Kreis veröffentlicht Abschlussbericht zur Pflegebedarfsplanung bis 2040

Mammutprojekt Altenpflege im Kreis Ostholstein

16.07.2026, 19:07 Uhr
Von: Lasse Lindner
Fehmarnsches Tageblatt

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Der Bau auf der Reiterkoppel schreitet voran. Ein Kran steht bereits auf dem Gelände, ein zweiter befindet sich aktuell im Aufbau. Entstehen soll ein Mehrgenerationenquartier – auch ein Pflegeheim soll Teil dessen werden.

Der Bau auf der Reiterkoppel schreitet voran. Ein Kran steht bereits auf dem Gelände, ein zweiter befindet sich aktuell im Aufbau. Entstehen soll ein Mehrgenerationenquartier – auch ein Pflegeheim soll Teil dessen werden. © Lasse Lindner

Deutschland altert – und auch der Kreis Ostholstein macht da keine Ausnahme. Nun stellte der Kreis einen Bericht zur Pflegebedarfsplanung für die nächsten fünfzehn Jahre vor. Wie steht es währenddessen um Fehmarn in Sachen altersgerechtem Wohnen und Pflegeangeboten?

Ostholstein steht vor demografischen Herausforderungen. Bis 2040 soll die Gesamtbevölkerung des Kreises um rund 1700 Personen (0,8 Prozent) schrumpfen. Gleichzeit wird die Zahl der Menschen im pflegerelevanten Alter ab 65 Jahren um 9670 Personen (rund 16 Prozent) anwachsen. Das geht aus dem Abschlussbericht zur Pflegebedarfsplanung hervor, den der Kreis Ostholstein jetzt vorlegte. Weniger Ostholsteiner stehen demnach deutlich mehr potenziellen Pflegebedürftigen gegenüber.

Im Basisszenario geht der Kreis davon aus, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis 2040 um rund 16 Prozent steigt – das wären etwa 1910 Personen mehr, die auf Pflege angewiesen wären. Grundlage der Planung war zum einen eine Bestandsanalyse, zum anderen flossen Bevölkerungs- und Pflegebedarfsprognosen in den jetzt vorgelegten Bericht mit ein.

Pflegebedarf Ostholstein: Zahlen und Fakten

Mit dem Anstieg pflegebedürftiger Menschen würde sich auch der Bedarf an Pflegepersonal erhöhen – hier rechnet der Kreis auf Basis der genannten Bevölkerungsprognosen mit etwa 190 zusätzlichen Pflegefachkräften und 110 Pflegehilfskräften, um eine Versorgung gewährleisten zu können, geht aus anlassbezogener Pressemitteilung des Kreises weiter hervor.

Auch die Situation bei der informellen Pflege, also durch Angehörige, steht vor Herausforderungen: Je älter eine Gesellschaft wird, desto weniger Menschen gibt es, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern können. Der Kreis Ostholstein steht also vor einer gewaltigen Herausforderung in Bezug auf das Thema Pflege.

Strategische Ausrichtung in Ostholstein bis 2040

Im Blick auf die bevorstehenden Aufgaben nennt der Kreis in seiner Pressemitteilung die Bereiche, in denen besonderer Handlungsbedarf besteht: Die Pflegeinfrastruktur solle weiterentwickelt werden, Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften müsse gesichert werden, heißt es.

Auch die Stärkung des gesellschaftlichen Engagements und des Ehrenamtes sei von zentraler Bedeutung. Letztlich wird die Förderung „altersgerechter Wohnformen und einer zukunftsorientierten Quartiersentwicklung“ hervorgehoben.

Fehmarn: Das Projekt Reiterkoppel

Solche Projekte befinden sich teilweise schon in der Umsetzung – so auch auf Fehmarn. Im Bereich der ehemaligen Reiterkoppel entsteht bekanntlich ein neues Wohnquartier mit rund 290 Einheiten. Die für den Bau verantwortliche Reiterkoppel GmbH & Co. KG bezeichnet das Projekt als „modernes, lebendiges Wohnquartier für alle Generationen“.

Im nördlichen Bereich des Wohnquartiers soll bekanntlich ein Pflegeheim entstehen. Die Investitionssumme für das Projekt zwischen dem Staakensweg und dem Grünen Weg beläuft sich auf rund 95 Millionen Euro. Das Thema Pflegebedarf ist auf Fehmarn angekommen. Derzeit seien weitere Projekte, insbesondere in Bezug auf ambulante Pflege und Tagespflege in Planung, stellte Bürgervorsteher Holger Micheel-Sprenger gestern gegenüber dem FT in Aussicht.

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