Kapitänleutnant Landgrebe übernimmt Führung der Marineunterwasserortungsstelle
Kommandowechsel beim „Ohr in der Ostsee“ auf Fehmarn
03.10.2026, 11:55 Uhr
Von:
Reinhard Gamon
Fehmarnsches Tageblatt
Mit dem 1. Oktober hat der 43-jährige Kapitänleutnant Tobias Landgrebe das Kommando über die Marineunterwasserortungsstelle (MUWOST) in der Bundeswehrliegenschaft Marienleuchte übernommen. Gleichzeitig wechselt der bisherige Kommandoinhaber Kapitänleutnant Sven Karwelies nach siebeneinhalbjähriger Tätigkeit zur Einsatzflottille nach Kiel. Die feierliche Kommandoübergabe vollzog der Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders, Fregattenkapitän Kai Nickelsdorf.
Dieser nannte die Dienststelle auf Fehmarn „Das Ohr in der Ostsee“ und die Bediensteten dort als eine eingespielte, schlagkräftige Einheit. Weiterhin erinnerte er daran, dass sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine politisch und auch militärisch viel verändert habe und ein neuer Weg eingeschlagen worden sei. „Unser Auftrag hat sich keinesfalls verändert, aber wesentlich verfestigt“, sagte er. Der Fregattenkapitän dankte dem scheidenden Kommandoträger Kapitänleutnant Sven Karwelies für sein hohes Engagement und die Tatsache, dass dieser über eine gute und zudem fachlich qualifizierte Truppe verfüge.
„Ich übernehme das Kommando. Und ich mache das mit Respekt vor der Aufgabe, aber vor allem mit großer Vorfreude auf das, was vor mir liegt“, so der neue Kommandoträger Tobias Landgrebe. Eine solche Übergabe bedeute mehr als ein formeller Wechsel. Sie bedeute, Verantwortung weiterzugeben und die Dienststelle mit all ihren Aufgaben und Herausforderungen in die nächsten Hände zu legen. „Mein besonderer Dank gilt aber auch Ihnen, allen Soldatinnen und Soldaten, sowie den zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die innerhalb der Marineunterwasserortungsstelle ihren Dienst verrichten. Denn am Ende sind es nicht Gebäude, Technik oder Strukturen, die unsere Leistungsfähigkeit ausmachen. Es sind die Menschen, die hier jeden Tag ihren Auftrag erfüllen.“
Akustische Aufzeichnungen Kernaufgabe
Auch Kapitänleutnant Tobias Landgrebe nannte den Begriff „Ohr in der Ostsee“ und bezeichnete die moderne Technik als Hochwertsensorik am Fehmarnbelt. „Wir unterstützen bei der Erstellung eines verlässlichen Lagebildes, gewinnen und bewerten relevante Informationen und stellen sie dort bereit, wo sie gebraucht werden. Dazu gehört natürlich auch unser Kernauftrag, akustische Aufzeichnungen durchzuführen, um die operativen Datenbänke mit Inhalten zu versorgen.“
Leistungsbereitschaft und Kameradschaft sind für ihn kein Widerspruch. Im Gegenteil, sagte Landgrebe bezüglich seines Führungsstils.
„Eine Einheit, die leistungsfähig sein will, muss eine Einheit sein, in der man sich aufeinander verlassen kann. Ich mag einen Führungsstil, der nahbar ist. Ich möchte ansprechbar sein, zuhören und wissen, was die Menschen beschäftigt, die hier ihren Dienst leisten. Gleichzeitig werde ich Leistung einfordern“, so Landgrebe, der verheiratet ist und mit seiner Frau und zwei Töchtern in Rieseby bei Eckernförde lebt. Kapitänleutnant Tobias Landgrebe hatte anlässlich seiner Übernahme auch eine angenehme Überraschung für die Soldatinnen und Soldaten, die sich am Tag des Kommandowechsels über einen freien Tag freuen dürfen.
Auch er selbst erfuhr noch eine besondere Überraschung, und die kam von oben: Anlässlich des Kommandowechsels überflog eine Bundeswehrmaschine vom Typ Airbus A 400 M im Tiefflug die Bundeswehr-Liegenschaft in Marienleuchte. Anschließend waren alle Gäste zu einem Imbiss und einem Plausch in die Messe eingeladen.