meine Arbeit ist gegeben“, sagt er.
Erfahrung ist ein Pfund, mit dem er wuchern kann: Seit 2015 lenkt er Reisebusse, als Kraftfahrer ist er seit seinem 23. Lebensjahr unterwegs, hat unter anderem Schwertransporte übernommen: „Das Lenkrad ist mir in die Wiege gelegt worden“, meint er verschmitzt und verrät: „Ich komme vom Land und bin schon mit sechs, sieben Jahren große Trecker gefahren.“ Die Freude an der Arbeit ist nicht in die Jahre gekommen: „Ich fahre an die schönsten Urlaubsziele und bekomme Geld dafür“, meint er gutgelaunt. Premieren mag er besonders. An neuen Orten schaut er sich genau um: „Und dann gibt es Momente, da bin ich richtig gerührt, dass ich dort sein darf“, erzählt er. Die weiteste Tour hat ihn nach Sizilien geführt, ein Wunschziel wäre Irland: „Da bin ich noch nicht gewesen, England und Schottland kenne ich“, sagt er. Sein Traum wäre eine Island-Rundreise: „Mit Reykjavik, vielleicht wird das ja mal etwas!“ Im nächsten Jahr geht es aber erstmal nach Frankreich und Südtirol: „Darauf freue ich mich!“
Dafür, dass seine Gäste auch auf langen Strecken die gute Laune nicht verlieren, tut er Einiges: „Ich versuche, das Maximum rauszuholen, halte auch mal links und rechts der Strecke“, berichtet er. Mit seinem sicheren Gespür für Menschen macht er aus jeder Situation das Beste. Als Busfahrer ist er nicht nur Chauffeur, sondern Reiseführer, Ruhepol und erster Ansprechpartner für alle Belange. Eine Aufgabe, die er gern übernimmt und verlässlich ausfüllt: „Authentisch zu sein ist mir wichtig und das merken die Gäste.“ Er kommt überall schnell in Kontakt, auch Sprachbarrieren überwindet er unbekümmert: „Mit Englisch kommt man eigentlich fast überall durch“, das erfährt er immer wieder. Während seine „Schützlinge“ auf eigene Faust die Zielorte erkunden, nutzt er die Zeit, um sich auszuruhen, um gut ausgeruht und fit zu sein, wenn es weitergeht. Brenzlige Verkehrssituationen hat er auf der Straße im Bus noch nicht erlebt, auch mit dem Reporter-Bus war binnen Kurzem auf „Du und Du“. Auf dem Fahrersessel ist er sein eigener Herr, diese Unabhängigkeit schätzt er.
Und wohin zieht es einen Driver wie ihn im Urlaub? „Da bin ich am liebsten in Ostholstein“, lautet die Antwort. Aktuell ist er auf Wohnungssuche in Oldenburg: „Wenn jemand eine schöne Bleibe für meine Frau und mich zu vermieten hat, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme über den reporter “, merkt er an. Ansonsten ist Martin Loss mit dem Burg-Verlag genau dort angekommen, wo er sein möchte. So wie es ist, soll es weitergehen: „Die sollen zufrieden nach Hause gehen nach einer Reise, damit sie auch gern wiederkommen. Denn nur dann kann ich Bus fahren und genau das möchte ich.“