Ein gemeinsamer Schulentwicklungstag Schulalltag nach kanadischem Vorbild

Malente: Vier Grundschulen setzen auf gemeinsame Schulentwicklung

26.09.2026, 10:58 Uhr
Von:
der reporter Eutin/Malente

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Schulrätin Anja Bück (re.) im Gespräch mit Marion Claasen, die die Lehrkräfte zum Thema basale Kompetenzen im Fach Deutsch fachlich begleitete.

Schulrätin Anja Bück (re.) im Gespräch mit Marion Claasen, die die Lehrkräfte zum Thema basale Kompetenzen im Fach Deutsch fachlich begleitete. © Christian Burgdorf

Mit der Otfried-Preußler-Schule aus Pansdorf, der Heinrich-Harms-Schule aus Hutzfeld, der Ostsee-Grundschule aus Scharbeutz und der Eutiner Gustav-Peters-Schule haben sich vier Grundschulen im Kreis Ostholstein zu einer Schulfamilie zusammengefunden, um Wissen und Fähigkeiten auszutauschen.

Bei einem Treffen der Kollegien im Uwe-Seeler-Fußballpark ging es um die Sicherung und Weiterentwicklung der basalen Kompetenzen in den Fächern Mathematik und Deutsch im Rahmen der landesweiten Programme „Gemeinsam lernen SH“ und „Schule 2035“.

Basale Kompetenzen sind grundlegende sprachliche, mathematische und soziale Fähigkeiten, die als unverzichtbare Voraussetzung für jeden weiteren Lernerfolg und das Erreichen von Mindeststandards dienen. In den ersten vier Schuljahren ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, damit sie eine solide Grundlage für eine weiterführende Schule haben. Das Programm orientiert sich unter anderem an dem kanadischen Modell „Family of Schools“, in dem die Schulen gemeinsam mit der Schulaufsicht datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben. „Dabei geht es zunächst darum, ganz viele Daten über Schülerzahlen, Klassengrößen, Anzahl der Pädagogen und vieles mehr digital zu erfassen“, beschreibt  der Leiter der Abteilung für Schulentwicklung und Schulaufsicht im Bildungsministerium Schleswig-Holstein, Alexander Kraft das kanadische Vorbild, das er dort vor Ort kennengelernt hatte. „Auch wenn es auf den ersten Blick nach ganz viel Bürokratie aussieht, birgt es jedoch einen großen Nutzen in sich. Mit einem Blick auf die gesammelten Daten können negative Situationen im Schulalltag schnell erfasst und zügig behoben werden. Das kommt letztlich allen Beteiligten zugute“, sagt Kraft. Er nimmt wahr, dass die Schulen im Lande dabei sind, das Konzept umzusetzen und weiß aber auch, dass diese Systemveränderung bei der heutigen allgemeinen Situation in den meisten Grundschulen nur in kleinen Schritten möglich ist.

„Es muss abgewogen werden, ob das Tun der Schule für die Gesellschaft nützlich ist. Für die Schülerinnen und Schüler gibt es in der Regel mit den Familien, der Schule und anderen Institutionen ein Netzwerk, mit dem das Beste für sie erreicht werden soll.  Um für die Kinder das Optimale zu erreichen, müssen aber alle an einem Strang ziehen“, definiert Kraft ein Ziel des Konzeptes.

Auch die Schulrätin des Kreises Ostholstein, Anja Bück, weiß, dass die Lehrkräfte in den Grundschulen hervorragende Arbeit leisten. „Trotz aller Widrigkeiten, die der Schulalltag mit sich bringt, gibt es zwischen den vier Schulen, die hier heute vertreten sind, schon länger einen regen Wissensaustausch. Das ist für die Beteiligten sehr gut, denn so fühlen sich die Lehrkräfte nicht als Einzelkämpfer, sondern wissen, wo Rat und Unterstützung zu holen ist“, erklärt die Schulrätin die Idee der Schulfamilie und weist darauf hin, dass das letztlich den Kindern zugutekommt: „Das ist ja der Sinn des Konzeptes. Manchmal dürfen dann Lehrerinnen und Lehrer auch eher bürokratische Dinge liegenlassen, wenn gleichzeitig ein Gespräch mit Schülern oder auch Kollegen viel sinnvoller ist. Denn auch das stärkt die basalen Kompetenzen.“

„Der gemeinsame Schulentwicklungstag soll mehr sein als eine Fortbildung. Er bietet die Gelegenheit, dass die Lehrkräfte der vier Schulen sich besser kennenlernen, fachliche Kontakte aufbauen und die Zusammenarbeit der Schulen im Sinne des Projektes „Gemeinsam lernen SH“ weiterentwickeln können“, stellt Jeanette Terra fest, die als Schulentwicklungsberaterin das Programm begleitet.

Jan Martensen (li.) moderierte den Schulentwicklungstag, den Alexander Kraft mit einem Grußwort eröffnete.

Jan Martensen (li.) moderierte den Schulentwicklungstag, den Alexander Kraft mit einem Grußwort eröffnete. © Christian Burgdorf

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