Goldmedaille im Vielseitigkeitsreiten
Mathies Rüder siegt bei deutschen Jugendmeisterschaften
08.07.2026, 11:04 Uhr
Von:
Lasse Lindner
Fehmarnsches Tageblatt
Mathies Rüder und Hjoptimus bei der Siegerehrung nach dem Vielseitigkeitswettbewerb im niedersächsischen Luhmühlen. © Ute Goedecke
Großer Erfolg für den Fehmaraner Mathies Rüder: Gemeinsam mit seinem Pferd "Hjoptimus" siegte er am vergangenen Wochenende bei der deutschen Jugendmeisterschaft im Vielseitigkeitsreiten.
Am vergangenen Wochenende fanden im niedersächsischen Luhmühlen die deutsche Jugendmeisterschaften in der Vielseitigkeit statt. Mit am Start in der Kategorie Junge Reiter (U21): Mathies Rüder vom Fehmarnschen Ringreiterverein (FRRV). Gemeinsam mit seinem Schwedischen Warmblut „Hjoptimus“ hatte er den perfekten Tag erwischt: Das Duo von der Insel holte die deutsche Meisterschaft im Vielseitigkeitsreiten in der Altersklasse Junge Reiter.
Von Donnerstag bis Sonntag traten Mathies und „Hjoptimus“ dabei in drei Disziplinen an – den Anfang machte am Donnerstag die Dressur, hier reichte es bereits für den zweiten Rang, ebenso beim Geländeritt am Sonnabend. Die Meisterschaft sicherte sich das Duo letztlich mit einer fehlerlosen Performance im Springen am letzten Turniertag.
Duell um die deutsche Meisterschaft
Reichlich knapp war das Gesamtergebnis, 29,1 Fehlerpunkte standen bei Mathies Rüder am Ende zu Buche, 30,2 hatte die Zweitplatzierte Smilla Maline Philipp vom Verein für Vielseitigkeitsreiterei Rüspel e.V. zu verzeichnen. Das Springen war die ausschlaggebende Disziplin: Aufgrund von Zeitüberschreitung wurden bei Philipp 2,8 weitere Fehlerpunkte angerechnet – somit bedeutete die weiße Weste von Mathies und „Hjoptimus“ die Goldmedaille bei den Jungen Reitern.
„Das Ergebnis ist ein recht gutes Ausrufezeichen, besonders mit Blick auf die EM Ende August“, sagt Mathies selbst zu seinem Abschneiden. Mit „Hjoptimus“ habe er sich auf Vielseitigkeitswettbewerbe spezialisiert und besonders im Verlauf der bisherigen Saison konstant gute Ergebnisse eingefahren. Die starke Perfomance scheint sich auszuzahlen – Mathies steht bereits im Nachwuchskader der deutschen Vielseitigkeitsreiter, das ist quasi die U21-Nationalmannschaft.
Besonders für die Europameisterschaft der jungen Vielseitigkeitsreiter, die vom 26. bis 30. August im schwedischen Segersjö stattfindet, war der Erfolg bei den deutschen Jugendmeisterschaften ein Meilenstein. Es handelt sich dabei nämlich um einen der wichtigsten Sichtungswettkämpfe für den Nationalkader.
Jugend-Europameisterschaft: Kader wird Ende August bekanntgegeben
Stand jetzt haben Mathies und „Hjoptimus“ also gute Karten auf einen Startplatz bei der Vielseitigkeits-EM in Schweden. Insgesamt zehn Reiterinnen und Reiter befinden sich im erweiterten Aufgebot, sechs davon reisen am Ende mit zur Europameisterschaft. Die entgültige Entscheidung über das Aufgebot trifft der Bundestrainer Anfang August.
Mathies ist nicht nur in der Vielseitigkeit unterwegs: Auch auf Springturnieren hat er schon Erfolge eingefahren. Hier mit "Carlesta" beim Fehmarn-Pferde-Festival 2026. © Lasse Lindner
Vielseitigkeitsreiten: Turnierformat und Herausforderungen
In der Turnierklasse CCI3*-L, in der Mathies bei den deutschen Jugendmeisterschaften den Titel holte, findet auch der Wettbewerb bei der Europameisterschaft der jungen Vielseitigkeitsreiter statt. Der Geländeritt zieht sich dabei über eine Strecke von rund fünf Kilometern, die in einem Tempo von etwa 550 Metern pro Minute zurückgelegt werden muss – in der Summe brauchen Pferd und Reiter für die mit Hindernissen ausgestattete Strecke rund neun bis zehn Minuten.
Bevor es in den letzten Wettbewerb – das Springen – geht, steht noch eine Verfassungsprüfung auf dem Plan: Dabei macht sich die Wettkampfjury ein Bild davon, in welchem Zustand sich die teilnehmenden Pferde befinden. Sollte eines dabei Verletzungen aufweisen oder allgemein Anzeichen dafür zeigen, zu erschöpft für eine weitere Teilnahme am Wettkampf zu sein, kann die Jury es aus der Prüfung nehmen. Bei großen Wettbewerben auf nationaler oder internationaler Ebene findet sogar eine zweite Verfassungsprüfung statt – direkt vor der Dressur am Anfang.
Optimal gewappnet für die Europameisterschaft?
Mit „Hjoptimus“ hat Mathies ein Pferd an seiner Seite, mit dem er schon zahllose Vielseitigkeitswettbewerbe bestritten hat. Vielleicht ist auch die Herkunft ein gutes Omen. Das acht Jahre alte Schwedische Warmblut würde, falls es für die Jugend-EM reicht, in seine Heimat zurückkehren.
Ein eingespieltes Paar, starke Leistungen über die ganze Saison und ein Pferd, das vertraute Luft schnuppern darf – wenn das kein Erfolgsrezept ist, dann muss es wohl erst gefunden werden. Die Zeichen stehen gut für Mathies Rüder und „Hjoptimus“ – Daumen drücken also, dass das nächste Highlight nicht lange auf sich warten lässt.