Heiligenhafen: Fluttore wieder eingesetzt
03.07.2026, 09:43 Uhr
Von:
Annalena Kristof
Heiligenhafener Post
Die beiden Fluttore am Steinwarderdamm sind zurück: Nach umfangreicher Sanierung wurden die jeweils 35 Tonnen schweren Bauteile wieder eingesetzt. Mit neuer Korrosionsschutztechnik soll der automatische Hochwasserschutz der Altstadt langfristig gesichert werden.
Am Dienstagmorgen herrschte am Steinwarderdamm in Heiligenhafen reger Betrieb: Zwei Schwerlasttransporter brachten die beiden Fluttore zurück an ihren Bestimmungsort zwischen Hafen und Binnensee. Mit einem Kran wurden die etwa 35 Tonnen schweren Bauteile nach ihrer umfangreichen Sanierung wieder eingesetzt – ein wichtiger Schritt für den automatischen Hochwasserschutz der Altstadt.
Die Sanierung der Tore war notwendig geworden, nachdem diese sich in der Vergangenheit aus ihren Scharnierkugeln gelöst hatten und ein Öffnen und Schließen somit nicht mehr möglich war (wir berichteten). Wie Bauamtsleiter Roland Pfündl der HP berichtete, habe ein Gutachten ergeben, dass hierfür Korrosionsschäden an den entsprechenden Stellen durch Sand- und Salzwassereinfluss ursächlich waren.
Opferanoden sollen Tore vor Korrosion schützen
Im Zuge der Komplettsanierung wurden die beiden rund vier Meter breiten und sechs Meter hohen Tore nach einem Aufenthalt auf Fehmarn abschließend im rund 240 Kilometer entfernten Karstädt in Brandenburg von einer Spezialfirma instand gesetzt. Neben einer neuen Beschichtung wurden dabei auch neue Schutzmaßnahmen gegen Korrosion installiert, sogenannte Opferanoden, die aus unedleren Metallen bestehen und sich bevorzugt zersetzen, da sie elektrochemisch reaktiver sind als der Stahl.
In den kommenden Tagen sollen zudem auch die Steuerungs- und Elektroniksysteme der Anlage durch den Bauhof auf den neuesten Stand gebracht werden. Dieser sei auch immer persönlich vor Ort, wenn die automatische Anlage arbeite, um zu überwachen, dass sich zu diesem Zeitpunkt darin kein Tier oder Mensch befinde, so Pfündl.
Der Bauamtsleiter bezifferte die Gesamtmaßnahme der Sanierung – inklusive rund 110.000 Euro für die Überarbeitung der Steuerungs- und Überwachungsfunktionen – auf die bereits im Haushalt eingeplanten rund 600.000 Euro.
„Während der gesamten Bauzeit war der Hochwasserschutz durch die zwei Dammtafeln gewährleistet, die bei erhöhten Wasserständen vom Bauhof eingesetzt wurden“, versichert Pfündl.
Außerdem habe eine biologische Baubetreuung die Zeit der Sanierungsarbeiten begleitet. Hierbei wurden wiederholt Proben aus dem Binnensee entnommen, um den Sauerstoffgehalt im Blick zu behalten. Um ein „Kippen“ des Sees zu verhindern, wurden kürzlich rund 700 Kubikmeter Wasser aus dem Hafenbecken in den Binnensee geleitet.
Der Bauamtsleiter erklärte, dass auch der aktuell wahrzunehmende Geruch vermutlich mit dem Sauerstoffgehalt im Binnensee sowie der Witterung der vergangenen Tage in Verbindung stehe.