Lesung: Die Spuren der Zwangsarbeit
21.05.2026, 11:39 Uhr
der reporter Eutin/Malente
Mit „Nelka“, einem Roman über das Leben einer Zwangsarbeiterin auf einem norddeutschen Gutshof kommt die Autorin Svenja Leiber am Freitag, 22. Mai, um 19.30 Uhr für eine Lesung in die Eutiner Buchhandlung Hoffmann.
Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro im Vorverkauf und 18 Euro an der Abendkasse. Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof wird sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass er sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit bis in die Gegenwart und in der norddeutschen Landschaft hinterlassen haben, macht die Autorin in ihrem neuen Roman sichtbar.
Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband „Büchsenlicht“, 2010 folgte der Roman „Schipino“. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 „Das letzte Land“, 2018 „Staub“ und 2021 „Kazimira“. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.