SoVD-Kreisverband Plön spendet barrierefreien Strandkorb und Strandrollstuhl
In Kalifornien mit dem Rollstuhl an den Strand
01.07.2026, 06:53 Uhr
Von:
Markus Münch
PROBSTEER,
der reporter Plön/Preetz
Freuen sich über mehr Barrierefreiheit am Strand in Kalifornien (v.l.): Rüdiger Boll (SoVD Schönberg), Gudrun Karp (SoVD Kreisverband Plön), Bürgermeister Peter Kokocinski, Heidi Beiß (SoVD Schönberg), Ulrike Münzberg-Niemann (Tourist-Service), Marie Schreiber (SoVD Schönberg). © Markus Münch
Für viele Strandgäste ist es nur ein kurzes Stück vom Deich bis in den Sand. Für Menschen im Rollstuhl kann genau dieses Stück zum Problem werden. In Kalifornien soll das nun leichter werden. Dort gibt es ab sofort einen behindertengerechten Strandkorb und einen Strandrollstuhl mit dicken, breiten Reifen. Mit ihm lässt sich nicht nur der Sand überwinden. Er kann sogar bis ins Wasser geschoben werden. Rund 10.000 Euro hat der SoVD-Kreisverband Plön hierfür gespendet. Am Dienstag, 30. Juni, ging es am Schönberger Ostseestrand aber um mehr als nur eine Spende und ein neues Angebot für Urlaubsgäste.
Für die Kreisvorsitzende Gudrun Karp war dieser Termin eine Herzenssache. Bei strahlend blauem Himmel und leichter Brise sprach sie passend von „Kaiserwetter“, von jenen Sonnenstunden, „die wir Schleswig-Holsteiner gern diese an die Ostsee lockenden Sonnenstunden nennen“. Ans Meer fahren, Sand an den Füßen spüren, Salzwasser auf der Haut, Mußestunden im Strandkorb: „Gibt es was Schöneres?“, fragte Karp. Vielleicht noch „einen Fächer in der linken, einen Cocktail in der rechten Hand“. Doch genau dieses scheinbar Selbstverständliche sei für viele Menschen eben nicht selbstverständlich. Es gebe Mitglieder der Gesellschaft, denen es gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sei, an diesem Strandglück teilzuhaben. Menschen, die im Rollstuhl von der Promenade aus zuschauen müssten, wie andere sich im Wasser abkühlen oder im Strandkorb ausruhen.
Ins gleiche Horn stieß Bürgermeister Peter Kokocinski. Barrierefreiheit sei ein Thema, das viele erst dann richtig erfassten, wenn es im eigenen Umfeld eine Rolle spiele. „Jeder, der jemanden mit Einschränkungen im Familienkreis oder im Bekanntenkreis hat, der weiß das sehr wohl“, betonte er und nahm die Spende sichtlich dankbar entgegen. „Wir versuchen, das Ziel Barrierefreiheit Stück für Stück umzusetzen“, sagte er. Dass der SoVD die Gemeinde dabei unterstütze, sei „wirklich klasse“ und hob hervor: „Das kann man gar nicht genügend würdigen.“
Der Gedanke, dass es längst Hilfen gebe, um das Strandglück wenigstens ein Stück gerechter zu machen, habe den Vorstand des SoVD-Kreisverbandes Plön nicht losgelassen, erklärte Karp den Hintergrund für die Spende. „Wir wollen Barrieren für Mitmenschen mit Handicap abbauen und ihnen eine Teilhabe an einem Leben ohne Einschränkungen ermöglichen“, sagte sie.
Zugleich räumte sie ein, dass Barrierefreiheit nicht allein Aufgabe der Kommunen sein könne. Man wisse, dass die Gemeinden mit solchen Forderungen oft überfordert würden, weil unter anderem der Bund seinen sozialen Pflichten nur unzureichend nachkomme. Aber, so Karp: „Wer von anderen fordert, muss auch selbst in Vorleistung gehen.“
Schönberg verfügt neben dem Angebot am Schönberger Strand nun über eine zweite Möglichkeit dieser Art. Ulrike Münzberg-Niemann vom Tourist-Service verwies darauf, dass der Bedarf da ist. Das bisherige Angebot am Schönberger Strand werde „sehr gut angenommen“. Im vergangenen Jahr habe es 38 Buchungen gegeben. Eine Familie habe den barrierefreien Strandkorb sogar 14 Tage am Stück genutzt. Das neue Angebot in Kalifornien ist ab sofort buchbar. Im Gegensatz zu den regulären Strandkörben läuft das etwas anders. Während normale Strandkörbe in Schönberg und Kalifornien online gebucht werden können, ist der Rolli-Strandkorb telefonisch unter 04344-41410 oder per Mail an info@schoenberg.de reservierbar. Dabei gelten dieselben Preise wie für reguläre Strandkörbe: 12 Euro pro Tag, 7 Euro nachmittags ab 14 Uhr. Der neue Strandkorb ist extrabreit. Neben der üblichen Sitzfläche hat er eine große seitliche Öffnung, in die sich leicht ein Rollstuhl hineinschieben lässt. Der Standort ist gut erreichbar: Vom asphaltierten Deich führt ein breiter, ebener Bohlenweg dorthin, der Tourist-Service liegt nur wenige Hundert Meter entfernt.