Böses Erwachen in Preetz: Baumaßnahme schlagt mit 5 Millionen Euro zu Buche
Kostenexplosion bei Schwimmhallen-Sanierung
18.06.2026, 16:42 Uhr
Von:
Volker Graap
der reporter Plön/Preetz
Dass die Sanierung der Preetzer Schwimmhalle teurer wird als geplant, war allen Beteiligten klar – alleine wegen der sechsmonatigen Bauverzögerung. Dass sich die Kosten allerdings mehr als verdoppeln, damit hat wohl niemand gerechnet. Statt der veranschlagten 2,3 Millionen Euro geht die Stadt aktuell von Gesamtkosten in Höhe von brutto 5 Millionen Euro aus. „Das sind Mehrkosten von 117 Prozent“, konstatiert Bürgermeister Tim Brockmann. In der Nettosumme seien neben 655.000 Euro für Planerhonorare auch 3,538 Millionen Euro Baukosten enthalten. Hier seien jedoch noch nicht alle Schlussrechnungen gestellt, so Brockmann.
„Die genauen Ursachen für die Verteuerung sind noch nicht abschließend herausgearbeitet. Es wird zu klären sein, ob zum einen der geplante Sanierungsumfang von den planenden Ingenieuren richtig eingeschätzt wurde und die in der Kostenschätzung getätigten Annahmen realistisch gewesen sind“, sagt der Bürgermeister. Zum anderen müsse hinterfragt werden, ob im Zuge der Bauausführung und Bauüberwachung Fehler gemacht worden seien, die im Ergebnis zu Nachträgen bzw. Nachforderungen der beteiligten Firmen führten. „Eine gerichtliche Auseinandersetzung steht aktuell nicht auf der Tagesordnung. Die Stadt führt derzeit Gespräche mit den planenden Büros und ausführenden Betrieben“, erklärt Brockmann.
Dieses Zahlen hatte der Verwaltungschef erstmals am 10. Juni in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses bekannt gegeben. Wie der Ausschussvorsitzende Arne Krüger (CDU) berichtet, seien die Ausschussmitglieder über diese Nachricht sehr erschrocken gewesen. „Wie konnte das passieren? Diese Frage werden wir jetzt versuchen zu erforschen“, kündigte er an. Wer nun welche Schuld an der Kostenexplosion trage, lasse sich nicht auf die Schnelle einschätzen. „Allerdings muss man auch sagen: Hätten wir von vornherein gewusst, dass es fünf Millionen Euro kostet, die Schwimmhalle auf den neuesten Stand zu halten, hätten wir keine andere Entscheidung getroffen“, meint Krüger. Der Kommunalpolitik sei es sehr wichtig gewesen, die Schwimmhalle in Preetz zu erhalten.
Ausführlich wird sich der Ausschuss für Wirtschaft, Sport, Kultur in seiner Sitzung am 15. September um 19 Uhr im Ratssaal mit dem Thema beschäftigen.