Hoher Besuch beim „Projekt Froschland“
28.04.2026, 17:38 Uhr
Von:
Markus Münch
PROBSTEER
Projektkoordinatorin Melanie Schubert und Umweltminister Tobias Goldschmidt besuchten die Sumpfdotterblumenwiese am Rönner Weg. © Annika Loewe
Seit 2009 läuft in Schleswig-Holstein das „Projekt Froschland“, unterstützt vom Artenschutzprogramm des Landes, geplant und durchgeführt von Biologen und Naturschützern, auf den Grundstücken naturinteressierter Bürger, Kommunen und Vereine, zudem abgesichert durch bindende Verträge.
Zur Begutachtung des 500. Teiches kam Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt am Montag, 27. April, nach Schwentinental. „So ein Termin in der Natur ist ein schöner Start in die Woche,“ so sein Fazit des Besuches der vier Hektar großen Sumpfdotterblumenwiese am Rönner Weg. Hintergrund: Die Bewohner von Teichen und Tümpeln in Schleswig-Holstein haben es oft nicht leicht. Unzählige Gewässer wurden im Zuge der Flurbereinigung seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zugeschoben. Hinzu kommt die natürliche Verlandungstendenz vieler flacher Stillgewässer – sie müssen gelegentlich wieder saniert werden, sonst verschwindet die freie Wasserfläche. Alle in Schleswig-Holstein vorkommenden Amphibien stehen unter Naturschutz; im Raum Raisdorfer Teichlandschaft mit seinen zwei Dutzend Tümpeln leben Erdkröte, Teichfrosch, Grasfrosch, Teichmolch, Kammmolch und Laubfrosch. Bei den jährlichen Zählungen fanden die Froschland-Unterstützer von der Naturschutzgruppe Raisdorf im März und April unter anderem weit über tausend Erdkröten, fast zweihundert Teichmolche und Dutzende der seltenen Kammmolche; alle wurden außer Gefahr gebracht. Das lautstarke Rufkonzert der Laubfrösche am Rönner Weg beginnt jetzt jeden Abend kurz nach Sonnenuntergang. Viele kleine gelungene Schritte hin zu einer echten Flurbelebung. Mit dem Projekt Froschland wurden Teiche in ganz Schleswig-Holstein geschaffen. Aus allen Landkreisen steige die Nachfrage, denn es spreche sich allmählich herum, wie unkompliziert die Umsetzung für die Eigentümer der Flächen ist, so Projektkoordinatorin und Biologin Melanie Schubert, die ebenfalls in Raisdorf vor Ort war: „Den Eigentümern bietet Froschland eine echte Rundum-Sorglos-Lösung, kostenfrei – auch notwendige Tiefbauarbeiten werden mit Landesmitteln übernommen, fachlich begutachtet und ökologisch wertvoll“, sagte sie. Jeder, der sich einen Tümpel wünscht, kann sich bei ihr bewerben unter projekt@froschland.de
Nach der Sumpfdotterblume ist die Wiese am Rönner Weg benannt. Sie blüht nur in feuchter Umgebung. © Volker Graap