Hohes Defizit: Stadt Fehmarn prüft höhere Gebühren und Privatisierung
24.06.2026, 09:56 Uhr
Von:
Andreas Höppner
Fehmarnsches Tageblatt
Der Betrieb des Kommunalhafens Burgstaaken ist stark defizitär. Für die Jahre 2024 und 2025 steht ein Minus von jeweils rund 500000 Euro zu Buche. Die Stadt Fehmarn und die kommunalpolitischen Entscheidungsträger wollen gegensteuern. Aber wie?
Der Betrieb des Kommunalhafens Burgstaaken ist stark defizitär. Für die Jahre 2024 und 2025 steht ein Minus von jeweils rund 500000 Euro zu Buche. Die Stadt Fehmarn und die kommunalpolitischen Entscheidungsträger wollen gegensteuern. Aber wie? „Ein erstes Brainstorming“, wie Ausschussvorsitzender Lars Hviid (FWV) die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss charakterisierte, führte dazu, dass der Ausschuss einstimmig beschloss, die Verwaltung solle auf Basis des Hafenentwicklungskonzeptes Vorschläge für einen kostendeckenden Betrieb erarbeiten.
Denkverbote gibt es nicht, sodass neben einer Gebührenanpassung auch eine Teil- beziehungsweise Vollprivatisierung des Betriebs oder der Hafenanlagen Optionen sind. „Wir wollen die Weichen stellen für eine optimale Hafenentwicklung“, so Hviid, der einen ergebnisoffenen Diskussionsprozess einforderte.
Zukünftig erhöhen Abschreibungen das Defizit
Kämmerer Mario Markmann untermauerte die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs mit Zahlen. Er erinnerte an die 8,3 Millionen Euro teure Erneuerung der Hafenostseite in den vergangenen zwei Jahren, die im Ergebnis zu einer zusätzlichen jährlichen Nettobelastung von 100000 bis 150000 Euro durch Abschreibungen führen werde.
Die einfachste Möglichkeit, das jährliche Defizit zu senken, sehen Verwaltung und Politik darin, an der Gebühren- und Entgeltschraube zu drehen. Der Ausschuss hält das für angebracht, da die letzte Anpassung der Hafengebühren 2021 erfolgte, bei den Standgebühren ist es schon 14 Jahre her. Zielsetzung ist es nun, eine Gebühren- und Entgeltregelung zu erarbeiten, mit der ein kostendeckender Betrieb ab dem kommenden Jahr möglich wird. „Wir müssen anpassen, wir haben einen tollen Hafen“, sagte auch Marianne Unger (SPD), die sich dafür aussprach, den gesamten Hafen zu betrachten – einschließlich Sportboothafen und die eigentlich schon zu den Akten gelegte Atollplanung.
Noch keine Genehmigung für Ausbaggerung
Positiven Einfluss auf die Ertragssituation dürfte auf jeden Fall die Ausbaggerung der Fahrrinne haben. Aktuell können Schiffe nur mit einem Tiefgang von 4,30 m in Burgstaaken festmachen, ausgebaggert werden soll auf eine Solltiefe von 5,30 m. Die Maßnahme ist beantragt, allerdings liegt vom zuständigen Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur noch keine Genehmigung vor, wie Linda Lafrenz von der Hafenbehörde auf Nachfrage mitteilte. Sie hofft, dass die Maßnahme, für die 380000 Euro in den Haushalt eingestellt sind, ab Herbst durchgeführt werden kann.
Das aktuelle Problem: Oft können Frachter nicht vollbeladen ein- oder auslaufen. Einige würden deshalb auch nach Heiligenhafen ausweichen und dort festmachen, so Lafrenz. Vor allem für den Weitertransport von Raps und Getreide wird Burgstaaken angelaufen. Erst am Mittwoch hatte die „MS Fredo“ festgemacht und laut Lafrenz 1693 Tonnen Raps geladen und nach Kiel-Holtenau verschifft.
Um beim Kommunalhafen auf einen grünen Zweig zu kommen, soll ebenfalls überprüft werden, ob eine Teil- oder Vollprivatisierung infrage kommt. Eine andere Möglichkeit wäre ein Verpächtermodell, bei dem die Stadt Eigentümerin der Anlagen bleibt, den Hafen aber analog zum Hafen Orth an einen privaten Betreiber verpachtet.