„Jung regiert - Tradition bleibt“: Hauke I. und Catharina I. Carstensen sind die neuen Majestäten der Plöner Schützengilde
13.07.2026, 16:15 Uhr
Von:
Lotta Schneider
der reporter Plön/Preetz
Die neuen Majestäten der Plöner Schützengilde stehen fest: Hauke I. und Catharina I. Carstensen wurden der Schießliste folgend am Abend des Schützenfestes ausgerufen, nachdem es dem Königsschützen Max von Buddenbrook gelungen war, das letzte Stück des Holzvogels abzuschießen. Nach dem Königsweckruf, Ausmarsch zum Festplatz, zünftigem Festkommers mit Grußworten der Stadt Plön, der Marineunteroffiziersschule und der befreundeten Gastgilde aus Lütjenburg, war das Ergebnis des Vogelschießens auf einen hölzernen „Papagoy“ in 20 Metern Höhe mit Spannung erwartet worden. Bei bestem Wetter verfolgten viele Augen, wie der Vogel Schuss für Schuss seine „Insignien“ und seine Federn fallen ließ.
Während auf der vom TSV Plön betreuten Hüpfburg von Langner & Burmeister getobt wurde, erfreuten sich die Gäste am Kuchenbuffet. Die schwungvolle Musik des Förde Blasorchesters Kiel beflügelte die gute Laune der Feiernden, während das Vogelschießen fortgesetzt wurde. Seeseits sicherte die DLRG Plön das Gelände ab.
Die Plöner Schützengilde von 1621 hat keine Nachwuchssorgen: Vier frisch gebackene Gildebrüder im Alter zwischen 20 und 40 Jahren freuten sich über ihre Kokarde für den Zylinder und beteiligten sich eifrig am Schießen. Gegen 18.30 Uhr wurden im „Ballerhus“ die letzten Holzspäne vom „Papagoy“ erwischt: Mit dem 656. Schuss holte Rekrut Max von Buddenbrock den Rest endgültig von der Stange und wurde damit der Königsschütze 2026.
Was darauf folgte, gleicht Jahr für Jahr einem antiken Orakel: Die Ältermänner ziehen sich zurück und befragen die „unbestechliche Schießliste“, wer mit dem Königsschuss zum König zu küren sei.
Zum besten Federschützen wurde Hauke Carstensen gekürt. Spätestens da merkte man „die Jugend schlägt zurück“, wie der erste Ältermann Stefan Meyer dies kommentierte.
Dann erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Zweiter Ältermann Torben Martens und Adjutant Klaus Pöschke begannen mit dem silbernen Königsschild aus dem Jahre 1730 (an dem das älteste Schildchen von 1621 hängt) durch die Reihen zu streifen, hin und her und auf der Suche. Plötzlich hatte Hauke Carstensen unvermutet den ehrwürdigen Schild um den Hals, Zeichen höchster Wertschätzung der Gilde gegenüber ihrem Gildebruder.
Nachdem sich der 38 Jahre junge König gesammelt hat, setzte er seiner Frau Catharina die Krone auf und nahm seinen begeisterten Sohn Fiete auf den Arm. Ohnehin ist Fiete mit Vater Hauke und Opa Edgar Lohr immer gerne auf dem Düvelsbrook. Glücklich und staunend blickte er nun seinen Papa an, dem die feiernde Gilde fröhlich zujubelte.
Hauke Carstensen „ist ein Gildebruder, der sich an vielen Stellen in die Gilde einbringt“, erklärte Ältermann Stefan Meyer. Carstensen ist Leutnant der dritten Kompanie, ist aktiv an der Pflege des Festplatzes am Düvelsbrook beteiligt. Als „Klettermax“ befestigt er den Vogel an der Stange in schwindelnder Höhe und pflegt die Homepage der Gilde.
Unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr einschließlich Jugendwehr begleitete die Gilde nach der Proklamation das neue Königspaar im stimmungsvollen Fackelschein und mit Blasmusik bis zum Rathaus, wo Bürgermeisterin Mira Radünzel das ihr gut bekannte Paar begrüßte – denn Hauke Carstensen ist auch stark in der Plöner Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Besonders toll finde sie es, dass so viele junge Mitglieder die über 400jährige Tradition der Zeit angepasst fortzuführen bereit seien.
Beim Königsbier - einem Tanzabend am darauffolgenden Samstag, mit dem das Gildefest seinen Ausklang findet, gab Majestät Hauke I. sein Königsmotto bekannt: „Jung regiert - Tradition bleibt“. Der Abend zeigte, dass die unbestechliche Schießliste wieder genau den Richtigen getroffen hat. Bis tief in die Nacht wurde gefeiert. Und trotz hoher Temperaturen hat es sich die Plöner Gilde nicht nehmen lassen, in der historischen Festhalle am Düvelsbrook ausgiebig zu schwofen.