Infotag und ein kleines Jubiläum auf Gut Wittmoldt
02.10.2026, 11:24 Uhr
Von:
Lotta Schneider
der reporter Plön/Preetz
EAGALA-Pferdespezialistin Amélie von Bülow-Sartory und Diplom-Psychologe Thomas Kleinheinrich laden zum Infotag im Gutshaus am Sonnabend, 10. Oktober nach Gut Wittmoldt ein. An diesem Tag dreht sich alles um eine besondere Art der Arbeit mit Pferden und traumatisierten Menschen. Die Tiere nehmen bei dieser Methode eine Schlüsselrolle ein.
Seit zehn Jahren arbeiten Amélie von Bülow-Sartory und Thomas Kleinheinrich mit Pferd und Mensch zusammen. Insofern gibt es auch ein kleines Jubiläum zu feiern. Die Veranstaltung zielt auf Aktive sowie alle, die sich näher zu EAGALA informieren wollen. Ausbildungsmöglichkeiten und Kosten werden deshalb auch thematisiert.
Was die anerkannte Methode EAGALA ist und wann und bei wem sie gut einsetzbar ist, wird eingehend vorgestellt und auch am Praxisbeispiel mit Pferden in der Reithalle erläutert.
Thomas Kleinheinrich ist EAGALA Mental Health Experte. „Traumata“, sagt er, „brechen manchmal erst nach vielen Jahren auf.“ Ob Kriegserlebnisse oder schlimme Eindrücke bei einer Seenotrettung oder andere Gründe vorliegen: Der Einsatz von Pferden könne bei den Betroffenen etwas lösen und eine Öffnung für Veränderungen und neue Impulse bewirken.
„Grundsätzlich laufen die Pferde frei“, sagt Amélie von Bülow-Sartory. Nicht einmal ein Halfter trügen die Tiere. Es sei gewollt, dass der Verlauf ihrer Begegnung mit der für sie fremden Person sich völlig offen und unbeeinflusst entwickeln kann. Viel habe es mit dem Gespür zu tun, was in dem Raum dann letztendlich geschieht. Nähert sich das Tier von sich aus? Entfernt es sich? Nimmt es Notiz von der Person? Und umgekehrt?
Die traumatisierten Menschen können jeweils auswählen, mit welchen Pferd sie zusammenkommen möchten – oder ob mit allen vieren. Abgesehen von dieser selbstbestimmten Entscheidung – und nie werde jemand bei dem folgenden Prozess allein gelassen - komme es darauf an, wie sich die Situation aus sich selbst heraus entwickele. Die Betroffenen reflektierten zuletzt, was sie in der Begegnung mit den Pferden wahrnehmen, und deuteten diese allein für sich. Das geschehe unter Einbindung ihres Erfahrungshorizonts – und nicht etwa aus der Perspektive eines echten Pferdekenners. Das seien die meisten in der Regel ohnehin nicht und es komme darauf auch nicht an, sagt Kleinheinrich.
Jemand mit großer Angst vor vielen Menschen und Ansammlungen habe schon einen Riesenerfolg gefeiert, indem er seine anfängliche Distanz von 200 Metern zu den Pferden nach einer ganzen Stunde bis an den Koppelzaun verringern konnte. Er habe so für sich eine innerliche Grenze verschoben. Eine Zäsur für ihn.
Die Teilnahme an der Veranstaltung erfordert eine Anmeldung als E-Mail an eagala@gut-wittmoldt.de oder telefonisch unter der Nummer 0151 – 4656 4999.
Programm
11 Uhr Ankommen, kleiner Imbiss (Gutshaus)
11.30 Uhr Präsentation mit Austausch
13 Uhr Praxisbeispiel mit Pferden (Reithalle)
14 Uhr Austausch im Gutshaus, Infostände und Imbiss
15 Uhr Ende