Kunst-Kiosk wird zur begehbaren Kamera
20.09.2026, 12:48 Uhr
PROBSTEER
Der Kunst-Kiosk am Uferweg in Heikendorf wird vom Dienstag, 22. September, bis Mittwoch, 30. September, zur begehbaren Camera Obscura. Fotokünstler Jörg Klinner lädt unter dem Titel „upside down – inside the box“ täglich ab 14 Uhr zu Vorführungen, Experimenten und Erläuterungen ein. Der Eintritt ist frei, im Anschluss wird um eine freiwillige Spende gebeten.
Für die Installation wird der Innenraum des Kiosks vollständig abgedunkelt. Durch eine kleine Öffnung fällt Licht hinein und projiziert die Außenwelt kopfstehend und seitenverkehrt in den Raum. Schiffe, Menschen und Wolken erscheinen so als bewegte Bilder auf den Innenflächen des Gebäudes. Damit steht diesmal nicht die Kunst im Kiosk, sondern der Kiosk selbst im Mittelpunkt.
Die Camera Obscura gilt als Vorläufer der heutigen Kamera. Bereits Aristoteles beschrieb das Phänomen der Lichtprojektion. Später nutzten Künstler wie Canaletto das Prinzip als Zeichenhilfe für ihre Stadtansichten. In Heikendorf können Besucher unmittelbar verfolgen, wie ein Bild ohne digitale Technik und Bildschirm allein durch Licht, Raum und physikalische Gesetzmäßigkeiten entsteht.
Jörg Klinner erläutert die Geschichte und Funktionsweise der Camera Obscura anhand von Experimenten, historischen Beispielen und Vorführungen. Das Angebot richtet sich an Fotografie- und Kunstinteressierte ebenso wie an Familien, Urlaubsgäste und Einheimische.
Der Heikendorfer Fotokünstler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Ursprüngen und Randbereichen der analogen Fotografie. Zu seinen Schwerpunkten gehören Lochkameras, Cyanotypien, historische fotografische Verfahren, Dunkelkammertechniken und Laterna-Magica-Projekte. Dabei befasst er sich nicht nur mit dem fertigen Bild, sondern auch mit dessen Entstehungsprozess.