Neues Aufenthalts- und Beratungsangebot in Gaarden:
Kiel bündelt Hilfen für Suchtkranke
24.07.2026, 14:53 Uhr
Von:
Volker Graap
PROBSTEER
Die Landeshauptstadt Kiel hat in der ehemaligen Röntgenpraxis am Karlstal 32 in Gaarden ein neues Aufenthalts- und Beratungsangebot für Menschen mit Suchterkrankungen eingerichtet. Ziel des Projekts ist es, Hilfsangebote an einem zentralen Ort zu bündeln, den Zugang zu Beratung und Unterstützung zu erleichtern und gleichzeitig den öffentlichen Raum in Gaarden nachhaltig zu entlasten.
In dem Stadtteil halten sich seit längerer Zeit viele Menschen mit Suchterkrankungen auf: Straßenecken und Hinterhöfe dienen häufig als Aufenthaltsorte. Gleichzeitig fehlte bislang ein geeigneter Anlaufpunkt, der Beratung, Aufenthalt und niedrigschwellige Hilfen miteinander verbindet. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit Anwohnern und Gewerbetreibenden. Um diese Situation zu verbessern, wurde nun ein spezielles Konzept entwickelt. Oberbürgermeister Samet Yilmaz und Bürgermeister Gerwin Stöcken erklären: „Wir lassen die Menschen in Gaarden mit dieser Situation nicht allein - weder die Anwohner noch die Menschen, die Hilfe brauchen. Unser Ziel ist klar: mehr Ordnung im öffentlichen Raum und gleichzeitig mehr Unterstützung für diejenigen, die aus eigener Kraft oft nicht aus ihrer Situation herausfinden. Beides gehört zusammen.“
Der geschützte Innenhof der ehemaligen Röntgenpraxis wurde dafür mit Unterständen und Toiletten ausgestattet und bietet künftig einen zentralen Treffpunkt für die bislang im Stadtteil verteilte Straßenszene. Dort stehen nun Beratungs-, Aufenthalts- und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die beteiligten sozialen Träger verlegen einen Teil ihrer Beratungsarbeit an den neuen Standort und bieten montags bis freitags täglich bis zu vier Stunden Beratung und Begleitung an. Ergänzt wird das Angebot durch einen Sozialarbeiter, der zugleich die Funktion eines Concierges übernimmt, auf die Einhaltung der Hausordnung achtet und als Ansprechpartner für die Besuchende zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist ein Wachdienst regelmäßig vor Ort.
„Sicherheit entsteht dort, wo Ordnung und Hilfe Hand in Hand gehen. Die Polizei wird diesen Ansatz gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel und den sozialen Trägern konsequent begleiten“, unterstreicht Polizeioberrat Carsten Ebsen, Leiter des Stabsbereiches 1 der Polizeidirektion Kiel. Kommunaler Ordnungsdienst, Straßensozialarbeit und Polizei werden gemeinsam darauf hinwirken, dass der neue Standort als zentraler Aufenthalts- und Beratungsort genutzt wird.
Das Projekt ist zunächst als Modellversuch angelegt. Die Erfahrungen der kommenden Wochen und Monate werden fortlaufend ausgewertet, um das Angebot bei Bedarf an die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzenden anzupassen.