Bau-Turbo soll Investition von knapp 30 Millionen Euro auf den Weg bringen

Investor plant Bau von 77 Wohnungen in Eutin

03.06.2026, 10:03 Uhr
der reporter Eutin/Malente

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Investor Thomas Hüstreich (Mi.) will in Eutin 77 Wohnungen errichten. Zur Seite stehen ihm Architekt Nico Calabretta (re.) und als Berater der Rechtsanwalt Marcel Kriwet (li.) mit dem Beratungsschwerpunkt Baurecht.

Investor Thomas Hüstreich (Mi.) will in Eutin 77 Wohnungen errichten. Zur Seite stehen ihm Architekt Nico Calabretta (re.) und als Berater der Rechtsanwalt Marcel Kriwet (li.) mit dem Beratungsschwerpunkt Baurecht. © HFR

Bezahlbarer Wohnraum ist wahrlich knapp in Eutin. Für schnelle Abhilfe könnte nun ein Bauprojekt in der Ohmstraße 6 sorgen. Auf dem Freigelände des dortigen A-K-Tiv-Therapiezentrums sollen 77 Wohnungen entstehen. Kostenpunkt: knapp 30 Millionen Euro.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Eutin hat am kommenden Donnerstag, 4. Juni, ab 18 Uhr in seiner Sitzung in der Albert-Mahlstedt-Schule über die Realisierung zu entscheiden.

„Geplant sind sieben Wohngebäude um eine interne Erschließungsstraße“, sagt Architekt Nico Calabretta aus Bosau, der von Investor Thomas Hüstreich mit der Planung beauftragt wurde. Jedes Wohngebäude verfüge über elf Wohnungen auf drei Volletagen und einem Staffelgeschoss. Wichtig: Der Preis der Wohnungen werde sich im unteren Bereich der ortsüblichen Raummiete befinden. „Serielles Bauen der sieben Wohngebäude wird die Baukosten senken und für günstige Mieten sorgen“, rechnet Thomas Hüstreich vor.

In der Mitte des überwiegend barrierefreien Gebäude-Ensembles ist eine begrünte Freifläche mit Bäumen als Quartierspark vorgesehen. Wiesen, Bäume und ein Fußweg komplettieren die Anlage. Energetisch sollen großflächige Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden das Gebiet mit Hilfe eines Großbatteriespeichers komplett nachhaltig versorgen. „Geplant ist sogar zusätzlich eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz“, so Thomas Hüstreich.

Zur zügigen Umsetzung seines Vorhabens hat Thomas Hüstreich mit Unterstützung des Rechtsanwaltes mit Beratungsschwerpunkt Baurecht, Marcel Kriwet (ehemaliges Mitglied der Eutiner Stadtvertretung) aus Hamburg, den „Bau-Turbo“ gezündet. „Der Bau-Turbo soll Vorhaben schneller ermöglichen, die nach aktuellem Bauplanungsrecht nicht zulässig wären, aber durch eine Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes bauplanungsrechtlich zulässig gemacht werden könnten“, so Kriwet. Der Bau-Turbo sei nach der Begründung des Gesetzes auch gedacht, um Wohnen neben Gewerbe zu ermöglichen, wenn das Gewerbe hierdurch nicht eingeschränkt werde und nur das aktuelle Planrecht dies ohne eine Änderung nicht zulassen würde.

Alles, was in einem meist mehrjährigem Bauleitverfahren berücksichtigt werden müsse, müsse auch bei der Anwendung des Bau-Turbos berücksichtig werden. „Das Bauprojekt kann nur jetzt und mit dem Bau-Turbo realisiert werden“, rechnet Thomas Hüstreich mit steigenden Zinsen und steigenden Baukosten. Ein neues zusätzliches Bauleitverfahren koste ihn nicht nur Zeit, sondern auch Geld und mache das Projekt für günstiges Wohnen in Eutin unwirtschaftlich.

Das Grundstück für die sieben Wohngebäude liegt im Eutiner Gewerbegebiet. Hüstreich hat eine umfangreiche Schalltechnische Untersuchung von dem Schallschutzgutachter erstellen lassen, der regelmäßig für die Stadt Immissionsschutzgutachten erstellt. Danach werden die Grenzwerte für gesunde Wohnverhältnisse von Gewerbebetrieben, der Bahn, der Bundeswehr oder Verkehr eingehalten. Mehr noch: es würden weit überwiegend sogar die deutlich darunter liegenden Grenzwerte für allgemeine Wohngebiete eingehalten.

Auch das neue interkommunale Gewerbegebiet werde nicht eingeschränkt, so Marcel Kriwet – „und wir sind bei den vorliegenden Gutachten immer von einer worst-case-Betrachtung ausgegangen“, unterstreicht der Rechtsanwalt mit Beratungsschwerpunkt für Baurecht die Gutachten. Und so komme auch die eingeschaltete Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein zu dem Ergebnis, dass das an das Grundstück angrenzende FFH-Gebiet dem Vorhaben nicht entgegenstehe. Dem Ausschuss empfiehlt die Stadt für Donnerstag jedoch, das Projekt abzulehnen.

„Bis 2040 fehlen in Eutin 580 Wohnungen“, meint Thomas Hüstreich. Durch das Bauprojekt würde dieser Bedarf bereits um 13 Prozent gedeckt werden. Die Stadt Eutin müsse keine neue Infrastruktur errichten, eine verkehrliche Erschließung sei bereits vorhanden. Typische Ziele der Daseinsfürsorge seien in angemessener Entfernung erreichbar. Lärmwerte würden eingehalten. Und: Die Stadt Eutin generiere durch Grundsteuer, Einkommenssteuer-Anteile, Schlüsselzuweisungen oder Gewerbesteuer immerhin bis zu einer viertel Million Euro.

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