Hospizinitiative Eutin vermittelt in Kursen für alle Wissen rund um das Sterben

„Letzte Hilfe“ – Beistand am Lebensende

11.08.2026, 11:11 Uhr
Von:
der reporter Eutin/Malente

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Am Ende wissen, wie es geht: In Zweier-Teams leiten die Ehrenamtlichen und die Koordinatorinnen der Eutiner Hospizinitiative die Letzte Hilfe-Kurse an

Am Ende wissen, wie es geht: In Zweier-Teams leiten die Ehrenamtlichen und die Koordinatorinnen der Eutiner Hospizinitiative die Letzte Hilfe-Kurse an © Astrid Jabs

Stabile Seitenlage, Herzdruckmassage, Blutungen stillen – zum Stichwort „Erste Hilfe“ fallen den meisten Menschen konkrete Maßnahmen ein. Wer einen Führerschein hat, ehrenamtlich tätig ist oder beruflich entsprechend Verantwortung übernimmt, hat mindestens einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Das Ziel ist klar definiert: Es gilt, Leben zu retten. Um das Leben geht es auch in den „Letzte Hilfe“-Kursen der Eutiner Hospizinitiative. Allerdings steht hier das Lebensende im Fokus.

Vermittelt wird Wissen, mit dem Sterbenden die verbleibende Zeit würdig gestaltet werden kann. Rüstzeug, mit dem Angehörige sich darauf vorbereiten können, präsent zu sein, wenn menschliche Nähe unverzichtbar ist. Die Kurse stehen allen Interessierten offen: „Immer mehr Angehörige werden darauf aufmerksam, denn viele stehen vor der Aufgabe, Schwerstkranke am Lebensende zu begleiten“, berichtet Sabine Grein von der Eutiner Hospizinitiative. Seit 2018 hat die Schulung in der „Letzte Hilfe“ deshalb einen festen Platz im Programm der Hospizinitiative.

Gruppen zwischen sechs und maximal 20 Teilnehmenden kommen in der Regel für einen Nachmittag oder einen Abend zusammen, um in vier Unterrichtseinheiten (Modulen) von jeweils 45 Minuten von allgemeinen Informationen über rechtliche Grundlagen bis zu konkreten Tipps für die Versorgung Sterbender und den Umgang mit dem endgültigen Abschied Antworten auf wesentliche Fragen zu erhalten. Die vier Module behandeln die Themen „Sterben als ein Teil des Lebens“, „Vorsorgen und entscheiden“, „Leiden lindern“ und „Abschied nehmen“.

Die Leitung haben zertifizierte Kursleiter*innen mit Erfahrung in der Hospiz- und Palliativversorgung. Jeweils zu zweit geleiten sie die jeweilige Runde durch die einzelnen Abschnitte und auch wenn die Inhalte festgelegt sind, bleibt stets Raum für eine individuelle Gestaltung der Kurse: „Die Gruppe ist ein geschützter Ort, um in den Austausch zu kommen, das Thema Tod und Sterben aus der Sprachlosigkeit zu holen“, beschreibt Sabine Grein. Kursleiterin Annegret Pistol erlebt immer wieder, dass sich die Anwesenden mit Ihren Erfahrungen einbringen. Fragen wie „Was packen Sie in Ihren letzten Koffer?“ können dafür einen Einstieg eröffnen. Wichtig ist aber auch: Hier muss niemand „liefern“. Wer nur zuhören möchte, ist genauso richtig wie Menschen, die eigene Erfahrungen oder Fragen in der Gruppe loswerden wollen. Allen gemeinsam ist, dass sie etwas mitnehmen aus den rund vier Stunden: „Die Gewissheit, als Angehörige oder Nahestehende etwas tun zu können für den sterbenden Menschen, stärkt die Teilnehmenden“, weiß Astrid Heide, die als Koordinatorin ebenfalls Kursleitungen übernimmt. Leiden zu lindern nennt sie als einen zentralen Punkt, der mit zahlreichen praktischen Tipps verknüpft ist. So wird zum Beispiel über Mundpflege und den Einsatz von Düften nicht nur referiert, die Kursleitungen haben entsprechendes Anschauungsmaterial dabei. Und wenn erklärt wird, dass man einem sterbenden Genießer den trockenen Mund natürlich auch mit Wein oder Bier benetzen kann, schmunzelt man auch schon mal gemeinsam. Grundsätzlich sind sich die Leiter*innen einig: „Es ist kein Tränendrüsenkurs, auch wenn es in die Tiefe gehen kann.“

Es ist eine Tiefe, in die man sich vorwagen sollte: „Was wir hier im Kurs besprechen, werden fast alle erleben“, erläutert die Ehrenamtliche Silke Eckeberg und setzt nach: „Deshalb wollen wir dahin, dass möglichst viele Menschen den Letzte-Hilfe-Kurs so wichtig nehmen wie die Erste Hilfe.“

Gut zu wissen

Die Letzte-Hilfe-Kurse der Hospizinitiative sind kostenlos, Spenden sind willkommen. Nach dem Kursende können die Teilnehmenden anonym eine Bewertung abgeben – wichtiges Feedback für die vorwiegend ehrenamtlichen Kursleitungen. Letzte Hilfe-Kurse werden sowohl in den Räumen der Hospizinitiative Eutin als auch als „In-Haus-Schulung“ in Vereinsheimen, Praxen oder Unternehmen angeboten. Je nach Zielgruppe werden die Kurse in den Varianten „Erwachsene“, „Leichte Sprache“, „Kids & Teens“ oder „Professionell“ angeboten. Informationen gibt es am Hospiztelefon unter 04521 – 790 776 (AB) oder unter 04521 – 401 882 sowie per E-Mail an info@hospizinitiative-eutin.de. Termine können individuell vereinbart werden. Außerdem finden mehrmals im Jahr Letzte-Hilfe-Kurse für die Öffentlichkeit gemeinsam mit Kooperationspartnern der Hospizini statt, nähere Auskünfte dazu finden sich auf  www.letztehilfe.info. Dort gibt es auch eine detaillierte Übersicht zu den Kursinhalten.

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