Barrierefreiheit soll notfalls eingeklagt werden

Marktplatz Burg: Zeit für Kompromisse vorbei

21.07.2026, 10:18 Uhr
Von: Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt

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Ein Marktplatz – zwei Meinungen: Die Stadt Fehmarn möchte den historischen Marktplatz möglichst barrierefrei umbauen, die Denkmalbehörde das Katzenkopfpflaster erhalten.

Ein Marktplatz – zwei Meinungen: Die Stadt Fehmarn möchte den historischen Marktplatz möglichst barrierefrei umbauen, die Denkmalbehörde das Katzenkopfpflaster erhalten. © Andreas Höppner

Die Verwaltung der Stadt Fehmarn setzt bei der geplanten barrierefreien beziehungsweise -ärmeren Umgestaltung des historischen Marktplatzes trotz anhaltender Widerstände des Landesamtes für Denkmalpflege weiterhin auf einen irgendwie gearteten Konsens. Doch die Kommunalpolitik ist am Ende mit ihrer Geduld. Der Grundtenor in der Sitzung des Bauausschusses: Noch ein Gespräch. Sollte es keine Lösung geben, wird geklagt.

Benjamin May, Fachbereichsleiter Bauen und Häfen, hatte in einführenden Worten darauf verwiesen, dass die Stadt die mit Großsteinpflaster hergestellten Gehwege am östlichen und südlichen Rand des Marktplatzes gerne verbreitern und eine Veranstaltungsfläche vor dem Rathaus schaffen würde. Als Kompromissvorschlag wolle die Stadt dem Land unterbreiten, die in Ost-West-Richtung bestehende Querungsstelle im nördlichen Bereich in Höhe Am Markt 14 zurückzubauen. „Das zurückzubauen, das ist ein No-Go“, machte Ausschussvorsitzender Hinnerk Haltermann (CDU) deutlich.

Grams: Warum klagt die Stadt nicht?

„Menschen können den Marktplatz nicht mit einem Rollstuhl queren, das ist der derzeitige Zustand“, stellte die städtische Behindertenbeauftragte Jacqueline Grams fest. „Ich verstehe es nicht, warum klagt die Stadt nicht?“, so Grams, die eine „Art Lethargie“ bei der Stadt festgestellt haben will. Sie erinnerte an die UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland geltendes Recht sei und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens fordere. „Wir sind alle auf ihrer Seite. Das ist unser Marktplatz, der muss nutzbar sein“, sagte Holger Wilder (Grüne).

"Thema hat höchste Priorität"

„Wir müssen jetzt mal anfangen“, forderte Josef Meyer vom Seniorenbeirat der Stadt Fehmarn. „Das ist ein Thema, das höchste Priorität besitzt“, rief Bürgervorsteher Holger Micheel-Sprenger (FWV) dazu auf, noch einmal mit Nachdruck in ein Gespräch mit dem Land und dem Landesamt für Denkmalpflege zu gehen, um die Pläne der Verwaltung zu realisieren. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, ohne den von Haltermann als No-Go charakterisierten Kompromissvorschlag in die Gespräche zu gehen.

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